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Ribnitz-Damgarten Traditionshotel in Wustrow niedergebrannt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Traditionshotel in Wustrow niedergebrannt
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12:54 16.06.2019
Mehr als 100 Feuerwehrleute waren beim Brand im Ostseehotel in Wustrow im Einsatz. Quelle: Carolin Riemer
Wustrow

Mehr als 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren kämpfen mitten in der Nacht zum Sonnabend gegen die Flammen: Das „Ostseehotel Wustrow“ ist trotzdem nicht mehr zu retten. Der Sachschaden wird später auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.

Das Reetdach des beliebten Hotels brennt in vollem Ausmaß. Was das Feuer nicht zerstört hat, wird das Löschwasser tun. „Es sind alle Einsatzkräfte zwischen Ribnitz-Damgarten und Zingst im Einsatz, aber das Feuer unter Kontrolle? „Das wäre übertrieben“, sagt Kay Mittelbach, Amtswehrführer des Amtes Darß-Fischland, gegen Mitternacht. Doch die Einsatzkette funktioniert. Feuerwehr, Rettungsdienst, Notfallseelsorger, Polizei – alle stehen bereit, um den 71 Gästen des Hauses, die hier eigentlich einen ruhigen Urlaub verbringen wollten, zur Hilfe zu eilen. Die Landesstraße 21 ist beidseitig gesperrt. Auch in der Nacht bildet sich ein Stau. Blaulichter flackern. Dabei fing diese Katastrophe so banal an.

Nur noch ein Bier

Gegen 22.30 Uhr klopfte ein Gast gegen die Küchentür im Ostseehotel Wustrow. Restaurantleiterin Andrea Euler und Azubi Lisa Großmann bereiten gerade das Frühstück für den kommenden Tag für die Gäste des Traditions-Hotels vor. „Der Mann wollte eigentlich nur noch ein letztes Bier bestellen und sagte dann aber, dass es an einer Ecke des Hotels qualmen würde.“ Die beiden jungen Frauen reagieren sofort und informieren ihren Chef. Sie lösen die Sirene aus und warnen damit ihre Gäste vor dem Feuer. Dann geht alles ganz schnell.

Das Ostseehotel in Wustrow ist in der Nacht von Freitag zu Samstag abgebrannt. Mehr als einhundert Feuerwehrleute waren im Einsatz

Hotelchef Hendrik Schinkmann läuft über die Straße, vorbei an unzähligen Feuerwehrautos. Er versucht seine Gäste zu beruhigen, die etwa einhundert Meter entfernt auf der Straße stehen und die Flammen ungläubig betrachten. Viele von ihnen werden in dieser Nacht im „Ostseehotel Dierhagen unterkommen“. Obwohl das Herz des Hotelchefs blutet, weil er sieht, wie sein Haus noch immer brennt, kümmert er sich um seine Gäste. Taxifahrer Marian Pagels und andere Kollegen sind schon unterwegs und holen die ersten Urlauber ab, um sie in die neue Unterkunft zu bringen.

„Wir machen in diesem Hotel seit fast 30 Jahren Urlaub. Jedes Jahr“, sagt Raphael Schmidt-Schmügg aus dem Schwarzwald. er ist in eine wärmende Isoloierdecke gehüllt, seine Tochter Anna-Lea sitzt mit einer Freundin neben ihm. „Das ist alles so surreal“, sagt sie. Dabei hatten sie einen schönen Urlaub. „Für einen Sonnenbrand hat es gereicht“, sagt Schmidt-Schmügg und lächelt ein bisschen. Alle sind froh, dass niemand verletzt wurde und die Einsatzkräfte so schnell reagierten. „Nächstes Jahr kommen wir wieder ins Ostseehotel Wustrow. Es wäre schön, wenn es wieder genauso aufgebaut werden würde –auch mit dem Reetdach.“

Gummibärchen und Kekse

Zu dieser Zeit weiß noch niemand genau, wie es zu dem Großbrand kommen konnte. Kreiswehrführer Gerd Scharmberg ist sich aber sicher, dass der Brand außerhalb des Hauses entstand. Doch für konkrete Informationen ist es zu dieser Zeit noch zu früh. Auch Notfallseelsorger und Pastor Hanns-Peter Neumann ist mit einem siebenköpfigen Team vor Ort. Andrea Wagner verteilt Gummibärchen, Kekse, Decken, Taschentüchen und „gute Worte“, wie sie sagt. „Zu einem wirklichen Notfall ist es aber heute Nacht zum Glück nicht gekommen. Natürlich haben die Gäste Fragen, wie sie an ihr Gepäck kommen. Wo sie nun schlafen können. Ein Gast brauchte sein Sauerstoffgerät, aber wir konnten alles schnell regeln“, sagt der Pastor. Fast alle Einsatzkräfte sind seit Stunden ehrenamtlich und unentgeltlich auf den Beinen. Das Dach des Hotels qualmt auch noch Stunden später. Trotzdem ein Beweis: Niemand ist verletzt. Die Rettungskette hat funktioniert.

Erst Samstagnachmittag wird der Einsatz beendet. Viele Kameraden waren fast zwölf Stunden im Einsatz. Im Laufe des Sonnabends werden die Feuerwehren aus Pantlitz, Ahrenshagen und Pruchten nachalarmiert. Die Kameraden helfen beim Aufräumen, übernehmen die Brandwache und pumpen den Keller des zerstörten Hauses leer.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war von einer Raucherecke, in der der Brand entstanden sein könnte die Rede. Diese Vermutung bestätigte sich nicht.

Carolin Riemer

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