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Ribnitz-Damgarten Spaziergänger findet Asbest vor Barther Rathaus
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Spaziergänger findet Asbest vor Barther Rathaus
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16:53 28.05.2018
Die Baustelle neben dem Barther Rathaus. Hier hat ein Spaziergänger Asbeststückchen gefunden.
Die Baustelle neben dem Barther Rathaus. Hier hat ein Spaziergänger Asbeststückchen gefunden. Quelle: Carolin Riemer
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Barth

Ein Brief erreichte die Redaktion der OSTSEE-ZEITUNG: Darin meldet mindestens ein Bürger der Stadt Barth (Vorpommern-Rügen), dass er während eines Spaziergangs vor dem Rathaus „Asbestbruchstücke“ im Sand vor dem Amtsgebäude entdeckte. Der anonyme Verfasser habe sich informiert und festgestellt, dass „dies eine Straftat darstellt, der nachgegangen werden muss.“ Er habe weiterhin „die Untersuchung und Einleitung von weiteren notwendigen rechtlichen Schritten eingeleitet“. Kurz: Der anonyme Briefeschreiber, der sein Schreiben mit „Höflichst die Bürger der Stadt Barth“ unterzeichnete, meldete seinen Fund nicht bei den Mitarbeitern des Barther Rathauses, sondern zeigte es bei der Staatsanwaltschaft Stralsund und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (LaGuS) an.

Asbestbeseitigung könnte für die Stadt teuer werden

Es könnte teuer für die Stadt Barth werden. Bauamtsleiter Manfred Kubitz zeigt sich über die Information zunächst überrascht. Trotzdem ist er sicher, dass das Asbest nur von einer Baustelle in der Nähe des Rathauses stammen kann. Derzeit werden Erdarbeiten an einem Schotterweg in unmittelbarer Nachbarschaft des Rathauses durchgeführt. „Dieser Weg wurde vor vielen Jahren mit Recyclingmaterial bestückt. Es kann sein, dass sich dort eventuell kleine Asbestreste eingeschlichen haben.“ Nun müsse abgewartet werden, wie das LaGuS reagiert. Dann werden eventuell Proben von dem Schotterweg genommen, untersucht und entschieden: „Im schlimmsten Fall muss die Stadt den Schotterweg auf eigene Kosten als Sondermüll entsorgen“, sagt Kubitz, der die Kosten dafür auf 60 000 Euro schätzt. Bürgermeister Stefan Kerth betont, dass die Stadt natürlich alles tun werde, um die Gesundheit der Menschen nicht zu gefährden. Asbest fördert die Entstehung von Lungen- und Kehlkopfkrebs. Jedoch kommt es darauf an, ob das Material stark- oder schwachgebunden ist. Aufschluss darüber geben die Untersuchungen im Labor.

Informationen wurden an Umweltamt weitergegeben

Auf Nachfrage im LaGuS erfährt die OZ, dass die Anzeige des Barther Spaziergängers dort an der falschen Stelle ist, weil sich das Amt hauptsächlich um Belange kümmert, die den Arbeitsschutz betreffen. Trotzdem sagt die Sprecherin: „Wer Asbest findet, sollte unbedingt das zuständige Amt, in diesem Fall die Umweltbehörde, informieren.“ Mit Asbest seien grundsätzlich gesundheitliche Gefahren verbunden. „Als Wegematerial ist Asbest definitiv nicht geeignet, weil durch mechanische Beanspruchung, insbesondere das Befahren, Asbestfasern freigesetzt werden können.“ Im Übrigen habe das LAGuS sofort nach Erhalt des Briefes, die Information an die für diesen Fall zuständige Umweltbehörde weitergeleitet. Die Umweltbehörde habe wiederum die anonyme Anzeige vom LAGUS erhalten und an die Stadt Barth weiter gegeben: Wie sich der Sachverhalt tatsächlich darstellt, wird geprüft. Die Stadt wird eine sachgerechte Lösung finden“, teilt der Pressesprecher des Landkreises Vorpommern-Rügen mit. Müsste die Stadt den Schotterweg, der zu einer Gartenanlage führt, als Sondermüll entsorgen, könnte das Kosten bis zu 60 000 Euro verursachen.

Carolin Riemer

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