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Sport Ribnitz-Damgarten Stralsunder Sportlerball: Gemeinnützige Vereine wollen Ehrung
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Sport Ribnitz-Damgarten Stralsunder Sportlerball: Gemeinnützige Vereine wollen Ehrung
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19:20 12.04.2019
Bärbel Kämpfer (l.), der PSV Stralsund und Steffi Becher machen sich Hoffnungen auf eine Ehrung beim Stralsunder Sportlerball. Kämpfer Quelle: Niklas Kunkel/Wenke Büssow-KrämerFoto: Rödel
Stralsund

Der 1. Stralsunder Sportlerball rückt näher. Am 17. Mai werden neben den in der OSTSEE-ZEITUNG bereits vorgestellten Nachwuchskonzepten auch gemeinnützige Projekte geehrt. Der SWS Leuchtturm-Preis würdigt einen Verein aus dem Landkreis Vorpommern-Rügen, der sich auch abseits des Sports engagiert. Für die Kategorie sind der SV Abtshagen, PSV Stralsund und die Laufgruppe des SV Hanse-Klinikum Stralsund nominiert.

Laufen für den guten Zweck

„Wenn nicht wir, wer dann?“, dachten sich Bärbel Kämpfer und ihre Mitstreiter vom SV Hanse-Klinikum, als sie von der Ausschreibung des SWS Leuchtturm-Preises lasen. „Wir schauen grundsätzlich über den Tellerrand.“

Tatsächlich widmet sich die Laufgruppe der Gemeinnützigkeit. Die Erlöse aus dem jährlichen Hanse-Gesundheitslauf und dem Nikolaus-Lauf werden stets gespendet. Rund 10 000 Euro kamen so für gemeinnützige Einrichtungen seit 2007 zustande.

Ein Jahr zuvor gründeten sieben Läufer die Gruppe. „Ich wollte nicht mehr leistungsorientiert starten. Da ist mir aufgefallen, dass es in Stralsund keine Laufgruppe für Breitensportler gibt. Also haben wir eine aufgemacht. Die Idee kam anscheinend an. Das hätte ich so nicht erwartet“, erinnert sich Kämpfer. Mittlerweile joggen fast 100 Leute mit Kämpfer. Die Athletin versteht ihre Abteilung als Ergänzung, nicht als Konkurrenz zur leistungsorientieren Laufgruppe. „Wir animieren Nicht-Sportler zum Sport, wollen sie vom Sofa locken.“

Da sich Helfer und Aktive der Laufgruppe während der eigenen Veranstaltungen stets der Gemeinnützigkeit widmen, bleibt für die Ehrenamtler meist nur ein Dankes-Wort übrig. Der Sieg beim Sportlerball wäre eine Anerkennung ihrer Arbeit. „Vielleicht würden wir eine kleine Feier organisieren, um unseren Helfern endlich mal gebührend danken zu können“, so Kämpfer.

Leuchtturm für die Region

Der SV Abtshagen versteht sich als Verein für die ganze Familie. „Jeder ist willkommen und kann bei uns Sport machen“, bestätigt die Vorsitzende Steffi Becher. Seit etwa fünf Jahren wächst das Angebot des SVA rasant. Damals gab es nur Fußball und Volleyball in der Gemeinde, heute bewegen sich 176 aktive Mitglieder in diversen Sportkursen der sechs Sparten. Gerade erst ist ein neuer Eltern-Kind-Kurs mit 25 Teilnehmern angelaufen. 70 Jahre nach der Gründung des Vereins, läuft es beim SVA rund.

„Wir machen viele Feste. Dadurch ist der Verein bekannt geworden und spricht sich weiter rum. Es kommen Leute aus Stralsund und Tribsees“, erklärt Becher die positive Entwicklung. „Wir sind mittlerweile ein Leuchtturm für die umliegenden Gemeinden.“

Die Vereinsvorsitzende schätzt die Arbeit der Vereinstrainer in der Gemeinde auf halber Strecke zwischen Stralsund und Grimmen. „Wir haben mit Sandra Gohlke eine super Leiterin, die das Ganzkörpertraining koordiniert. Dann haben wir dank der starken Jugendarbeit im Fußball sechs Nachwuchsteams im Spielbetrieb“, zeigt Becher auf.

Mit einem möglichen Gewinn beim Sportlerball wollen die Abtshäger ihre Trainingsmöglichkeiten weiter verbessern. „Wir brauchen Flutlicht auf dem Sportplatz“, meint Becher. Alleine ist die Finanzierung für den kleinen Verein nicht zu stemmen.

Boxen als Rehabilitation

Eine besondere Kooperation hat der Pommersche Sportverein mit dem Hanseklinikum Stralsund geschlossen. Unter der Leitung von Thorsten Weber absolvieren die Jugendlichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie Boxtraining im Gym des PSV. Der Sport ist ein ergänzendes Angebot für in Therapie befindliche Teenager.

Die Idee dahinter: Sport soll die Stigmatisierung psychisch kranker Kinder beseitigen und zur Genesung beitragen. Zudem hilft das Boxtraining, um sich mental und sozial fit zu machen für die Zeit nach der Therapie.

Die Kooperation zwischen Verein und Psychiatrie besteht seit zwei Jahren. Viele Jugendliche haben sich für den Boxsport begeistern können und sind noch beim PSV dabei.

Bis zum 16. Mai kann unter stralsunder.de/aktionen/sportlerwahl für die Nominierten abgestimmt werden.

Horst Schreiber