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Ribnitz-Damgarten Stralsunder Kamerad übernimmt Kreisfeuerwehrverband
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Stralsunder Kamerad übernimmt Kreisfeuerwehrverband
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15:32 27.03.2019
Gerd Scharmberg (l.) trat nicht mehr für den Vorsitz des Kreisfeuerwehrverbandes an. Florian Peters (2.v.l.) wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt. Zum Vorstand gehören außerdem Frank Blohm (v.l.), Torsten Knaak, Kay Mittelbach, Mathias Barth, Andreas Redlich und Sven Friedrich. Quelle: Robert Niemeyer
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Trinwillershagen

Der Kreisfeuerwehrverband Vorpommern-Rügen bekommt einen neuen Vorsitzenden. Florian Peters wurde am Dienstagabend von den Delegierten der freiwilligen Feuerwehren des Landkreises an die Spitze des Verbands gewählt. Der 39-Jährige wohnt auf der Insel Rügen, ist Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gingst und hauptberuflich Chef der Stralsunder Berufsfeuerwehr. „Ich freue mich, dass ich mit einer so tollen Mannschaft dem Verband vorstehen darf“, sagte Peters nach der Wahl in Trinwillershagen.

104 der 143 anwesenden Delegierten stimmten für Peters, damit war bereits im ersten Wahlgang die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht. „Das Ergebnis hat mich überrascht. Ich bin noch nicht so lange bei der freiwilligen Feuerwehr und im Landkreis auch noch nicht so bekannt“, so der dreifache Familienvater.

Kommunikation verbessern

Unter seiner Führung solle die bislang gute Arbeit des Kreisfeuerwehrverbandes fortgeführt werden. „Und ich möchte die Kommunikation deutlich verbessern, die Sorgen und Nöte der Feuerwehren anhören“, so Peters. Ein Aspekt, der auch von anderen Kameraden an diesem Abend angesprochen worden war. „Wir sollten weniger übereinander und mehr miteinander reden“, sagte beispielsweise der Zingster Wehrführer Mathias Barth, der zum neuen Beisitzer in den Vorstand gewählt wurde.

Peters wolle außerdem die Feuerwehren bei der Mitgliedergewinnung stärker unterstützen. Zudem sollen die drei Feuerwehrtechnischen Zentralen (FTZ) in Grimmen, Bergen und Klockenhagen ausgebaut werden. „Wir müssen schauen, wo wir mit Hauptamtlichen die Ehrenamtlichen weiter entlasten können“, so Peters. In den FTZ können die Feuerwehren unter anderem ihre Technik warten lassen. Außerdem finden dort Lehrgänge statt.

Neue Vorstandsmannschaft

Die Mannschaft, die Peters nun die nächsten sechs Jahre an der Spitze begleitet, besteht aus den stellvertretenden Vorsitzenden Kay Mittelbach, Wehrführer in Dierhagen und Amtswehrführer des Amtes Darß-Fischland, sowie Sven Friedrich, stellvertretender Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Grimmen. Friedrich wurde dabei im zweiten Wahlgang gewählt, da er im ersten Durchgang nicht die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erreicht hatte. Im zweiten Durchgang reichen mehr als 50 Prozent der Stimmen aus.

Beisitzer im Vorstand sind neben Mathias Barth aus Zingst Andreas Redlich, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Stralsund – beide sind neu in den Vorstand gewählt worden – sowie die wiedergewählten Frank Blohm (Amtswehrführer Bergen) und Torsten Knaak (Feuerwehr Sassnitz).

Scharmberg tritt nicht an

Bei der nächsten Sitzung des Kreistages soll Florian Peters zum Ehrenbeamten auf Zeit ernannt werden. Offiziell im Amt ist er dann ab dem 18. Juni. Bis dahin läuft noch die Amtszeit seines Vorgängers Gerd Scharmberg (Feuerwehr Born). Seit 1994 gehört der 63-Jährige dem Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes an, seit März 2001 als Vorsitzender. „Wir haben in den Jahrzehnten viel erleben, erfahren und auch aushalten müssen“, sagte Scharmberg.

Eine der wohl schwierigsten Aufgaben sei die Zusammenführung der Kreisfeuerwehrverbände Nordvorpommerns und Rügens im Zuge der Kreisgebietsreform im Jahr 2013 gewesen. „Wir haben einige Zwistigkeiten überwunden“, meinte Scharmberg. Die Kreisverbände seien zusammengewachsen. Beleg dafür sei, dass er unter anderem von Wehrführern von der Insel Rügen am Dienstagabend als Kandidat zum Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes vorgeschlagen worden war, „ein Ritterschlag“, wie Scharmberg sagte. Dennoch lehnte er die Kandidatur ab, trat somit nicht mehr an.

Leichtes Knirschen

Ein Zeichen dafür, dass es an der einen oder anderen Stelle im Verband knirscht. Scharmberg verzichtete beispielsweise deshalb auf eine Kandidatur, weil er nicht gemeinsam mit Sven Friedrich im Vorstand zusammenarbeiten könne. Friedrich habe im Internet gegen Scharmberg gehetzt.

An anderer Stelle kritisierte der Wehrführer der Feuerwehr Rambin, Remo Redemann, das Vorgehen einiger Kameraden. Der 32-Jährige hatte sich als Kandidat für den stellvertretenden Vorsitz im Vorstand vorschlagen lassen, zog die Kandidatur jedoch zurück mit Hinweis auf einen unfairen Wahlkampf im Vorfeld der Verbandsversammlung. In diesem hatte Florian Peters mehreren Feuerwehrstandorten im Landkreis einen Besuch abgestattet, um sich vorzustellen. Ihm hatten sich Kay Mittelbach, Sven Friedrich, Mathias Barth und Andreas Redlich angeschlossen. Redemann war nicht dabei.

Und während Frank Blohm meinte, dass die Insel Rügen im Kreisfeuerwehrverband zu kurz komme, betonte Andreas Redlich einigermaßen vielsagend, dass im Verband endlich auch andere Meinungen zugelassen werden müssen.

Ehrung für Drescher

Immerhin in einem Punkt waren alle Delegierten einer Meinung: Die Ernennung des ehemaligen Landrates Ralf Drescher zum Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes. „Du hast, immer wenn es um die Feuerwehr ging, dein Wort gehalten“, sagte Gerd Scharmberg an Drescher gerichtet. Gerade während der Zusammenführung der beiden Kreisverbände habe Drescher mit Ruhe, Gelassenheit und Erfahrung dem Verband zur Seite gestanden. Und selbst zum Abschied aus dem Landratsamt hatte Drescher an die Feuerwehr gedacht. Anstatt um Abschiedsgeschenke bat Drescher um eine Spende für die Jugendfeuerwehren im Landkreis. 6505 Euro kamen zusammen. „Die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr war für mich immer eine Herzensangelegenheit“, so Drescher, dem die Kameraden mit stehender Ovation dankten.

Robert Niemeyer

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