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Ribnitz-Damgarten Bummel-Meile und Barther Geschichte fördern
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Bummel-Meile und Barther Geschichte fördern
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13:58 30.04.2019
Die beiden Stadtvertreter Kerstin Klein und Holger Friedrich treten auch bei der Wahl am 26. Mai wieder für die SPD an. Das Bürgerhaus liegt den beiden am Herzen. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Am 26. Mai wählen die Barther eine neue Stadtvertretung. Doch wer an den Laternen und Masten in Barth die Kandidaten der SPD sucht, sucht vergebens. „Wir haben uns entschieden, in diesem Jahr keine Plakate zu hängen“, erklärt Kerstin Klein, die bereits Stadtvertreterin ist und wieder antritt. „Wir hatten schon bei der vergangenen Wahl mit uns gehadert. Unsere Gesichter sind bekannt und ich finde es Wahnsinn, wie viel Müll da entsteht. Das ist Quatsch. In dem Punkt bin ich grün.“ Hinzu komme der finanzielle Aufwand, der auch nicht unerheblich sei. Das eingesparte Geld – insgesamt seien es 250 Euro – spende der SPD-Ortsverband stattdessen dem Barther Verein SC Star. „Den Verein gibt es erst seit eineinhalb Jahren in Barth und er hat schon über 100 Mitglieder“, sagt Kerstin Klein.

Bummel-Meile in der Saison

Neun Kandidaten stehen auf der Liste der SPD, sechs von ihnen sitzen bereits in der jetzigen Stadtvertretung. Ein wichtiges Thema für die kommende Wahlperiode sei die Lange Straße. „Da nun die Altstadtumfahrung kommt, müssen wir ernsthaft über eine Bummel-Meile in der Langen Straße nachdenken“, meint Kerstin Klein. Häufig sei das Thema diskutiert worden und es sei vor allem bei den Händlern umstritten, die befürchten, dass dadurch weniger Kunden in die Innenstadt kommen. Doch gerade mit Blick auf den Tourismus sei eine attraktive Innenstadt wichtig. Angedacht sei, dass in der Saison von Mai bis Oktober von 10 bis 17 Uhr kein Verkehr in der Langen Straße rollen soll. „Über die genauen Zeiten kann man ja noch diskutieren. Man könnte es doch zumindest mal versuchsweise machen. Man kann doch nicht etwas verteufeln, was man noch gar nicht ausprobiert hat. Eine verkehrsfreie Zone ist auch für die Außengastronomie interessanter.“ Um die Innenstadt attraktiver zu machen, könnten dort auch kleine Spielgeräte für Kinder aufgestellt werden. „Wo Kinder sind, halten sich auch die Eltern länger auf“, erklärt Kerstin Klein.

Urlauber nicht nach Stralsund karren

Großes Potenzial sehen sie und ihre Mitstreiter im Tourismusbereich bei den Flusskreuzfahrern. „Es müsste eine feste Tour durch Barth geben, die die Urlauber schon im Vorfeld buchen können. Es ist doch schade, dass sie hier ankommen und dann direkt mit dem Bus nach Stralsund gekarrt werden. Barth hat viel zu bieten und dass müssen wir den Urlaubern auch zeigen.“ Die entstehenden Einrichtungen, wie der Papenhof und das Bürgerhaus, würden die Stadt in Zukunft für Touristen und Einheimische noch attraktiver machen. Die 55-Jährige hofft, dass die Geschichte der Stadt noch mehr in den Fokus gerückt werde. „Die Barther Geschichte muss noch präsenter werden. Mit dem Papenhof sind wir auf einem sehr guten Weg.“ Dabei sei die Entscheidung, den Papenhof zu erhalten, nicht unumstritten gewesen. „Es gab Stadtvertreter, die den Papenhof abreißen wollten“, sagt Holger Friedrich, der sich immer für den Erhalt eingesetzt habe.

Den 62-Jährige, der bereits seit 1991 Stadtvertreter ist, stört vor allem, dass viele Beschlüsse in der Stadtvertretung jahrelang diskutiert werden. „Wie lange reden wir schon über eine einheitliche Parkgebührenordnung? Doch es gibt immer noch keinen Beschluss. Das muss doch nicht sein.“ Und dass sei sogar bei Beschlüssen so, wo von Anfang an klar sei, dass sie gefasst werden müssen. „Wie bei der Fremdenverkehrsabgabe“, fügt Kerstin Klein hinzu.

Junge Kandidaten bringen frischen Wind

Die beiden Stadtvertreter sind froh, dass unter den Kandidaten des SPD-Ortsverbandes zwei junge Vertreter, Sven Sternekieker und Ulli Herzog, seien, die den Fokus auf andere Themen richten. Sie hätten beispielsweise angeregt, dass die vorhandenen Wassersportmöglichkeiten in der Stadt ausgebaut werden sollten. „Wir haben ja schon die Drachbootler und die Segler, aber wir können noch viel mehr“, ist Kerstin Klein überzeugt.

Das sind die SPD-Kandidaten

Am 26. Mai wird in Barth eine neue Stadtvertretung gewählt. Auf der Liste der SPD stehen neun Kandidaten: Holger Friedrich, Kerstin Klein, Peter Papenhagen, Christa Klingner-Alert, Andi Wallis, Ramona Manns, Sven Sternekieker, Ulli Herzog, Jürgen Börmel

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Anika Wenning

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