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Ribnitz-Damgarten Stadt will Regionalladen eröffnen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Stadt will Regionalladen eröffnen
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11:59 24.05.2019
Barth aus der Luft: Die Belebung der Innenstadt ist ein viel diskutiertes Thema in der Vinetastadt. Quelle: Ernst Fischer
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Barth

Die Innenstadtbelebung ist seit Jahren ein heiß diskutiertes Thema in der Vinetastadt Barth. Nun nimmt die Stadtverwaltung die Sache quasi selbst in die Hand. In der Langen Straße soll ein Regionalladen eröffnet werden. Die Stadt selbst wird Betreiber dieses Geschäfts. Mehrheitlich stimmten die Stadtvertreter während ihrer Sitzung am Donnerstagabend dem Vorschlag der Verwaltung zu.

Einzug neben Rossmann

Einziehen soll der Laden in das Gebäude links neben Rossmann (ehemals Ernstings Family). Laut Verwaltung liege ein „sehr entgegenkommendes Angebot“ des Vermieters vor. Die Miete würde die Stadt übernehmen. „Wichtig ist, dass es keine Probleme beim Bezug gibt. Wir müssen dort einfach nur aufschließen, und dann kann es losgehen“, sagt Barths Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig. Heißt: Größere Renovierungs- oder gar Umbauarbeiten seien nicht notwendig.

„Wir wollen ein Signal setzen für die Belebung der Innenstadt“, sagt Bürgermeister Friedrich Carl Hellwig. Quelle: Privat

In Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern, die derzeit jeden Dienstag den Regionalmarkt auf dem Marktplatz bespielen, sollen deren Erzeugnisse dann in dem Regionalladen in der Langen Straße verkauft werden. Das Geschäft soll ganzjährig zu den üblichen Öffnungszeiten geöffnet sein. Mit den regionalen Anbietern sei bereits gesprochen worden. „Wir möchten die Dynamik, die derzeit im Markt für Regionalprodukte herrscht, nutzen“, so Hellwig.

Personalkosten gefördert

Zwei Mitarbeiter sollen angestellt werden, beschäftigt beim Barther Qualifizierungs- und Beschäftigungszentrum. Die Personalkosten sollen über Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert werden. Eine Förderquote von 70 bis 80 Prozent sei bis zu einer gewissen Maximalsumme möglich. Die Kosten für die Einrichtung und Ausstattung des Regionalladens sollen über den Vorpommern-Fonds gefördert werden. Entsprechende Vorgespräche mit Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann seien bereits geführt worden, mit positiven Signalen vonseiten Dahlemans. Die Betriebskosten sollen zum Teil durch monatliche Beiträge der regionalen Erzeuger gedeckt werden.

Die restlichen Kosten übernimmt die Stadt Barth. Zwei Jahre lang soll dieses Projekt laufen. „Mein Wunsch ist, dass der Laden im Oktober eröffnet“, so Friedrich-Carl Hellwig. Dann nämlich geht der dienstägliche Regionalmarkt in die Winterpause.

Ziel des Projektes sei es, den Laden in der Langen Straße dauerhaft zu etablieren, sprich, den zunächst angestellten Mitarbeitern den Weg in die Selbstständigkeit zu erleichtern. Laut Hellwig gebe es bereits Kandidaten für die Übernahme des Ladens, die sich später auch den Schritt zutrauen würden, den Laden auf eigene Rechnung zu übernehmen.

Konkurrenz zu Einzelhändlern?

Aus den Reihen der Stadtvertretung gab es jedoch auch Kritik an dem Vorhaben. Grundsätzlich sei das Engagement der Verwaltung, die Innenstadt in Barth zu beleben, richtig. Allerdings sei zu hinterfragen, ob es der richtige Weg sei, dass die Stadt selbst in die freie Wirtschaft einsteige, so Stadtvertreter Dirk Leistner. Der Laden stünde möglicherweise in Konkurrenz zu anderen, nicht mit Steuermitteln geförderten Einzelhändlern in der Innenstadt. Zudem kritisierte Leistner den Zeitpunkt der Beschlussvorlage kurz vor der Kommunalwahl. Eine ausführlichere Diskussion wäre wünschenswert gewesen.

Bürgermeister Hellwig begründete den Zeitpunkt damit, dass er von den Stadtvertretern einen Grundsatzbeschluss haben wollte, weil in den nächsten Wochen die Fördermittelanträge auf den Weg gebracht werden sollen. Auch mit den Einzelhändlern in der Innenstadt sollen Gespräche geführt werden, damit das Sortiment des Regionalladens nicht in allzu starker Konkurrenz zu ihnen steht. Gerade weil die Stadt die Zügel in der Hand hält, sei hier eine Steuerung möglich. „Wir wollen ein Signal setzen für die Belebung der Innenstadt“, so Hellwig.

Robert Niemeyer

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