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Ribnitz-Damgarten Wobau-Chef verspricht: Mieter dürfen bleiben
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wobau-Chef verspricht: Mieter dürfen bleiben
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14:28 18.04.2019
Bereits Anfang April gab es ein Vor-Ort-Gespräch zwischen einigen Mietern des Wohngebiets Vogelsang und dem Geschäftsführer der Wobau, Reinhard Marx (r.). Quelle: FOTO: Anika Wenning
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Barth

Zwischendurch kochten die Emotionen am Mittwochabend bei der Einwohnerversammlung für das Wohngebiet Vogelsang hoch. Vor allem als es um die Zukunft des Wohnquartiers ging. Die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) Barth, Vermieter der Blöcke, hatte zuvor ein Schreiben geschickt, dass für große Verunsicherung unter den Mietern gesorgt hatte (die OZ berichtete). Während die Gebäude 3, 5, 7, 9 und 11 in den kommenden Jahren saniert werden sollen, würden die Häuser 13, 15, 17, 19 und 21 „leergewohnt“, hieß es in dem Schreiben. Die Mieter dieser Blöcke fürchteten, aus ihren Wohnungen geschmissen zu werden.

„Es wird niemandem gekündigt.“ Reinhard Marx, Geschäftsführer Wobau Quelle: Anika Wenning

Um Klarheit zu schaffen und Gerüchte aus dem Weg zu räumen, hatte der Geschäftsführer der Wobau, Reinhard Marx, und Barths Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig deshalb zu einer Einwohnerversammlung eingeladen. „Das Schreiben war gedacht, um Sie zu beruhigen“, sagte Reinhard Marx. „Ich war erstaunt, dass die Diskussionen liefen, sich aber niemand direkt bei der Wobau gemeldet hat. Wenn Sie Probleme haben, kommen Sie doch zu uns.“ So stellte der Geschäftsführer der Wobau ganz klar fest: „Es wird niemandem gekündigt. Wenn Sie wollen, können Sie auch bleiben.“ Allerdings würden in den genannten Blöcken keine Sanierungsarbeiten durchgeführt und leergezogene Wohnungen nicht wieder vermietet. Den Mietern der Häuser Vogelsang 13, 15, 17, 19 und 21 würden exklusiv die sanierten Wohnungen in den übrigen Blöcken angeboten. Dabei würden die Mieter vorgezogen, die in einem Gebäude wohnen, in dem weniger als vier Parteien leben. Würden diese ablehnen, werden die übrigen Mieter des Vogelsangs gefragt. In den Blöcken, die saniert werden sollen, würden momentan 13 Wohnungen leer stehen.

Mehr Wohnfläche, mehr Miete

Zu den Befürchtungen einiger Anwesender, dass die Miete für die sanierten Wohnungen deutlich höher sei, erklärte Reinhard Marx. „Der Quadratmeterpreis bliebt gleich.“ Allerdings würden an den neuen Wohnungen Balkone angebaut und damit werde die Wohnfläche geringfügig größer. „Mehr Wohnfläche bedeutet natürlich auch mehr Miete. Der Balkon zählt zur Hälfte mit“, sagte Reinhard Marx. Deutlich wurde auch, dass die Kosten für die verbleibenden Mieter in den Blöcken die „leergezogen“ werden sollen, steigen. Denn wenn nur noch wenige Parteien in den Häusern wohnen, würden die Nebenkosten auf weniger Mieter verteilt und somit für den Einzelnen steigen. „Aber es bleibt dabei, wir drängen niemanden raus. Wer dort wohnen bleiben will, bleibt“, betonte der Geschäftsführer der Wobau erneut.

Im Block 3 sei vor Kurzem mit der Sanierung begonnen werden. „Wir wollen pro Jahr einen Block sanieren“, stellte Reinhard Marx den Zeitplan vor. Für den Abriss der übrigen Blöcke gebe es kein Zeitfenster. Schließlich wisse man nicht, wann und ob die Mieter ausziehen. Für den bereits leergezogenen Block 15 müssten erst einmal Fördermittel zum Abriss beantragt werden. Kritisiert wurde von vielen Anwesenden, dass die fünf Häuser überhaupt abgerissen werden sollen. So gebe es immer wieder Interessenten, die dort anziehen wollen. Laut Reinhard Marx seien das aber nur Einzelfälle. „Die Häuser müssten umfassend saniert werden und diese Kosten wären zu hoch“, so der Geschäftsführer.

Wildschweine mitDuftstoffen vergrämen

Teilweise haben die Wildschweine die Wege durch die Kleingartenanlage im Vogelsang komplett umgegraben. Quelle: Robert Niemeyer

Bei der Diskussion um die Zukunft des Wohngebiets rückte ein weiteres Problem, die Zerstörung im Vogelsang durch Wildschweine, etwas in den Hintergrund. Wie Bürgermeister Friedrich-Carl Hellwig erklärte, gebe es aber bereits erste Lösungsversuche. So seien in Abstimmung mit dem Stadtförster Ralf Moritz erste Schritte zur Vertreibung der Schwarzkittel vorgenommen worden. Derzeit würden chemische Duftstoffe eingesetzt, um die Tiere zu vertreiben. Es sei allerdings fraglich, ob diese Maßnahme allein ausreiche. Denn bei den Wildschweinen stelle sich schnell ein Gewöhnungseffekt ein. Eine weitere Maßnahme sei die sogenannte akustische Vergrämung, die allerdings nur in Absprache mit der Wobau vorgenommen werden könne. Musik oder Warnlaute einer Bache sollen die Tiere vertreiben. „Die technischen Geräte müssen aber irgendwie an den Häusern gesichert werden, damit sie nicht gestohlen werden. Und dafür ist die Wobau zuständig“, erklärte der Bürgermeister. „Wir müssen erst einmal im Herbst schauen, wie erfolgreich die bisherigen Maßnahmen waren und dann sehen wir weiter.“

Anika Wenning

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