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Ribnitz-Damgarten Strom-Brücken werden neu gebaut
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Strom-Brücken werden neu gebaut
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00:00 17.10.2018
Beide Brücken über den Alten Strom im Prerow, im Bild die östliche Querung, sind seit Beginn der Saison gesperrt. Quelle: Foto: Timo Richter
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Prerow

Wenn Heinrich Kleist an die Erneuerung der Brücken über den Alten Prerowstrom denkt, kribbelt’s ihm in den Fingern. Zu gerne würde er mit dabei sein, eine neue Holzkonstruktion über die einstige Verbindung zwischen Ostsee und Bodden zusammenzusetzen. Der heute 90-Jährige hat innerhalb von 24 Arbeitstagen über den Jahreswechsel 1990/1991 die östliche Brücke zusammen mit seinem Sohn Henning gebaut.

Holz-Pfeiler der Querungen in Prerow sind innen morsch / Schwimmbrücke für kommende Saison

Gesperrte Brücken

Beide Brücken rechts und links des Haupt-Strandzuganges sind seit Beginn der Saison gesperrt. Die Standsicherheit ist nicht mehr gewährleistet. Bürgermeister René Roloff hat zwischenzeitlich bedenkliche Aussagen eines Gutachters: Der Kern der hölzernen Standpfähle ist hüben wie drüben morsch. Allein die äußerste Schicht hält noch den Steg. Sogar Spuren der Schiffsbohrmuschel, die normalerweise nur in salzhaltigem Wasser zu finden ist, sind an den Stützen der Brücken zu finden. Klarer Fall, beide Brücken mussten sofort gesperrt werden.

Geplanter Ersatz

Beide Brücken sollen Ersatzneubauten weichen, wie es großformatige Hinweisschilder dokumentieren. Zwar drängt der Bürgermeister auf einen Neubau komplett aus Holz. Doch das wird sich kaum realisieren lassen, wie René Roloff zerknirscht eingesteht. Wenigstens die tragenden Säulen werden wohl aus Stahl sein. Bis zur nächsten Saison ist der Ersatz aber nicht zu erstellen. Schwimmende Brücken als Behelf werden aber das Gedränge am Hauptzugang am Bernsteinweg entspannen helfen. Die Elemente sollen im kommenden Frühjahr eingeschwommen werden.

Aufgetauchte Erinnerung

Derweil erinnert sich Heinrich Kleist an den Bau der Brücke. In seinem Tagebuch notiert er am 25. November 1990: Die ersten beiden Pfeiler eingespült, das ging gut. Später sollten es das Vater-Sohn-Gespann mit Frost zu tun bekommen, was die Arbeiten beschwerlich macht.

Eigentlich verdient sich Heinrich Kleist sein Geld mit Fischerei. „Das ist aber ein Glücksspiel“, sagt er jetzt. Also nimmt er schon früh jede Gelegenheit wahr, zusätzlich Geld in die Kasse zu spülen. Als „Holzwurm“ wird er von Gattin Luise bezeichnet. Und so sieht sich auch Heinrich Kleist. Er baut nicht nur die Brücke über den Alten Prerowstrom, er zimmert auch etliche Boote zusammen.

Allein während der 20. Auflage der Kleinen Fischländer Wettfahrt gehen fünf Boote aus der Werkstatt Kleists an den Start. Der Anleger am Alten Krug in Wieck und die in Müggenburg und auf der Kirr – darüber werden die Rinder des Gut Darß für die Sommerweide verschifft – hat der Prerower zusammengebaut. In Prerow selbst gilt Heinrich Kleist zudem als Experte für alte Dieselmotoren.

Gemachte Arbeit

Und da tauchen die Erinnerungen an den Brückenbau auf einmal wieder auf. Ehefrau Luise will auch vier Nägel eingeschlagen haben, hat eigenen Worten zufolge solange gestrichen, bis ihr schwindelig wird. „Ich kann das, ich habe die Möglichkeiten“ – so wiegt Heinrich Kleist 1990 die Aufgabe ab. Pfähle einzuspülen – das ist für den Fischmeister kein Problem. Das gehört für die Haltestangen von Reusen sozusagen zum Alltagsprogramm. Dann ist da die Arbeit mit Holz und Metall. Beides liegt ihm. Als „geborener Bootsbauer“ weiß er, mit Holz umzugehen, und hat für zahlreiche Zeesen-Eigner auch gleich noch das Segeltuch geschneidert.

Erneutes Kribbeln

24 Arbeitstage – vom 25. November bis Mitte Februar – braucht das Vater-Sohn-Gespann für den Bau der Brücke. Gleich nebenan werkelt ein mehrköpfiges Team an der westlichen Querung des Alten Prerowstroms. Trotz personeller Überlegenheit kann diese Brücke gerade einmal zwei Tage früher fertig gestellt werden. Der Traktor, der einst für die Arbeiten gebraucht wurde, steht wie gerade abgestellt auf dem Grundstück Heinrich Kleists. Die Tagebuchaufzeichnungen lassen den 90-Jährigen den Brückenbau wiedererleben. Und dann ist da dieses Kribbeln.

Brückenbau von Brücke aus

24 Arbeitstage benötigten Heinrich Kleist und sein Sohn Henning, um von November 1990 bis Februar 1991 die östliche Brücke über den Alten Prerowstrom zu bauen. Parallel entstand die westliche Querung. Das mehrköpfige Bauteam war nur zwei Tage früher fertig.

2Boote standen dem Fischmeister für den Transport des Materials zur Verfügung. Die Montage der Brücke erfolgte im Wesentlichen von der alten Querung des Alten Prerowstroms aus.

Timo Richter

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