Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Ribnitz-Damgarten Wie sich eine Nixe ihren Prinzen angelt
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wie sich eine Nixe ihren Prinzen angelt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 27.02.2015
Ljubov Belotserkovskaya (2. v. r.) als Nixe und Döris Hädrich-Eichhorn (r.) als Hexe in der Kinderoper „Rusalka“. Fotos (3): Miriam Weber
Ljubov Belotserkovskaya (2. v. r.) als Nixe und Döris Hädrich-Eichhorn (r.) als Hexe in der Kinderoper „Rusalka“. Fotos (3): Miriam Weber
Anzeige
Stralsund

Im Hintergrund farbenfrohe Fische und Korallen, über den Köpfen Schweinswale und mittendrin eine Nixe. Gestern feierte die Kinderoper „Die kleine Nixe Rusalka“ im Meeresmuseum Premiere. Ein perfekter Ort, um die Geschichte Rusalkas zu erzählen, die sich unsterblich in den sehr menschlichen Prinzen verliebt.

Das Geschehen auf der Bühne verfolgten bei der ersten Vorstellung Mädchen und Jungen der 4. Klasse der Karsten-Sarnow-Grundschule. Darunter auch die 4b, die als Premierenklasse bei den Vorbereitungen ganz dicht dran war. „Wir konnten die ganze Entstehung verfolgen, bekamen eine Theaterführung, besuchten die Proben und durften mit der Regisseurin Elisa Weyl sprechen. Eine runde Sache, die den Mädchen und Jungen viel Spaß machte“, sagte Liane Hauschíld, Klassenleiterin der 4b. Sie war genau wie ihre Schüler nach der Premiere restlos begeistert: „Einfach super.“

Das bestätigte auch der zehnjährige Florian Walther, der den Prinzen im Badeanzug eindeutig „am coolsten“ fand. Da hatte seine Klassenkameradin Jocelyne Schöning aber einen ganz anderen Liebling für sich ausgemacht: „Ich fand die Nixe am besten, die sah schön aus und konnte so unglaublich hoch singen.“ Ganz aufmerksam folgten die Kinder dem Geschehen, drückten die Daumen, damit der Wunsch Rusalkas nach menschlichen Beinen in Erfüllung ging, pusteten kräftig, um die Hexe von ihrer hohen Leiter zu schubsen oder imitierten mit blauen Tüchern das Meer.

Doch nicht nur der Prinz mit seinem eigenwilligen Outfit mit Badeanzug, Schwimmhilfen und Taucherbrille war ein Hingucker. Die Kostüme der Darsteller Doris Hädrich-Eichhorn (Hexe Ježibaba), Johannes Richter (Prinz), Ljubov Belotserkovskaya (Rusalka), Valmar Saar (Wassermann) und Fanny Gundlach (Frosch Theo) sind farbenfroh und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Ähnlich sieht es beim Bühnenbild aus. „Wir haben alles genau auf den Spielort abgestimmt“, sagte Christopher Melching, der für die Bühne und Kostüme verantwortlich ist. „Wir haben uns zunächst alles angesehen und dann überlegt, was man dort machen könne und ,Rusalka‘ von Antonin Dvorák erschien uns eine passende Wahl“, erinnert sich Melching. Damit lagen die Theaterschaffenden genau richtig, denn für die kommenden Vorstellungen gibt es nur noch wenige Restkarten. „Das Stück wird also definitiv im nächsten Spielplan mit dabei sein“, sagte Melching und fügte an: „Die Unterstützung und Begeisterung der Crew des Meeresmuseums ist wirklich toll.“

Die „tschechische Undine“
Rusalka ist die erfolgreichste Oper von Antonin Dvorák. Sie entstand
im Jahr 1900 nach einem Libretto
von Jaroslav Kvapil.



Neben Bedrich Smetanas „Die
verkaufte Braut“ ist „Rusalka“

die bekannteste tschechische Oper.



Am Nationaltheater in Prag wurde sie am 31. März 1901 uraufgeführt und ist heute an allen tschechischen Opernbühnen ein fester Bestandteil des Repertoires.



Das Libretto geht auf slawische
Volksmythen über die Rusálki
(Wassergeister, Nixen) zurück.



Die Geschichte ähnelt der deutschen Erzählung „Undine“ von Friedrich de la Motte Fouqué (1777 bis 1843), Hans Christian Andersens (1805 bis 1875) Märchen „Die kleine Meerjungfrau“


sowie der altfranzösischen
Melusinensage.



Die Oper mit dem Untertitel Lyrisches Märchen wird auch als „tschechische Undine“ bezeichnet.



Aufgeführt wird sie regelmäßig auch in anderen Ländern des slawischen Sprachraums. In Deutschland, Belgien, England und Amerika erfreut sich die Oper ebenfalls steigenden Interesses.
Weitere Vorstellungen des
Singspiels: 10., 11., 12. März,
9.30 Uhr; 21. März, 15 Uhr; 24. März, 9.30 Uhr; 29. März, 15 Uhr; 14., 15. April, 9.30 Uhr; 3. Mai, 15 Uhr.

Alle Vorstellungen finden im
Meeresmuseum in Stralsund statt. Karten: ☎ 03831 / 2 64 61 24



Miriam Weber

Ribnitz-Damgarten - Weniger Arbeitslose im Februar
27.02.2015