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Ribnitz-Damgarten Was wird aus dem Stadtkulturhaus?
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Was wird aus dem Stadtkulturhaus?
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16:44 27.02.2018
Das Stadtkulturhaus in Ribnitz-Damgarten.
Das Stadtkulturhaus in Ribnitz-Damgarten. Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

Für die beliebte Theatergruppe „Schlündelgründer“ geht es auch über das Jahr 2018 hinaus weiter. Das ist eines der Ergebnisse des ersten Treffens der Arbeitsgruppe, die sich mit der Zukunft des Stadtkulturhauses in Ribnitz-Damgarten beschäftigt. Am Montagabend hatten etwa 25 Teilnehmer dieser Runde – unter anderem Vertreter der Stadtverwaltung, Stadtvertreter, Mitglieder der Theatergruppe und des Kunstvereins Ribnitz-Damgarten – die Köpfe zusammengesteckt, um erste Ideen zu sammeln und vor allem ein Ziel festzulegen. Und das lautet: „Wir möchten einen Veranstaltungsort im Stadtzentrum erhalten“, sagt Silke Kunz, Leiterin des Büros für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur.

Beim genaueren Blick auf diesen Satz muss das natürlich nicht bedeuten, dass das Stadtkulturhaus eben dieses Veranstaltungszentrum ist. Die Idee eines Hauses des Gastes am Hafen war in der Runde jedoch nur am Rande behandelt worden. Der Fokus liege auf dem Traditionshaus nahe des Ribnitzer Klosters. „Aufgrund der Lage, der Historie und der Tradition ist das Stadtkulturhaus dafür prädestiniert“, so Kunz.

Verkauf die letzte Option

„Wir sind natürlich dankbar, dass es weitergeht“, sagt Ina Lächelt-Schulz, organisatorische Leiterin der Theatergruppe „Schlündelgründer“. Im vergangenen Jahr wurden Befürchtungen laut, dass die Schauspieler ihre Spielstätte verlieren könnten. Um der Stadt Geld zu sparen, war eine Privatisierung des Stadtkulturhauses vorgesehen. Unsicherheiten, ob das einen Verkauf, eine gänzlich andere Nutzung bis hin zum Abriss bedeuten könnte, waren die Folge. Diese sind vorerst vom Tisch. Silke Kunz: „Ein Verkauf ist die letzte Konsequenz.“

Einen zeitlichen Rahmen, bis wann eine tragfähige Lösung für das Stadtkulturhaus als Veranstaltungshaus gefunden werden soll, habe man sich nicht auferlegt. Gleichfalls schließe das aber auch nicht aus, dass irgendwann tatsächlich der Stecker gezogen wird. „Der Prozess ist ergebnisoffen“, so Silke Kunz. Die Beteiligten gehen von drei bis fünf Jahren aus, in eren Verlauf der Weg irgendwann klar sein soll. Zumindest bis dahin wird es das Weihnachtsmärchen der Schlündelgründer im Stadtkulturhaus aber weiterhin geben.

Im Mai soll die Arbeitsgruppe „Stadtkulturhaus“ das nächste Mal tagen. Bis dahin sollen sich auch einzelne, kleinere Unter-Arbeitsgruppen gefunden haben, die zu verschiedenen Themen Ideen sammeln und Lösungen suchen, etwa zu den Nutzungsmöglichkeiten, zum baulichen Zustand des Hauses oder zur Finanzierung.

Drei Millionen Euro

Möglich sei laut Ina Lächelt-Schulz beispielsweise, dass auch Sportgruppen – etwa Yoga oder Pilates – im Stadtkulturhaus Übungszeiten bekommen können. Auch der Aufbau eine Gastronomie sei denkbar. Geprüft werde laut Silke Kunz zudem, ob zuletzt ins Begegnungszentrum verlegte Veranstaltungen wieder ins Stadtkulturhaus zurückziehen können. „Da haben wir erste Erfahrungen gesammelt. Einiges hat im Begegnungszentrum funktioniert, einiges nicht“, sagt Kunz. Auch die Trägerschaft biete viele Möglichkeiten, etwa tatsächlich eine Privatisierung mit der Maßgabe, das Haus als Veranstaltungszentrum zu erhalten, oder eine Lösung über einen Verein.

Fest steht jedenfalls: Das Stadtkulturhaus ist sanierungsbedürftig. Etwa drei Millionen Euro stehen schätzungsweise im Raum, um das Haus grundlegend auf Vordermann zubringen. Eine Summe, die die Stadt nicht aufbringen könne. Zudem, das hatte Bürgermeister Frank Ilchmann stets betont, könne sich die Stadt neben dem Begegnungszentrum im Westen von Ribnitz kein weiteres Veranstaltungszentrum leisten. Das bedeute aber nicht, dass sich die Verwaltung komplett herausziehen wolle, so Silke Kunz. „Eine Bezuschussung ist trotzdem möglich.“

Die derzeitigen laufenden Kosten für Betrieb und Instandhaltung belaufen sich auf knapp 30000 Euro pro Jahr, zuzüglich Personalkosten. Zwei Mitarbeiter kümmern sich um die Veranstaltungen im Stadtkulturhaus, mittlerweile aber auch für die städtischen Veranstaltungen im Begegnungszentrum.

Mitmachen

Die Arbeitsgruppe „Stadtkulturhaus“ hofft auf weitere engagierte Mitstreiter. „Jeder Bürger, jede Idee ist willkommen“, sagt Ina Lächelt-Schulz. Wer sich aktiv für den Erhalt des Hauses einsetzen möchte, kann sich unter Telefon 0171/7221597 oder per E-Mail an ina.02@t-online.de bei ihr melden, oder im Büro für Stadtmarketing, Tourismus und Kultur, Telefon 03821/8934820, E-Mail: s.kunz@ribnitz-damgarten.de.

Am 9. April startet die neue Theater-AG der „Schlündelgründer“. Alle 14 Tage wird dann montags von 18 bis 20 Uhr im Stadtkulturhaus geschauspielert. Auch hierfür werden Mitstreiter gsucht. Am 15. August starten dann die Vorbereitungen und Proben für das diesjährige Weihnachtsmärchen, das in diesem Jahr ein Jubiläum feiert. Zum 25. Mal werden die Schlündelgründer mit ihrem Theaterstück die Vor-Weihnachtszeit in Ribnitz verschönern.

Niemeyer Robert