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Ribnitz-Damgarten Tafel Bad Sülze: Umzug nach Ribnitz?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Tafel Bad Sülze: Umzug nach Ribnitz?
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15:51 12.07.2019
Mitarbeiter der Bad Sülzer Tafel sortieren Obst. Quelle: Volker Stephan
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Bad Sülze/Ribnitz-Damgarten

Schimmel, kaputte Toiletten, kalte Heizung, die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der Bad Sülzer Tafel könnten durchaus besser sein. „Die Bedingungen sind nicht wirklich günstig“, sagt Kerstin Dauer, geschäftsführender Vorstand des Vereins Tafel Bad Sülze. Vor Kurzem ist sie selbst aus ihrem Büro ausgezogen, arbeitet nun im Aufenthaltsraum. Das Gebäude sei mittlerweile in einem so schlechten Zustand, dass die Tafel dringend einen neuen Standort benötige, wie Bad Sülzes Bürgermeisterin Dr. Doris Schmutzer kürzlich festhielt. Die Suche nach neuen Räumen in Bad Sülze indes gestaltet sich offenbar schwierig. Mittlerweile, so Kerstin Dauer, werde sogar ein Umzug nach Ribnitz-Damgarten in Erwägung gezogen.

Verschiedene Möglichkeiten geprüft

„Wir sind nicht mehr abgeneigt, nach Ribnitz zu gehen“, sagt Dauer. Verschiedene Standorte habe sich die 50-Jährige angesehen. Recherchen hätten jedoch ergeben, dass auch in der Bernsteinstadt die Möglichkeiten beschränkt seien. „Wir müssten uns zwar von einigen Mitarbeitern trennen, aber wir könnten in Ribnitz-Damgarten beispielsweise mehr Menschen versorgen“, sagt Kerstin Dauer. In der Prager Straße gibt es bereits eine Ausgabestelle der Bad Sülzer Tafel, die freitags von 10 bis 11 Uhr geöffnet ist. Die Räumlichkeiten hier seien jedoch zu klein für den gesamten Betrieb.

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Auch verschiedene Optionen in Bad Sülze selbst seien geprüft worden. Entweder sei der Kauf einer Immobilie nicht finanzierbar gewesen oder die Miete zu hoch.

Am jetzigen Standort – das Gebäude neben der Schule und der Kindertagesstätte gehört der Stadt – zahlt die Tafel keine Miete, lediglich für ein paar Räume ein Nutzungsentgelt von 110 Euro. Hinzu kommen Betriebskosten und Kosten für Strom in Höhe von rund 750 Euro. Finanziert werden die laufenden Kosten durch Spenden und Einnahmen bei der Ausgabe der Lebensmittel. Jeder, der sich ein Lebensmittelpaket abholt, zahlt einen Unkostenbeitrag von zwei Euro.

Nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen

„Wenn ein bisschen was gemacht würde, könnten wir auch in den Räumen bleiben“, sagt Kerstin Dauer. Immer wieder machen jedoch auch Gerüchte die Runde, dass das Gebäude abgerissen werden soll. „Wir haben 19 Jahre durchgehalten und wir machen so lange weiter, wie es geht“, so die 50-Jährige, „aber wir suchen trotzdem. Wir können nicht eine mögliche Kündigung abwarten.“

„Wir sehen das Problem und auch, dass eine dringende Lösung erforderlich ist“, sagte Anke Haß, Leiterin der Amtsverwaltung Recknitz-Trebeltal, auf Anfrage. Verschiedene Optionen würden geprüft. Auch eine Sanierung sei nicht gänzlich vom Tisch. Ohne Fördermittel sei dieser Weg jedoch nicht möglich. „Es ist alles offen“, so Haß. Wichtig sei, eine wirtschaftliche und für die Tafel sozial verträgliche Lösung zu finden. Denn hohe Mieten könne sich der Verein nicht leisten. „Wir werden auf jeden Fall nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen“, sagte auch Bad Sülzes Bürgermeisterin Dr. Doris Schmutzer auf Anfrage. Heißt: Erst, wenn eine Lösung für die Tafel gefunden worden ist, werde überlegt, was mit dem Gebäude passieren soll.

Bis zu 700 bedürftige Menschen unterstützt die Bad Sülzer Tafel mit Lebensmitteln, die unter anderem von Supermärkten gespendet werden. In der Dahlienstadt, in Marlow, Semlow, Tessin, Tribsees und Ribnitz-Damgarten befinden sich Ausgabestellen. 30 Prozent der Nutzer sind Rentner, weitere 30 Prozent Kinder, 40 Prozent sind einkommensschwache Menschen. Bis zu 23 Mitarbeiter sind für die Tafel tätig, darunter unter anderem Bundesfreiwilligendienstler und Ein-Euro-Jobber.

Neues Kühlfahrzeug benötigt

Monatlich fahren die Mitarbeiter bis zu 10000 Kilometer, um bis zu 30 Tonnen Lebensmittel von 32 festen Spendern, unter anderem aus Berlin, Kiel oder auch Bremen, abzuholen. Und auch hier drückt derzeit der Schuh. „Das ist mit unseren derzeit zwei Kühlfahrzeugen und zwei Kühlanhängern nicht mehr zu schaffen“, sagt Kerstin Dauer. Deshalb wird ein drittes Kühlfahrzeug benötigt. Doch das kostet etwa 45000 Euro, eine Summe, die die Tafel nicht aus eigenen Einnahmen finanzieren kann. „Deshalb hoffen wir auf Spender, die uns unterstützen“, so Dauer.

Das Spendenkonto der Tafel Bad Sülze: BIC: NOLADE21GRW, IBAN: DE 05 1505 0500 0534 0016 70, Sparkasse Vorpommern.

Kontakt: Bad Sülzer Tafel e.V., Kastanienallee 10, 18334 Bad Sülze, Telefon: 038229/79641, E-Mail: tafelbad@gmx.de

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