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Ribnitz-Damgarten Von Wölfen und Aliens: Bartherin schreibt Fantasy-Romane
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Von Wölfen und Aliens: Bartherin schreibt Fantasy-Romane
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00:26 19.09.2015
Josi Saefkow (17) aus Barth zeichnet die Illustrationen für ihre Fantasy-Romane. Quelle: Fotos: Frank Burger
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Barth

„Wenn ich male, dann bin ich woanders. Als ob ich nicht auf dieser Welt bin“, sagt Josi Saefkow über sich. Die Bilder scheinen davon zu zeugen: Es sind Fantasy-Gestalten, Fantasy-Szenen. Wie aus einem Computerspiel oder aus einer Fantasy-Serie im Fernsehen. Drachen, Wölfe mit sechs Beinen, menschenähnliche Wesen, halb Alien, halb von dieser Welt.

Schwarze Schlangen. Die meisten dieser Bilder sind Illustrationen für ihre Bücher wie „Herrscher der Wüste“. Der Fantasy-Roman erschien im „tredition“-Verlag. Die 17-jährige Gymnasiastin schreibt über die beiden Völker der Tatshura und Nutsharu, die sich seit langer Zeit feindlich gegenüber stehen. Der Verlag hat das Werk der Bartherin zum „Buch des Monats Juli 2015“ gekürt.

Fantasy-Gestalten — Wüstenroman mit imaginären Völkern. Nicht von dieser Welt also. Doch weit gefehlt. Wer genau hinschaut, wer genau liest, dem wird klar: Es geht auf den Bildern und im Buch genau um diese Welt. Um unsere Welt. „Gefahr, Liebe und Abenteuer sind meine Themen. Doch die Geschichten sind nur Metaphern für Probleme der täglichen Gegenwart. „Ich beschreibe Mobbing, den Umgang mit Außenseitern mit Menschen, die anders sind. Ich möchte beschreiben, wie man es besser machen kann“, sagt Josi Saefkow. Tagtäglich setzt sich die Gymnasiastin mit den Problemen ihrer unmittelbaren Umgebung auseinander. Probleme, die auch ihre sind. Bin ich anders?, fragt sie sich. Warum bin ich so? Und: Wie gehen andere mit mir und dieser Andersartigkeit um? Was kann man besser machen? Diese Fragen beschäftigen sie. Mit der Malerei und dem Schreiben hat sie Ausdrucksformen für ihre Gedanken gefunden.

„Sie konnte schon malen, als sie noch gar nicht zu laufen in der Lage war“, sagt ihre Mutter Martina Saefkow lachend. Als Fünfjährige gewann Josi einen Malwettbewerb eines Einkaufsmarktes. Das Malen wurde zu ihrer Passion. Das kleine Mädchen spielte nicht mit Barbies. Josi wurde durch die Dino-Zeit geprägt. Monster und Drachen. „Ich will damit auch gar nicht aufhören“, sagt sie. Zuerst waren es nur Bilder auf A4. Dann wurden die Formate größer. Josi begann mit Acryl zu malen und seit dem vergangenen Jahr entstehen in ihrem kleinen Zimmer ausschließlich Leinwandbilder. Ein großes Bild ziert die Hofmauer ihrer Familie. Die Figuren werden immer lebendiger, feiner. Menschen und Tiere gesellen sich zu den Fantasy-Gestalten.

Seit zwei Jahren schreibt Josi Saefkow. Alles begann mit einem Comic, den sie zeichnete. Die Verbindung zwischen Malen und Schreiben. „Ich habe dann gleich einen ganzen Roman draus gemacht“, sagt sie rückblickend. Daraus ist „Dschungel der Zweibeiner“ entstanden. Ein Buch in drei Teilen, das noch nicht veröffentlicht worden ist. Das soll aber nachgeholt werden. Fast fertig ist ihr dritter Roman „Verborgene Seelen“. Bis zum Jahresende müssen noch die Illustrationen gemalt werden. „In allen meinen Büchern geht es um den Umgang miteinander. Um das Anderssein. Ich hoffe, ich kann das immer genauer und mit mehr Bezug zur Wirklichkeit ausdrücken“, beschreibt Josi Saefkow ihr Anliegen. Doch Fantasy ist das Kleid, mit dem die Botschaft daherkommt. „Manchmal träume ich die Handlungen und notiere sie dann am Tag in mein Notizbuch. Beim Schreiben fallen mir dann viele Einzelheiten ein“, erzählt Josi.

So hat in ihrem dritten Buch der III.Weltkrieg die Erde bereits zerstört. Die Menschen beginnen auf einem anderen Planeten neu. Doch auch dort gibt es „Andere“, die wieder „Normal“ experimentiert werden müssen. Lernen die Menschen denn nie? Noch ist der dritte Roman nicht ganz fertig, da hat die Nachwuchsschriftstellerin schon den vierten im Kopf. „Berührte Seelen“ soll er heißen.

Doch Josi Saefkow kann auch konkret, ohne Fantasy-Mantel, um die Welt und deren Seelen kämpfen. Im April hat sie einen langen Brief an die Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben: „Bitte, wir wollen keinen Krieg!“ Josi drückt darin ihre Angst vor einem neuen Weltkrieg aus, es geht um Waffenlieferungen, um Geld aus Not, Elend und Krieg. Um unsere Zukunft. Der Brief ist in der Online-Ausgabe der OZ veröffentlicht worden. Von dort ist er in eine Ausstellung zum Thema Frieden in Annaberg-Buchholz gelangt. Angela Merkel hat noch nicht geantwortet. Josi wird weiter malen und schreiben.Sie möchte Künstlerin werden. Doch bis dahin muss sie noch das Abitur möglichst gut abschließen, um dann in Greifswald Bildende Kunst studieren zu können. Sie will sich besser ausdrücken können. Daran arbeitet sie fast täglich mit viel Enthusiasmus. Damit der Traum von einer besseren Welt immer mehr Realität wird.

Ich beschreibe Mobbing, den Umgang mit Außenseitern, mit Menschen, die anders sind.“Josi Saefkow (17),
Autorin aus Barth



Frank Burger

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