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Ribnitz-Damgarten Trotz Kostenexplosion: Zuspruch für Schulzusammenlegung in Barth
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Trotz Kostenexplosion: Zuspruch für Schulzusammenlegung in Barth
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12:00 04.12.2019
Der Gymnasialteil des Gymnasialen Schulzentrums in Barth. An diesem Standort soll ein Anbau für die Regionalschüler entstehen. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Trotz der immensen Kostenexplosion soll die Stadt Barth an der Planung der Schulzusammenlegung festhalten und Fördermittel einwerben. Dafür haben sich Mitglieder des Ausschusses für Schule und Soziales bei ihrer Sitzung am Montagabend mehrheitlich ausgesprochen. Es gab bei der Abstimmung nur eine Enthaltung.

Bei der Sitzung im September, bei der der Architekt Uwe Seidenschnur vom Rostocker Planungsbüro Inros Lackner die Detailplanung vorgestellt hatte, war bekannt geworden, dass die Kosten von ursprünglich sechs Millionen Euro auf 18 Millionen Euro steigen. „Und da ist noch nicht das Inventar und ein Sportplatz mit eingerechnet“, sagte der Ausschussvorsitzende Frank Schröter am Montagabend.

Gespräch mit der Landesregierung

So gehen neue Zahlen, bei denen auch die Ausstattung und die Außenanlagen eingerechnet wurden, von knapp 22 Millionen Euro aus. „Aber jetzt müssen wir das durchziehen. Das ist zumindest meine Meinung. Aber natürlich geht das nur, wenn wir mehr Fördermittel bekommen“, erklärte Frank Schröter.

Wie die Chancen hierfür stehen, könne man nicht abschätzen, erklärte Anja Gabriel, Amtsleiterin des Barther Bürgeramtes. Am 8. Januar habe der Bürgermeister einen Termin bei der Landesregierung. Dort werde er die neuen Planungen vorstellen und um Unterstützung bitten.

Derzeit gebe es zwei Fördermittelanträge. Einen für den Anbau am Gymnasialen Schulzentrum am Standort Uhlenflucht. Hier sollen dann die Regionalschüler unterrichtet werden. Und einen zweiten Antrag für den Umbau der Regionalen-Schule in der Bertold-Brecht-Straße. Hier sollen nach dem Umbau Grundschule und Hort einziehen.

Kosten ursprünglich bei 6 Millionen Euro

Die ursprüngliche Kostenschätzung lag bei sechs Millionen Euro, 4,9 Millionen für den Anbau und 1,1 Millionen für Umbau der Regionalen Schule. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt eine Fördermittelzusage über 4,2 Millionen Euro bekommen, hinzu würden dann 1,8 Millionen Euro Eigenmittel kommen. „Das beruht aber auf der alten Kostenschätzung“, sagte Anja Gabriel. Jetzt müsse man schauen, welche Fördermöglichkeiten es zusätzlich gebe. „Wir müssen gucken, dass wir es irgendwie hinkriegen. Wir haben keine andere Wahl. Alles so zu lassen, wie es ist, ist nämlich keine Möglichkeit“, meinte die Amtsleiterin.

Denn die Situation an der Nobert-Grundschule sei nicht lange tragbar. „Darunter leiden vor allem die Schüler, die aktuell hier beschult werden.“ Denn auch wenn die Brandschutzmaßnahmen umgesetzt wurden, gebe es an der Schule noch jede Menge Baustellen.

Unter Zeitdruck

Nicht angesprochen wurde bei der Sitzung des Schulausschusses am Montagabend der zeitliche Druck. Denn die Förderung wird nur gezahlt, wenn die geplante Schulzusammenlegung bis 2022 abgeschlossen ist. „Wir werden auch dieses Thema bei dem Gespräch im Ministerium ansprechen. Solche großen Projekte werden nicht mit dem Zauberstab realisiert“, sagte Anja Gabriel.

Das brauche Zeit und Geld. Die Stadt hoffe deshalb auf einen Aufschub. „Allerdings müssen wir auch bedenken, dass wir schon seit 2015 über die Schulzusammenlegung sprechen“, sagte Anja Gabriel. Zu viel Zeit dürfe für die Umsetzung auch nicht draufgehen.

Friedrich Carl Hellwig, Bürgermeister von Barth. Quelle: privat

Dass der Weg kein einfacher wird, das ist dem Barther Bürgermeister bewusst. „Wir wissen jetzt, wohin wir wollen, aber wie wir das genau erreichen können, kann ich auch noch nicht sagen“, erklärte Friedrich-Carl Hellwig. „Wir müssen jetzt loslaufen und an den verschiedenen Stellen Hilfe holen.“ Das Gespräch am 8. Januar sei ein Startpunkt. „Wir wollen das Optimale für die Schulen in Barth und müssen alles dafür tun“, erklärte der Bürgermeister.

Kostenexplosion durch Inklusion

Dass die Kosten so extrem gestiegen seien, habe vor allem mit dem Thema Inklusion zu tun. „Das hängt nicht mit den gestiegenen Baukosten zusammen. Das Bildungssystem hat sich in den vergangenen Jahren so rasant geändert, sodass wir baulich darauf reagieren müssen. Wir haben einen ganz anderen Raumbedarf. Wenn wir die ursprüngliche Planung so durchziehen würden, würde das den neuen Anforderungen nicht gerecht werden. Wir sind alle davon überzeugt, dass das qualitativ nicht optimal wäre“, erklärte der Bürgermeister und fügte mit Blick auf die Planungen hinzu: „Ich bin mir auch nicht sicher, ob wir das alles durchsetzen können, aber wir müssen es probieren.“

Wie viel Eigenmittel die Stadt selbst aufbringen könne, könne und wolle er zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, erklärte der Bürgermeister gegenüber der OZ. Zunächst müsse man erst einmal schauen, wie die Gespräche mit der Landesregierung laufen.

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Von Anika Wenning

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