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Ribnitz-Damgarten Stadtkulturhaus in Ribnitz-Damgarten bleibt vorerst
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Stadtkulturhaus in Ribnitz-Damgarten bleibt vorerst
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05:33 30.03.2019
Das Stadtkulturhaus in Ribnitz-Damgarten kann vorerst weiterhin als kulturelle Einrichtung genutzt werden. Quelle: Flemming Goldbecher
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Ribnitz-Damgarten

Wie lässt sich die Kultur in der Bernsteinstadt am besten weiterentwickeln? Diese Frage beschäftigte Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie Bürger und Kulturschaffende bei der zweiten Kulturwerkstatt im Stadtkulturhaus. Das Ergebnis: Der Großteil der etwa 40 Anwesenden stimmte für die schrittweise Umsetzung eines mehrstufigen Plans, an dessen Ende ein Kulturentwicklungskonzept für die Stadt stehen soll.

Entworfen und vorgestellt hatte ihn Regionalplanerin Ute Fischer-Gäde, die schon die erste Kulturwerkstatt im Oktober 2018 moderiert hatte. In einem ausführlichen Vortrag erläuterte sie, wie dieser Plan am besten zu realisieren sei. Er umfasst die räumlich-bauliche Entwicklung der Stadt einerseits und die Nutzung von Einrichtungen durch die Kulturschaffenden andererseits.

Lenkungsgruppe verantwortlich

Zudem müssten quantitative und qualitative Betrachtungen mit einbezogen werden, so Fischer-Gäde. Konkret bedeute das, auf der einen Seite zu prüfen, wie viele potenzielle Kultureinrichtungen in der Stadt existieren. Auf der anderen Seite müsse die Art der Kulturangebote untersucht werden. Die Erkenntnisse daraus seien mit den Bedürfnissen und Ideen von Kulturschaffenden und Bürgern in Einklang zu bringen. Im letzten Schritt werde es darum gehen, Verbindlichkeiten durch politische Beschlüsse herzustellen. Anderthalb bis zwei Jahre sollten für das gesamte Projekt etwa eingeplant werden.

In der offenen Diskussion im Anschluss ging es vorwiegend um die Schaffung einer Lenkungsgruppe als verantwortliches Gremium. „Diese Gruppe soll sich um das ,Wie’ kümmern“, erklärte Silke Kunz, Leiterin des Büros für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur. Die Leitung der Lenkungsgruppe soll Stadtpräsidentin Katrin Meyer übernehmen. „Über inhaltliche Fragen soll auch künftig in größerem Rahmen beraten werden“, so Kunz. So werde es regelmäßig offene und für jeden frei zugängliche Veranstaltungen zum Kulturentwicklungsprozess geben.

Kultur eng mit Tourismus verbunden

Während man sich über die Anzahl und Verteilung der Mitglieder bereits am Mittwochabend einigen konnte, blieben einzelne Personalien noch ungeklärt. Fest steht: Politik und Verwaltung sollen jeweils zwei Vertreter aus ihren eigenen Reihen bestimmen. Je vier hingegen sind für die Kulturschaffenden und die Bürger vorgesehen. Hier wolle man abwarten, wer Interesse an einem dauerhaften Engagement in dem Gremium bekundet, so Kunz.

Teilnehmer für Lenkungsgruppe gesucht

Für die Umsetzung des Kulturentwicklungskonzeptes für Ribnitz-Damgarten soll eine Lenkungsgruppe gebildet werden. Jeweils vier Bürger und Kulturschaffende werden für die ehrenamtliche Arbeit in dem Gremium gesucht. Wer Interesse hat, für die Dauer von etwa eineinhalb bis zwei Jahren etwa alle sechs Wochen in der Gruppe zu arbeiten, kann sich per E-Mail im Büro für Tourismus und Kultur melden. Bei mehr als vier Bewerbern entscheidet das Los im Falle der Bürger. Die andere Gruppe wählt die Vertreter selbst. Anmeldungen und Fragen unter Angabe des Namens und Alters an: s.kunz@ribnitz-damgarten.de.

Die Betrachtung inhaltlicher Schwerpunkte auf der Veranstaltung fiel eher mager aus. Vorrangig müsse das neue Kulturkonzept attraktiv für die Stadtbevölkerung sein und sich weniger an den Touristen orientieren, so eine der Forderungen. Diesen Punkt unterstützte Silke Kunz nur teilweise. Die Stadt lebe überwiegend vom Tourismus, weshalb man ihn nicht von der Kultur trennen könne. Insgesamt bewertete sie die Kulturwerkstatt als „gelungene Veranstaltung“ mit demokratischem Kern.

Ähnlich sieht das auch Ina Lächelt-Schulz von der Laienspielgruppe „Schlündelgründer“. „Ich bin grundsätzlich froh, dass Gespräche über die Kultur in Ribnitz stattfinden. Ob das Konzept der richtige Weg ist, wird sich herausstellen, aber wenigstens wird gesprochen.“ Das, so Lächelt-Schulz, sei in der Vergangenheit selten der Fall gewesen.

Stadtkulturhaus bleibt vorerst bestehen

Am wichtigsten sei ihr jedoch die Frage, derer wegen die Diskussionen über ein Kulturkonzept erst entflammt sind: Was passiert mit dem Stadtkulturhaus? „Es wäre Irrsinn, wenn das Gebäude und das umliegende Areal verscherbelt werden“, stellte Lächelt-Schulz klar. „Ich habe den Eindruck, dass die Stadtverwaltung das nun auch begriffen hat.“ Das Ziel müsse es sein, das Stadtkulturhaus von der Liste der zu verkaufenden Objekte der Stadt zu entfernen.

Dazu Kunz: „Bevor das neue Kulturkonzept nicht umgesetzt ist, wird das Stadtkulturhaus nicht zur Disposition stehen. Erst müssen die Inhalte definiert werden, dann kann man über Räume und Einrichtungen für die Kulturschaffenden reden.“

Die Diskussion über das Stadtkulturhaus kam im Zuge der Privatisierungspläne der Stadt auf. In der sogenannten Migrationsliste der Verwaltung, die alle Maßnahmen auflistete, um das finanzielle Loch im Stadthaushalt zu stopfen, wurde unter dem Punkt „Privatisierung von kommunalen Objekten“ unter anderem auch das Stadtkulturhaus aufgeführt. Ursprünglich sollte es nur bis zum 31. Dezember 2018 als städtische Kultureinrichtung genutzt werden.

Flemming Goldbecher

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