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Ribnitz-Damgarten Wieck: Nach Brand rollt Hilfswelle
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wieck: Nach Brand rollt Hilfswelle
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16:39 29.03.2019
Stephanie Wollgast (li.) und Sylvia Pagel haben eine Aktion zur Unterstützung der Familie Gründling organisiert. Ein Brand hatte das Zuhause der Gründlings in Wieck in Schutt und Asche gelegt. Quelle: Timo Richter
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Wieck

Der Großbrand in Wieck hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Damit die betroffene Familie Gründling davon nicht überrollt wird, haben Stephanie Wollgast und Sylvia Pagel eine Facebook-Gemeinschaft gegründet, um die Hilfe zu organisieren. In der Nacht zu Mittwoch hat ein Feuer das Zuhause der Familie in Schutt und Asche gelegt. Unwiederbringliche Schätze aus der Werkstatt Jürgen Gründlings, kiloweise Bernstein zum Beispiel, haben sich in Rauch aufgelöst, auch Glasnegative seines Sohns Heiko existieren nicht mehr. Alles hat die Familie in jener Nacht an die Flammen verloren.

Damit die betroffene Familie von dieser Welle nicht überrollt wird, gibt es die Facebook-Gemeinschaft „Hilfe für die Gründlings“. In enger Abstimmung mit der Familie werden auf der Seite kurzfristige Bedarfe, wie etwa nach einer Armbanduhr, veröffentlicht. Hauptziel ist derzeit aber das Sammeln von Geld. Dafür wurde eigens ein Spendenkonto eröffnet.

Langer Weg

„Da muss man einfach helfen“, sagt Sylvia Pagel. Und auch Stephanie Wollgast hätte sich komisch gefühlt, wenn sie nur mit etwas Geld um die Ecke gekommen wäre. „Es sind Wiecker Menschen, so bescheiden und gutmütig, ein liebenswerter Sonderling“, sagt die Frau des Wiecker Wehrführers, der in der Nacht gegen die Flammen ankämpfte. Klar ist: Es ist ein langer Weg, bis auf dem Grundstück im Strandweg wieder etwas steht.

„Bitte keine Sachspenden“, flehen die Organisatorinnen der Hilfsaktion. Die betroffene habe überhaupt keine Möglichkeit, solche Spenden unterzubringen. Geradezu als makaber empfindet Sylvia Pagel beispielsweise das Angebot eines Spenders am Tag nach dem Feuer, den Gründlings einen Toaster zu überlassen. Gebraucht wird Geld – zum Beispiel für die täglichen Bedürfnisse, aber auch für den raschen Ersatz einer Brille. Und am Ende für eine Unterkunft.

Mobiles Zuhause

Zwar konnte die Familie in eine Ferienwohnung einziehen – Jürgen Gründling hat dazu erst überredet werden müssen –, doch ab Juni sollen darin zahlende Urlauber wohnen. Idee ist, ein mobiles Heim wie sie beispielsweise auf dem Campingplatz in Born stehen, nach Wieck zu holen. Für den Sohn Heiko könnte ein eigener Wohnwagen organisiert werden. Während der Saison könnte ein mobiles Heim auf das Grundstück gestellt werden. Entsprechende Gespräche dazu erfolgen schon.

Überwältigt von der Hilfsbereitschaft ist Jürgen Gründling, wie seine Tochter Michaela Heggeli sagt. Seit 14 Jahren nennt sie Norwegen ihre Heimat, jetzt aber ist sie in Wieck, um ihre Eltern zu unterstützen. „Wahnsinn, wie sich die Menschen für uns einsetzen“, zitiert sie ihren Vater. Ein junger Mann, der einst zum Basteln bei ihrem Vater war, ist trotz eines Umzuges eigens nach Wieck gekommen, um 50 Euro zu spenden. „Das ist so beeindruckend“, sagt Michaela Heggeli. „Genau darum liebe ich das Dorfleben“, sagt Sylvia Pagel. So eine Hilfsbereitschaft kann sie sich in einer Großstadt kaum vorstellen.

Technischer Defekt

In der Nacht zu Mittwoch ist vermutlich aufgrund eines technischen Defekts, wie die Polizei weiß, ein Brand in der rohrgedeckten Scheune, zugleich Werkstatt und „Schatzkammer“ Jürgen Gründlings ausgebrochen. An die 100 Einsatzkräfte der Feuerwehren von Dierhagen bis Barth konnten das benachbarte Wohnhaus nicht retten, es brannte schon beim Eintreffen der Brandschützer. Ein benachbartes Wohnhaus wurde stark beschädigt – so sehr, dass es nach Einschätzung des Wiecker Wehrführers Kay Wollgast nicht wieder bewohnbar gemacht werden kann. Die Polizei schätzte den Schaden auf insgesamt rund 350 000 Euro.

Spendenkonto

Spendenkonto bei der Sparkasse Vorpommern:

Empfängerin ist Stephanie Wollgast, Treuhandkonto für Familie Gründling,

IBAN: DE93 1505 0500 1102 7358 21

BIC: NOLADE21GRW

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