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Ribnitz-Damgarten Wo Klimaflüchtlinge Schutz finden und Möwen Kurtaxe kassieren
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Verrückte Kostüme und tolle Stimmung beim Borner Maskenball

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19:19 19.01.2020
Die ersten „Klimaflüchtlinge“ haben die Halbinsel Fischland-Darß-Zingst erreicht. In Born wurden sie am Sonnabend von den Gästen des Maskenballs bereits gespannt erwartet. Quelle: Susanne Retzlaff
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Born

Sie sind wirklich da. Am Samstagabend erreichten die ersten „Klimaflüchtlinge“ die Halbinsel. Drei Inuit hatten Kind und Kegelrobbe auf ihren Hundeschlitten geladen und sich bis nach Born durchgeschlagen, wo sie ebenso sehnsüchtig wie gespannt von den Gästen des traditionsreichen Maskenballs erwartet worden waren. „Bis vor 20 Minuten konnten wir nicht sicher sein, ob sie oder die anderen es überhaupt hierher schaffen“, verriet ein leuchtend-bunter Paradiesvogel mit Irokesenschnitt der OSTSEE-ZEITUNG. Borns Bürgermeister Gerd Scharmberg hatte es sich auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen, den ersten Maskenball des Jahres 2020 seiner Gemeinde zu moderieren, kongenial ergänzt durch einen gut aufgelegten Michael Gabbert, Leiter der Original Mecklenburg-Vorpommerschen Blaskapelle.

Beim Borner Maskenball ging es am Wochenende hoch her.

Vorher gehörten Saal und Parkett allein den Gästen, die den Gruppen in Sachen Kostümierung keine Konkurrenz machen: hier ein Hütchen, dort die Haare schön. Mit jeder Menge guter Laune im Gepäck nutzen sie den noch vorhandenen Platz. Denn frühes Kommen sichert auch den Stammtisch, wissen erfahrene „Maskenballer“. Ihren verteidigen die Borner Monika (nicht verwandt oder verschwägert) Scharmberg, Regina Saremba, Klaus, Dieter und Monika Wegner seit „mindestens 28 Jahren“. Nur ein einziges Mal saßen sie woanders.

Noch nie gab es eine Maske doppelt

In Born ist ja einiges anders, auch der Fasching. Von den beiden Bällen, die zu Jahresbeginn veranstaltet werden, ist besonders der erste Gradmesser für die Faschingsstimmung im Boddendorf. Niemand weiß vorher, ob und wie viele Maskenbilder wann zur Veranstaltung kommen. So sind Christa Saatmann, Angela Kaiser, Elvira Burstika, Dita Erlebach und Heidelore Weimann aus Born beim ersten Maskenball einfache Gäste und gegebenenfalls vollkostümierte Gäste beim zweiten Maskenbal. Ronald und Christine Schenk aus Wieck besuchen seit mindestens 20 Jahren den Ball und hatten sich unter anderem schon als „Badewannen“ aufs Parkett gewagt, in diesem Jahr waren sie „nur“ Gäste. Doch nie hätten Neugier und Spannung nachgelassen, sagen sie. „Immer noch rätseln wir jedes Mal, wer hinter den Masken steckt, wir versuchen zum Beispiel, es am Tanzstil herauszufinden. Noch nie gab es übrigens eine Maske doppelt“, staunte Christine Schenk. Sie hoffte, nicht wieder in die Jury zu kommen, denn „das ist richtig schwierig“. Die Jury, drei Damen und Herren aus dem Kreise der Gäste, wurden von Scharmberg im Laufe des Abends berufen, sie sollen Kreativität und Originalität der Masken, aber auch die Stimmung beurteilen, die sie verbreiten, denn bis zur Demaskierung müssen sie tanzen, tanzen, tanzen.

Wieder erhob sich die Blaskapelle. Nach den „Klimaflüchtlingen“ geleitete sie fünf „Strandräuber“ in den Saal. Auf den ersten Blick sind es Möwen, die da Müll und Muscheln sammeln, aber würden die tatsächlich auch Kurtaxe kassieren? Und warum ziehen sie Scharmberg die Ohren lang? Mit Segelboot und Bauchladen, Netz, Nixe, Käpt'n und Angel liefen die „Fischermeister“ ein. Aber nicht etwa die Fischweiber sind es, die sich keifend streiten, es sind die Burschen, die nicht aufhören konnten, sich ihren Fang um die Ohren zu schlagen. Gut, dass nun auch vier gut gepolsterte „Tamagotchis“ die Szene betraten.

Maskenball ist eine Borner Tradition

Maskenball-Moderator Scharmberg bekommt seinen Regenbogen-Blick, denn wieder macht sich Blaskapellmeister Gabbert auf den Weg, um Maskenbilder abzuholen. Einen Hauch von Poesie tragen zwei zarte „Pusteblumen“ in den Saal, die manchen Gast zum Nachdenken brachten: „Früher war mehr Fantasie und Handarbeit ...!“ Christine Schenk hat es doch erwischt, sie ist in der Jury und nimmt die Strandräuber unter die Lupe, während „Kollege“ Dieter Wegner sich mit Stift und Block ausgerüstet hat und genau notiert, wie ein Tamagotchi tanzt. Doch was ist das, Handarbeitsstunde? Noch ein Maskenbild betritt den Saal, mit spitzen Nadeln und heißen Eisen überraschten zwei Schneider und zwei Wollknäule.

Eine Tanzfläche ist nicht mehr genug, in der separaten Disco und durch die Gänge drehen sich Paare. Christiane Teske, Gudrun Kafka und Karina Lange aus Born sind Stammgäste: „Es ist eine Borner Tradition, tolles Gemeinschaftsgefühl, auch weil Jung und Alt gemeinsam feiern“. Und die Demaskierung beweist Gerd Scharmberg wieder einmal: „Die verkleidungsfreudigen Fans des Borner Maskenballs kommen aus den Boddendörfern Born und Wieck, von dieser Gemeinsamkeit lebt diese Tradition.“

Am Ende vergab die Jury in der Kategorie „Schöne Masken“ den 1. Preis an „Die Klimaflüchtlinge“. Die Darsteller sind aus Born und wahre Urgesteine des Borner Maskenballs. In der Kategorie „Originalität“ ging der 1. Preis an „Die Fischermeister“ .

Von Susanne Retzlaff

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