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Ribnitz-Damgarten Warum eine grüne Dose in jeden Kühlschrank sollte
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Warum eine grüne Dose in jeden Kühlschrank sollte
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16:20 12.09.2019
Gunda Wessel vom Seniorenbeirat in Wustrow stellt eine Notfalldose in ihren Kühlschrank. Quelle: Timo Richter
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Wustrow

Im Notfall sollen Rettungskräfte mal einen Blick in den Kühlschrank werfen – das ist die Hoffnung von Gunda Wessel. Die amtierende Vorsitzende des Seniorenbeirates der Wustrower Gemeindevertretung hat die Notfalldose entdeckt. Vor Jahren bereits hat die 74-Jährige von der einfachen Möglichkeit zur Information von Rettungskräften beispielsweise über Vorerkrankungen eines Patienten erfahren, später hat sie in einem Fernsehbericht von Vorteilen der Notfalldose gehört.

Nun will sie die Dose in der Region bekannt machen. Vorsorglich hat sie schon einmal 50 der Behältnisse in Größe eines Süßstoffspenders geordert. Gunda Wessel ist von den Vorteilen der Notfalldose überzeugt. Wenn es ernst wird, würden Familienangehörige oft zu aufgeregt sein, um konkrete Angaben machen zu können. Auch Kinder würden in der Regel nicht die Vorerkrankungen von Mutter oder Vater benennen können, geschweige denn die Bezeichnung regelmäßig einzunehmender Medikamente.

Verbreitung von Wustrow aus

Die amtierende Vorsitzende des Seniorenbeirates war von der Notfalldose so überzeugt, dass sie mit der Idee in die Ribnitz-Damgartener Rettungswache gegangen ist. Dort, berichtet sie, sei die Dose auf große Zustimmung gestoßen. „Das sollte man machen“, zitiert sie Mitarbeiter der Einrichtung. Aber es sollte ein flächendeckendes Vorhaben sein, so der dort geäußerte Wunsch.

Das will die Wustrowerin nun in Angriff nehmen. In der kommenden Woche wird sie die Werbetrommel für die Notfalldose rühren. Das geschieht während einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, dem 18. September, ab 15 Uhr im Haus des Gastes in Wustrow. Anmelden muss man sich nicht für die Veranstaltung. Weil es in den umliegenden Kommunen kaum einen Seniorenbeirat gibt, will sie bei der Verbreitung der Notfalldose mit der Volkssolidarität kooperieren.

Einfache Handhabung

Das Prinzip ist laut Gunda Wessel ganz einfach. In der Notfalldose, die es in jeder Apotheke zu kaufen gibt, befinden sich zwei Aufkleber. Einer sollte an der Haustür befestigt werden, damit Rettungskräfte sofort einen Hinweis auf die Dose haben. Die Tube selbst wird in der Tür des Kühlschranks deponiert.

In der Dose findet sich ein selbst ausgefüllter Fragebogen etwa zu Vorerkrankungen, Medikamenten, die regelmäßig eingenommen werden, oder wo eine Vorsorgevollmacht beziehungsweise Dokumente zu finden sind. Außerdem sollte ein Kontakt angegeben werden, der im Notfall zu benachrichtigen ist.

Mehr Zeit für Patienten

Es handelt sich um ein standardisiertes Verfahren, das es Rettungskräften erleichtere, wichtige Informationen zu erhalten. Außerdem, so Gunda Wessel, könnten diese Infos bei der Fahrt in ein Krankenhaus schon frühzeitig übermittelt werden. „Dann haben die Einsatzkräfte mehr Zeit für die Patienten.“

Die Wustrowerin hofft, dass sich die Notfalldose vom Fischland aus auch in anderen Orten durchsetzt. Der Fragebogen sollte schon gewissenhaft ausgefüllt werden, „danach kann ich alles vergessen“, sagt die Initiatorin. Gerade für Senioren könne so eine Notfalldose eine Alternative zu anderen Methoden wie Armbändern mit Kontakten oder Notfallknöpfen sein. Die Fischlandkommune sieht Gunda Wessel als prädestiniert für so eine Aktion, schließlich seien gut 60 Prozent der Einwohner älter als 60 Jahre. Ausdrücklich weist sie darauf hin, dass so eine Notfalldose nicht allein für die ältere Generation gedacht ist. Auch Jüngere können davon profitieren.

Von Timo Richter

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