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Ribnitz-Damgarten Umweltinitiative setzt sich für pestizidfreie Kommune ein
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Umweltinitiative setzt sich für pestizidfreie Kommune ein
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17:17 16.05.2019
Die Mitglieder der Umweltinitiative möchten möglichst viele Menschen für das Thema pestizidfreie Kommune interessieren, so mit diesem Info-Stand im Freilichtmuseum Klockenhagen. Quelle: Thomas Raskop
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Ribnitz-Damgarten/Klockenhagen

Die „Initiative für Leben, Landwirtschaft, Natur und Tourismus“ im Ribnitz-Damgartener Ortsteil Klockenhagen setzt sich seit Jahren für eine ökologische und sozialverträgliche Landwirtschaft ein. Deren Mitglieder möchten vor allem erreichen, dass auf den landwirtschaftlichen Flächen in der Region Ribnitz-Damgarten auf den Einsatz von Pestiziden gänzlich verzichtet wird. In Deutschland werden ca. 750 verschiedene Pestizide in der Pflanzenproduktion eingesetzt. Das umstrittene Totalherbizid Glyphosat ist eines davon. „Durch die Ausbringung von Pestiziden wird die Artenvielfalt verringert. Andere negative Effekte auf Boden, Wasser und Umwelt, auch auf den Menschen, sind dokumentiert, werden aber unterschiedlich bewertet. Eine dem Gemeinwohl verpflichtete Kommune sollte mögliche Risiken durch Anwendungsverzicht ausschließen“, heißt es seitens der Umweltinitiative.

Stadtverwaltung hat erste Schritte unternommen

Einen ersten Schritt hat die Stadt Ribnitz-Damgarten bereits gemacht. Seit mehreren Jahren dürfen auf versiegelten Freilandflächen, dazu gehören unter anderem Hofflächen und Garageneinfahrten, keine Chemikalien mehr zur Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Dies betrifft sowohl private als auch kommunale Grundstücke. Aber wie ist es mit den an Landwirte der Region verpachteten landwirtschaftlichen Flächen der Stadt, fragen die Mitglieder der Initiative. Wie sollen diese Flächen in Zukunft bewirtschaftet werden? Dabei geht es immerhin um insgesamt 1312 Hektar, davon sind 709 Hektar Acker und 544 Hektar Grünland, die an 13 Landwirte verpachtet sind. Allein 800 Hektar städtische Pachtfläche werden vom Gut Klockenhagen bewirtschaftet. Das hat mittlerweile auf den Einsatz von Glyphosat verzichtet und auf Dauergrünland sowie Ackerflächen vollständig auf ökologischen Anbau umgestellt.

Die Umweltinitiative setzt sich nun dafür ein, dass auch auf den anderen von der Stadt verpachteten Flächen auf Pestizide verzichtet wird. Die Klockenhäger Initiative fordert, dass die Stadt auf den ihr gehörenden Flächen deren Ausbringung verbietet und in die neu zu schließenden Pachtverträge eine entsprechende Klausel aufnimmt. Die meisten der mit den Landwirten abgeschlossenen Verträge laufen 2020/2021 aus.

Antworten der Fraktionen waren sehr dürftig

Die Umweltinitiative wandte sich im Dezember letzten Jahres an die Fraktionen der Stadtvertretung, um deren Positionen hierzu zu erfahren. Dabei ging es um die Fragen, wie sie sich zum Thema „Pestizidfreie Kommune“ positionieren wollen und in welcher Form dies in den Neuausschreibungen der Pachtverträge berücksichtigt und wie eine ökologische und sozialverträgliche Landwirtschaft gefördert werden soll. „Die Antworten der Fraktionen darauf waren leider inhaltlich sehr spärlich“, so Thomas Raskop, einer der Initiatoren.

Aus diesem Grund wurden sie Anfang März nochmals mit denselben Fragen angeschrieben. Nachdruck wurde dem Ganzen durch den Hinweis verliehen, dass mehrere Hundert Bürger das Anliegen der Initiative mit ihrer Unterschrift unterstützen. „Dies ist gelebte Demokratie, eine klare Meinungsäußerung mit dem Wunsch, Zukunft mitzugestalten. Ob die Pestizidfreiheit nun ein Thema für die einzelnen Parteien und Wählerbündnisse im Wahlkampf ist, wird sich zeigen“, heißt es seitens der Initiative.

Für viele Bürger und Besucher der Stadt sei es jedenfalls wichtig, wenn auf den Einsatz von Pestiziden in einem staatlich anerkannten Erholungsort verzichtet werde und sich somit die Lebensqualität der Menschen erhöht, machen die Mitglieder der Umweltinitiative abschließend deutlich.   

Edwin Sternkiker

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