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Ribnitz-Damgarten „Barth Appart“ auf dem Prüfstand
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Barth Appart“ auf dem Prüfstand
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14:46 12.04.2019
Die Wohnungsbaugesellschaft Barth plant die Gründung der Tochtergesellschaft „Barth Appart“. Quelle: Detlef Lübcke
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Barth

Eigentlich sollten die Stadtvertreter bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend der Gründung einer Tochtergesellschaft der Wohnungsbaugesellschaft Barth (Wobau), der sogenannten „Barth Appart“, ihre Zustimmung geben, doch die Bedenken waren zu groß. Die Wobau, die selbst eine Tochtergesellschaft der Stadt Barth ist, braucht für die Unternehmensgründung die Zustimmung der Stadtvertreter. Geplant ist ein Dienstleistungsservice für Ferienimmobilien. Zum Service sollen die Gästebetreuung, Reinigung, Wäscheservice, Kleinreparaturen sowie die Pflege der Außenanlagen gehören. Das Angebot richte sich an Immobilieneigentümer im Amtsbereich Barth, auf dem Darß und der Halbinsel Zingst.

Stadtvertreter Peter Hermstedt, der selbst im Aufsichtsrat der Wobau sitzt und dort dem Vorhaben noch zugestimmt hatte, äußerte bei der Stadtvertretersitzung als Erster seine Bedenken. „Ich muss meine anfängliche Zustimmung leider zurücknehmen“, erklärte er. „Die Grundidee ist prima, aber diese Gesellschaft ist mit der Kommunalverfassung nicht im Einklang.“ Ein Gemeindeunternehmen dürfe nicht in den Wettbewerb zu Privatunternehmen treten. „Das kollidiert mit der Kommunalverfassung. Deshalb stelle ich einen Antrag auf Vertagung“, erklärte Peter Hermstedt abschließend. Bevor darüber abgestimmt werden könne, müsse erst einmal die rechtliche Grundlage geklärt werden.

Hohe Nachfrage, keine Angebote

Friedrich-Carl Hellwig teilte die Sorgen nicht. „Auch mit dem Angebot von Mietwohnungen und dem Verkauf von Strom stehen wir in Konkurrenz mit anderen Unternehmen. Dort sind wir also in einer ähnlichen Situation“, erklärte der Barther Bürgermeister. „Aber wenn es Bedenken gibt, können wir das gerne noch einmal prüfen lassen.“ Für ihn stehe allerdings im Vordergrund, dass für das Problem der Vermieter schnellstmöglich eine Lösung gefunden werde. „Wir haben mittlerweile über 15 Nachfragen bei der Barth-Info zu diesem Thema und diese Leistungen werden leider nicht durch Dritte hier in Barth erbracht. Es ist in unserem Sinne, dass wir eine Lösung finden“, sagte Friedrich-Carl Hellwig. Der Geschäftsführer der Wobau, Reinhard Marx, sei deshalb auf die Idee gekommen, diesen Dienstleistungsservice als Tochtergesellschaft der Wobau zu gründen.

Die Bedenken von Peter Hermstedt teilten auch andere Stadtvertreter. Nicht nur der Eingriff in die Privatwirtschaft sei ein Problem, auch das Personal. Es sei fraglich, ob es überhaupt Möglichkeiten gebe, Mitarbeiter zu finden. Und selbst wenn man diese finde, würde man sie den anderen Unternehmen wegnehmen. Die Wobau solle sich stattdessen lieber auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und ihre Priorität darauf setzen, den Leerstand der Wohnungen zu verringern.

Stadtvertreter Frank Schröter erkundigte sich, inwiefern die Stadt denn Gespräche mit privaten Firmen geführt hätte. „Ich habe nämlich selbst mit Firmen gesprochen, die Interesse bekundet haben“, sagte er. Friedrich-Carl Hellwig erwiderte, dass es zwar keinen öffentlichen Aufruf seitens der Stadt gegeben habe, einzelne Unternehmen allerdings angesprochen wurden seien, die jedoch kein Interesse gezeigt hätte. Wenn es Unternehmen gebe, die Interesse hätten, würde ich sich gerne mit Ihnen in Verbindung setzen.

Anika Wenning

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