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Ribnitz-Damgarten Stadtausschuss macht sich stark für Spätbusse
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Stadtausschuss macht sich stark für Spätbusse
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17:24 26.02.2018
Bei Großveranstaltungen in Ribnitz-Damgarten sollen Spätbusse eingesetzt werden.
Bei Großveranstaltungen in Ribnitz-Damgarten sollen Spätbusse eingesetzt werden. Quelle: Carolin Riemer
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Ribnitz-Damgarten

Zwischen den beiden Stadtteilen Ribnitz und Damgarten (Vorpommern-Rügen) sollen bei bestimmten Großveranstaltungen Spätbusse eingesetzt werden. Das ist das Ergebnis einer Diskussion in der jüngsten Sitzung des Stadtausschusses Damgarten. Zu der waren Hubertus Wegener, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR), und Bernd Ninnemann, Leiter des VVR-Betriebshofes Ribnitz-Damgarten, eingeladen worden.

Hintergrund: In der Vergangenheit wurde von Fahrgästen immer wieder kritisiert, dass nicht genug Busse im Stadtverkehr fahren würden.

Letzter Bus fährt bereits 16.45 Uhr

„Es ist nicht hinnehmbar, dass der letzte Stadtbus aus Ribnitz bereits um 16.45 Uhr nach Damgarten zurückfährt. Und abends gibt es überhaupt keine Verbindung mehr nach Ribnitz und zurück. Damit sind viele ältere Bürger, die eine Taxifahrt nicht bezahlen können, vom kulturellen Leben in Ribnitz abgeschnitten“, so schrieb Jochim Busch aus Damgarten vor einem Jahr in einem Leserbrief.

Hubertus Wegener machte deutlich, dass aus seiner Sicht die Stadt „so schlecht nicht versorgt“ sei. Der erste Stadtbus würde bereits morgens gegen 5.30 Uhr auf Linie gehen, ab 8 Uhr würde dann im Stundentakt in kompletten Runden gefahren werden. „Wir bedienen mit dem Stadtverkehr eine relativ große Fläche von Ribnitz-Damgarten, wenn es auch noch einige weiße Flecken gibt wie zum Beispiel die Suhr-Siedlung“, so Wegener. Ein „weißer Fleck sei auch das neue Wohngebiet Sandhufe IV“, warf Ausschussmitglied Horst Schacht (Die Linke) ein. „Da stehen wir schon in den Startlöchern“, antwortete Bernd Ninnemann.

Zusätzliche Busse kosten

Die Kritik zum Thema Spätbus müsse man sich aber auf die Fahnen schreiben, sagte Hubertus Wegener. Zwar würde noch um 18.31 Uhr ein Bus ab Ribnitz Bahnhof nach Damgarten fahren, später jedoch nicht mehr. Danach Busse einzusetzen sei schlichtweg eine Geldfrage, wenn er auch wisse, dass dies einzelne Bürger, die darauf angewiesen seien, treffe. Es gebe zwar die Möglichkeit, zusätzliche Busse zu bestellen durch die Kommune, dann müsste diese aber auch einen Zuschuss zahlen, so Wegener. „Eine Spätlinie dazuzubestellen, das gibt der Haushalt nicht her“, machte Ausschussvorsitzender Andreas Gohs (CDU/FDP) deutlich. Er schlug vor, dass zumindest bei großen Stadtfesten Spätbusse eingesetzt werden. Darüber hinaus regte er auch an zu überlegen, ob nicht wenigstens an einem Tag in der Woche in Abhängigkeit vom Veranstaltungsplan der Stadt Spätbusse eingesetzt werden können, sodass ältere Damgartener Einwohner kulturelle Angebote in Ribnitz nutzen können. Wegener sicherte zu, dies im Zuge des Fahrplanwechsels im Herbst zu prüfen.

Neuer Versuch

Was den Einsatz von Spätbussen bei großen Veranstaltungen betreffe, habe man das schon mal versucht umzusetzen, gab Hubertus Wegener zu bedenken, zum Beispiel bei der Einkaufsnacht. Dieses Angebot sei allerdings nicht gut angenommen worden. Nichtsdestotrotz sei man jedoch bereit, einen neuen Versuch zu starten und den Vorschlag des Ausschusses aufzunehmen. Wegener: „Ich schlage vor, dies noch in diesem Jahr bei drei oder vier Großveranstaltungen zu testen.“

Bürgermeister Frank Ilchmann (parteilos) war sichtlich erfreut darüber, dass man bei der VVR offene Ohren gefunden hatte. Er kam der Bitte von Wegener und Ninnemann, eine Liste der Großveranstaltungen zu erstellen, bei denen sich der Einsatz von Spätbussen anbietet, umgehend nach. „Wir haben die Liste bereits auf unserem Tisch“, sagte gestern Bernd Ninnemann.

Edwin Sternkiker