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Ribnitz-Damgarten „Wachwechsel“ bei den Seenotrettern
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Wachwechsel“ bei den Seenotrettern
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13:16 23.11.2019
Überraschung gelungen: Karl-Heinz Priebe dachte eigentlich, dass er zum Einsatz muss, doch ihn erwartete stattdessen eine Party im Rettungsschuppen der DGzRS. Mit dabei: Enkel Thorben. Quelle: Anika Wenning
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Wustrow

Gelungene Überraschung der Seenotretter in Zingst: Für Karl-Heinz Priebe, der 25 Jahre lang Vormann der Freiwilligen-Station der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Wustrow war, hatten sich seine Wegbegleiter zum Abschied etwas Besonderes einfallen lassen. Als am Freitagabend gegen 19.30 Uhr in Wustrow der Alarm ging, eilte der 68-Jährige zum Rettungsschuppen. Doch statt eines Einsatzes erwartete ihn eine Überraschungsparty. „Seine Tochter und sein Enkel haben sich den ganzen Tag darum gekümmert, dass er nicht in die Nähe des Rettungsschuppens kommt und nichts von den Vorbereitungen mitbekommt“, sagte Rettungsfrau Christina Preußler. „Sie waren den ganzen Tag in Warnemünde.“

Der Wustrower Bürgermeister, Daniel Schimmelpfennig (r.), dankte Karl-Heinz Priebe für seine Arbeit. Quelle: Anika Wenning

Zum 1. November gab der 68-Jährige die Leitung an seinen Nachfolger ab. Der Schritt fiel dem Wustrower, der schon seit 35 Jahren freiwilliger Seenotretter ist, nicht leicht. „Irgendwann musst du loslassen und die Verantwortung in jüngere Hände geben“, sagte Karl-Heinz Priebe. Ganz gehen will der 68-Jährige aber nicht. „Ich bleibe als Rettungsmann dabei, solange es meine Gesundheit zulässt und meine Hilfe benötigt wird“, sagt der 68-Jährige, der versprach, seinem Nachfolger jederzeit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Schließlich soll es eine vernünftige Übergabe und einen reibungslosen Wechsel geben.

Vom Kraftfahrer zum Seenotretter

An die Anfänge bei der DGzRS erinnert sich der Rentner noch ganz genau. 1984 stieg Karl-Heinz Priebe bei den Seenotrettern in Wustrow ein. Obwohl die DDR den Seenotrettungsdienst zwischenzeitlich staatlich organisiert hatte, waren zwischen Poel und Ueckermünde auch in dieser Zeit weiterhin überwiegend Freiwillige im Einsatz. „Der damalige Vormann fragte mich, ob ich als Kraftfahrer mitmachen wolle.“ Er stimmte sich mit seiner Frau ab und sagte zu. Da die Seenotretter ihre Rettungseinheit mit einer Zugmaschine und einem Trailer zum Strand transportieren mussten, waren LKW-Fahrer begehrt. Der Platz von Karl-Heinz Priebe war zunächst am Lenkrad des Vielzweck-Lastkraftwagens „W 50“. Doch schon bald sattelte er um und fuhr mit den anderen Rettern raus auf die Ostsee oder den Bodden.

In den 35 Jahren hat der Wustrower viel erlebt. Ein ganz spezielles Ereignis ist ihm da nicht in Erinnerung geblieben, vielmehr seien es die vielen Gesten des Dankes der Geretteten, die er nicht vergisst. „Mich hat es in all den Jahren immer wieder glücklich gemacht, wenn wir jemanden retten konnten.“

Nachfolger Christian Levien ist seit 2004 dabei

Der neue Vormann der DGzRS Wustrow, Christian Levien. Quelle: Anika Wenning

Mit seinem Nachfolger, Christian Levien (39), hat er etwas gemeinsam: Denn auch der 39-Jährige fing zunächst als Kraftfahrer der Zugmaschine des Trailers auf der Freiwilligen-Station Wustrow an. 2004 war es Vormann Karl-Heinz Priebe, der ihn fragte, ob er als LKW-Fahrer bei den Seenotrettern anfangen will. Irgendwann wollte Christian Levien mehr als immer nur vom Rettungsschuppen zum Strand und zurückfahren. Der gelernte Maurer fuhr mit raus auf die Ostsee und den Bodden.

Als Vormann eines gut ausgebildeten und jungen Teams will Christian Levien die Arbeit seines Vorgängers fortführen, neue Akzente setzen und die moderne Technik in Schuss halten. Eine weitere Aufgabe von Christian Levien wird sein, Nachwuchs für die selbstlose Arbeit der Seenotretter zu gewinnen. Und vielleicht ist unter ihnen ein Lkw-Fahrer, der später, wie Karl-Heinz Priebe und er, ebenfalls Vormann wird.

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