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Ribnitz-Damgarten Von der Jugendherberge zum„Bernsteinreiter-Ponyland“ – so weit sind die Planungen
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Von der Jugendherberge zum„Bernsteinreiter-Ponyland“ – so weit sind die Planungen
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12:27 29.08.2019
Bei den Bernsteinreitern in Hirschburg können Kinder und Jugendliche das Reitabzeichen erwerben. Auch in Barth wird das möglich sein. Unser Foto zeigt einige von ihnen mit Vereinsvorsitzenden Tino Leipold und Betreuerin Alena Zentler (stehend links). Quelle: Edwin Sterniker
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Barth

Zum Ende der Saison schließt die Jugendherberge in Barth. Dann übernehmen die Bernsteinreiter Hirschburg das Ruder (die OZ berichtete). Aus der Jugendherberge wird das „Bernsteinreiter-Ponyland Barth“. „Schon ab Januar nehmen wir Reitschüler und Pensionspferde entgegen“, berichtet Tino Leipold, Vorsitzender der Bernsteinreiter Hirschburg. Zum Saisonstart 2020 werden dann auch die ersten Übernachtungsgäste erwartet. Die Buchungen seien schon ab Dezember 2019 möglich.

„Bereits ab dem 1. November haben wir eine Mitarbeiterin, die sich um die Vermietung in Barth kümmert und alles vorbereitet. Sie hat früher schon einmal in der Jugendherberge gearbeitet, ist dann weggezogen und kommt jetzt wieder zurück“, berichtet Tino Leipold.

Bernsteinreiter mit neuem Konzept

Die Hirschburger gehen mit einem neuen Konzept an den Start – von einer Jugendherberge mit Reiterhof hin zu einem Erlebnisreiterhof mit Übernachtungsmöglichkeiten. Dass dieses Konzept funktioniert, zeigt der Erfolg in Hirschburg. Vor elf Jahren wurde der Verein gegründet. Während es 2008 noch 25 Pferde und Ponys gab, seien es mittlerweile 110. Reitunterricht, Ponyreiten, selbstgeführte Ponykutschfahrten und Ausritte – all das ist hier möglich. Zudem gibt es auf dem Gelände einen Streichelzoo, Spielplätze und eine Spielscheune. Sowohl Tagesgäste als auch Übernachtungsgäste sind hier willkommen. Insgesamt 130 Betten stehen zur Verfügung.

Und auch in Barth sollen Urlauber und Einheimische die vielen Angebote – vom Ponyreiten über Kremserfahrten bis hin zum Reiten am Bodden – nutzen können. Es soll ein Kinderhotel, ein Reitelhostel sowie Bungalows geben.

Zum Ende der Saison 2019 schließt die Jugendherberge in Barth. Quelle: Anika Wenning

Im Oktober hatte der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) verkündet, sich zum Ende der Saison, Stichtag ist der 3. November, von der Herberge samt Reiterhof am Barther Bodden zu trennen. Begründet wurde die geplante Schließung mit rückläufigen Übernachtungszahlen. Zudem sei der Aufwand für die bauliche Instandhaltung an diesem Standort sehr hoch. Die Stadt Barth und der Landesverband des DJH suchten nach einer Lösung, um den Standort nicht ganz aufgeben zu müssen. 2001 hatte die Stadt mit dem Jugendherbergswerk einen Erbbaupachtvertrag über 99 Jahre geschlossen. Das bedeutet, dass das Grundstück zwar nach wie vor der Stadt gehört, der Erbbaurechtsnehmer, das DJH, dort aber gegen Zahlung eines Erbbauzinses Gebäude errichten beziehungsweise besitzen kann.

1. Januar ist Stichtag

Zum Stichtag 1. Januar geht der Betrieb nun an die Bernsteinreiter über. Sie übernehmen den Erbbaupachtvertrag. Zudem werden zwei Gebäude – das Hauptgebäude und das Gebäude auf dem Hügel – an die Bernsteinreiter verkauft. „Wir übernehmen stückweise alle Verträge und Lieferanten. Außerdem übernehmen wir auch den Pferdebestand“, berichtet Tino Leipold. Von den drei Vollzeitmitarbeitern gehe einer in Rente, eine bleibe beim DJH angestellt und der dritte werde bei den Bernsteinreitern beschäftigt. Mit den Saisonkräften seien auch schon Gespräche geführt worden. „Wir wollen natürlich so viele wie möglich von ihnen beschäftigen, sobald die Saison startet“, erklärt der Vorsitzende der Bernsteinreiter.

Die ersten Baumaßnahmen auf dem Gelände seien ebenfalls bereits in Planung. So werde unter anderem ein Servicepunkt errichtet, an dem die Besucher die Ponys ausleihen können und Informationen erhalten. Auch ein Konzept für ein Reitwegenetz auf dem Gelände werde entwickelt. Besucher können sich dann ein Pony ausleihen und sich auf diesen Wegen frei bewegen.

Halbpension statt Selbstversorgung

Ein Umdenken habe es im Bereich der Gastronomie gegeben. Zunächst hatten die Bernsteinreiter geplant, genau wie in Hirschburg, auch in Barth auf Selbstversorgung zu setzen. „Ich habe mich mit vielen Gästen unterhalten, für die die Versorgung ein entscheidendes Kriterium ist“, sagt Tino Leipold. „Wir wollen natürlich keine Verschlechterung aus Sicht der Gäste und werden deshalb Halbpension und auf dem Gelände auch einen kleinen Imbiss anbieten.“ Das Konzept des Erlebnisreiterhofes komme bei den Gästen der Jugendherberge, mit denen er gesprochen habe, gut an. „Viele waren im Sommer bei uns in Hirschburg und haben sich das Gelände angesehen“, freut sich Tino Leipold.

Einen mittleren sechsstelligen Bereich müssten die Bernsteinreiter in den Um- und Ausbau stecken. „Angesichts des Investitionsstau sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Das ist mit einer halben Million nicht getan. Das Geld ist erst einmal da, um die Arbeitsfähigkeit für uns herzustellen“, erklärt Tino Leipold.

Mehr zum Thema: Jugendherberge soll Ende 2019 schließen,
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Von Anika Wenning

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