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Ribnitz-Damgarten Vineta-Museum eröffnet Nobert-Ausstellung
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Vineta-Museum eröffnet Nobert-Ausstellung
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16:40 26.02.2019
Dr. Jürgen Hamel bereitet die Kabinettausstellung „Friedrich Adolph Nobert - Optiker, Erfinder, Barther Bürger“ im Vineta-Museum vor. Quelle: Anika Wenning
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Barth

Friedrich Adolph Nobert guckt grimmig in die Kamera. „Wenn man dieses Porträtfoto sieht, bekommt man einen ganz falschen Eindruck von ihm“, berichtet Dr. Jürgen Hamel. Gemeinsam mit Prof. Dr. Dieter Weiss aus Rostock hat der Astronomiehistoriker aus Bartelshagen II zu dem Barther Erfinder und Optiker geforscht und Überraschendes festgestellt. „Persönlich war von ihm bisher nichts bekannt. Man hat immer gedacht, dass er ein Eigenbrötler war, der abgeschieden von der Welt geforscht hat und sich immer missverstanden gefühlt hat“, berichtet der 67-Jährige. „Aber unsere Arbeit hat gezeigt, dass man bisher ein ganz falsches Bild von ihm hatte. Der Mann ist 1881 gestorben und wir haben endlich dafür gesorgt, dass ihm Gerechtigkeit widerfährt. Wir haben ein vollkommen neues Bild von ihm entworfen.“ Friedrich Adolph Nobert (1806-1881), Sohn des Barther Uhrmachers Johann Friedrich Nobert, stellte leistungsfähige Mikroskope, Schiffschronometer und Haus- und Standuhren her.

Weltberühmter Erfinder

Die neuen Erkenntnisse gewannen Dieter Weiss und Jürgen Hamel vor allem aus Briefwechseln Noberts mit Optikern, Astronomen und Mikroskopikern. „Die Briefe stammen aus der Berliner Staatsbibliothek, der Universitätsbibliothek in Greifswald und dem Deutschen Optischen Museum in Jena“, berichtet der 67-Jährige. „Schon zu Lebzeiten war Nobert weltberühmt und hat seine Mikroskope und Prüfplatten in alle Welt verkauft. Überall hat er dafür höchste Anerkennung bekommen. Noberts Prüfplatten waren weltweit Standard. Schon als junger Mann Anfang 20 war er sehr selbstbewusst. Aber das war keine Aufschneiderei. Er wusste, was er kann.“ Wenn Jürgen Hamel von Friedrich Adolph Nobert spricht leuchten seine Augen. „Das Thema hat mich gepackt.“

Doch das war nicht von Anfang an so. Der frühere Bürgermeister und jetzige Landrat Dr. Stefan Kerth, gelernter Optiker, habe ihn immer wieder angesprochen, ob er etwas Neues über Friedrich Adolph Nobert herausgefunden habe. „Ich wollte an Nobert eigentlich nie ran, die Mikroskopie ist ja eigentlich überhaupt nicht mein Thema. Aber Herr Kerth hat keine Ruhe gegeben und hat mich immer wieder genervt“, sagt Jürgen Hamel und lacht. „Irgendwann habe ich dann nachgegeben.“ Dass er auf so interessante Briefe und Fakten trifft, hätte er damals allerdings nicht gedacht.

Ausstellung wird Donnerstag eröffnet

Neben den Briefwechseln haben sich Jürgen Hamel und Dieter Weiss auch darum bemüht, Objekte des Erfinders und Optikers zu leihen oder zu kaufen. Die Objekte werden im Barther Vineta-Museum bis Ende Mai im Rahmen einer Kabinettausstellung, die am Donnerstag, 28. Februar, um 19 Uhr eröffnet wird, ausgestellt. Auch ein Original-Mikroskop mit dem Nobert selbst gearbeitet hat, befindet sich unter den Ausstellungsstücken.

An diesem Abend wird auch das neue Buch aus der Schriftenreihe „Beiträge zur Geschichte der Stadt und des Amtes Barth“, die dritte Veröffentlichung des Stadtarchives Barth, präsentiert. Neben einem Beitrag über Friedrich Adolph Nobert werden unter anderem auch aktuelle Studien über Pommernherzog Bogislaw XIII., Tauchpionier Peter Kraeft und Kaiser Wilhelm veröffentlicht. „Es handelt sich um komplett neue Forschungsergebnisse“, erklärt Jürgen Hamel. „Es werden völlig neue Aspekte der Stadtgeschichte beleuchtet.“

Öffnungszeiten

Die Kabinettausstellung „Friedrich Adolph Nobert –Optiker, Erfinder, Barther Bürger“ wird am Donnerstag, 28. Februar, um 19 Uhr eröffnet. Bis Ende Mai kann die Ausstellung besucht werden.

Das Vineta-Museumin Barth, Lange Straße 16, hat immer dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr und sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Montags bleibt das Museum geschlossen. Erwachsene zahlen fünf Euro Eintritt, ermäßigt vier Euro. Neben der Kabinettausstellung gibt es auch eine Sonderausstellung über den Maler Oscar Achenbach.

Anika Wenning

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