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Ribnitz-Damgarten Spurtstark ging es durch die Natur
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Spurtstark ging es durch die Natur
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00:00 07.10.2013
Am Nordstrand in Prerow hatten es die Teilnehmer des Nationalparklaufs besonders schwer. Das Laufen durch den weichen Sand strengte mächtig an.
Am Nordstrand in Prerow hatten es die Teilnehmer des Nationalparklaufs besonders schwer. Das Laufen durch den weichen Sand strengte mächtig an. Quelle: Susanne Retzlaff
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Prerow

Langstrecken legt Axel Kropp aus Gera normalerweise mit dem Zweirad zurück und ist dabei Berg- und Talfahrten gewohnt. Für den Nationalparklauf in Prerow macht der erfolgreiche Mountainbiker vom EBM (Erzgebirgs-Bike-Marathon) Team Seiffen schon zum dritten Mal eine Ausnahme. Zu Fuß startet er beim Halbmarathon des Nationalparklaufs und freut sich auf die herrliche Strecke am Strand entlang und durch den Wald. „Schön und schön flach“, sagt er lächelnd und wundert sich ein wenig, dass die Veranstaltung unter Läufern nicht viel populärer ist.

Schwungvoll federt Kropp vom Gemeindeplatz kommend den Deich hoch, legt ein paar Meter auf der Krone zurück, um zur Seebrücke abzubiegen.

Der 49-Jährige, bereits seit ein paar Tagen vor Ort, ist in diesem Jahr von Gera ausnahmsweise nicht mit dem Fahrrad angereist. „Radfahren beansprucht ganz andere Muskelgruppen als das Laufen“, erklärt er, warum das jedoch keinen Trainingseffekt auf den bevorstehenden Wettbewerb haben sollte. „Noch sieben Minuten bis zum Start!“, wird ihm zugerufen. Axel Kropp bleibt gelassen. Warm und mit der optimalen Spannung will er ins Rennen gehen. Wäre er früher da, würde er beim Warten auf den Startschuss wieder abkühlen.

'Just in time' trifft er also auf der Seebrücke ein, ebenso wie Sandra Murr (31) aus Güstrow. Bei ihr war das gerade noch rechtzeitige Eintreffen jedoch keine Taktik. „Nur mit Stress haben wir die Seebrücke überhaupt gefunden“, ist sie schon vor ihrem ersten Start beim Nationalparklauf etwas außer Atem. Ortsunkundige vermissen eine klare Ausschilderung.

Sie läuft das ganze Jahr über längere Strecken und ist daher immer in Form. „Aber ich bin sehr aufgeregt, wie vor jedem Start. Ich könnte mir...“ Dafür, dass das nicht passiert, ist Freundin und Fanclub-Leiterin Elke Prioch zum Transparent- und Händchenhalten mit gekommen. „Durchhalten und Spaß haben“, sind die Ziele, die sich Sandra Murr gesteckt hat.

Wie Händchenhalten auch helfen kann, erfuhr Michaele Möckl, mit sieben Jahren jüngste Teilnehmerin im Starterfeld. Beim Bambinilauf, 800 Meter im weichen Sandstrand, unterstützte sie der Papa auf den letzten Metern. Auf dem einen Arm das Geschwisterchen nahm er seine laufende Tochter bei der Hand, zu dritt erreichten sie das Ziel. Und auch der älteste Sportler am Start, Horst Tiedemann aus Teterow, beeindruckte mit einem tollen zweiten Platz beim Nordic-Walking.

Für eine kurze Schrecksekunde — stimmt da etwas mit der Uhr nicht? — sorgte André Karneth aus Münster, der mit seiner fast unglaublichen Zeit von 39 Minuten und einigen Sekunden im 10,5

Kilometer-Lauf sogar den Programmablauf ein bisschen durcheinander brachte, gestand Moderator Hans-Peter Kupsch.

Geradezu perfektes Laufwetter hatten am Sonntag die Teilnehmer des Staffel-Marathons in Dierhagen. Während Autofahrer sich auf dem Parkplatz gegenseitig zustellten, hatten die insgesamt 98

Mannschaften auf dem 5,2 Kilometer langen Rundkurs freie Bahn.

Die meisten Teams waren mit der Maximalbesetzung von acht Läufern am Start. Die meisten waren froh, im Start- und Zielbereich mit einem Handschlag oder Schulterklopfen den Teamkameraden auf die Strecke schicken zu können.

Moderator Falko Kriegsheim freute sich über die große Resonanz bei den Läufern. Das Zuschauerinteresse konzentriere sich auf den Wechselbereich. Am Streckenverlauf selbst stünden vergleichsweise wenige Fans. Dafür sei die Stimmung auf der Festwiese umso besser. Aufgrund der Beschaffenheit des Rundkurses, der „von jedermann zu schaffen ist“, gingen auch Läufer ganz unterschiedlicher Altersstufen an den Start.

Durch Exkursionen im Vorfeld des Laufereignisses wurden die Teilnehmer durch die Arche Natura gGmbH als Mitveranstalterin auf die schützenswerte Natur hingewiesen.

Der Ostsee Staffel-Marathon fand am Wochenende zum siebten Mal statt. Mit knapp 800 Läufern wurde die Zahl der Teilnehmer des Vorjahres nicht ganz erreicht. Damals sind 825 Teilnehmer auf den Rundkurs gegangen. Angemeldet waren in diesem Jahr 106 Lauf-Mannschaften.

Gesamtsieger des Ostsee Staffel-Marathons kratzten am Streckenrekord
Nationalparklauf


Bambinilauf: Fünf Mädchen und drei Jungen begaben sich auf die 800 Meter-Strecke entlang des Nordstrands. Hannah Sindermann (Jahrgang 2002) und Jamal Sultan (Jahrgang 2000) entschieden den Wettbewerb für sich.

Nordic Walking: Sibylle Friedrich und Roberto Würfel heißen die Gewinner auf der 10,5 Kilometer-Strecke. Sieben Frauen und sechs Männer sorgten für ein Durchschnittsalter 55,4 Jahren.

10,5-Kilometer-Lauf: 36 Frauen, 47 Männer und ein Jugendlicher (Altersdurchschnitt 43,4 Jahre) bildeten die größte Teilnehmergruppe. Christiane Brach aus Greifswald und André

Karneth aus Münster gingen als erste über die Ziellinie.

Halbmarathon: Auf die lange Strecke wagten sich acht Frauen und sechs Männer (Altersdurchschnitt 45,8 Jahre). Heike Nöske aus Hohenneuendorf und Ben Schroeter überschritten als jeweils erste die Ziellinie.


Streckenverlauf: Nach etwa 400 Metern am Strand zum Deich, dann rund vier Kilometer auf dem Leuchtturmweg bis zur ersten Wasserstelle im Nationalpark, über K-Gestell und Mittelweg 2400 Meter zum Bernsteinweg, parallel dazu nördlich bis zur Villenstraße, über den Deich zur alten Seenotretter-Station, dort über die Westbrücke zum Strand, der auf den letzten 300 Metern bis zum Ziel noch einmal Kraft kostet.



Staffelmarathon


Gesamtwertung: Erster wurde wie in den Vorjahren auch ein Team des TSC Fiko Rostock. In diesem Jahr machten „Die Granaten“ das Rennen. Sie siegten mit einer Zeit von 2:36,34 Stunden. Laut Mitorganisator Kai Lüdeke von der Arche Natura gGmbH ist das eine „Wahnsinnszeit“, die nahe an den Rekord des zurückliegenden Jahres kommt. Damals waren die Sieger auf der Marathonstrecke nicht einmal zwei Minuten schneller unterwegs gewesen.

Zweiter wurde am Sonntag die Laufgemeinschaft „Darßelona“ mit Teilnehmern von der Halbinsel und von außerhalb. Das Team benötigte für die acht Runden insgesamt 2:40,21 Stunden.

Die „Pea-Berries“ des Teams TriZack kamen mit einer Zeit von 2:51,40 Stunden als dritte der Gesamtwertung ins Ziel. Besonderheit: Hierbei handelt es sich um ein Läuferpaar, das eine tolle Zeit hingelegt hat.

Streckenverlauf: Vom Start- und Zielbereich führte die Strecke durch den Küstenschutzwald in Richtung Strand. Zwischen den Aufgängen 21 und 23 ging es am Wasser entlang, ein besonders schwieriger Abschnitt wegen des weichen Sandes. Durchs Ribnitzer Große Moor und über den Fischländer Weg führte der Rundkurs die Teilnehmer wieder zurück zum Ausgangsort. Dort wurde gewechselt.

Susanne Retzlaff und Timo Richter

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