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Ribnitz-Damgarten Wohnungen für Flüchtlinge werden knapp
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wohnungen für Flüchtlinge werden knapp
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17:55 24.02.2016
Flüchtlinge werden unter anderem in Wohnblöcken untergebracht.
Flüchtlinge werden unter anderem in Wohnblöcken untergebracht. Quelle: Robert Niemeyer
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Ribnitz-Damgarten

Im Landkreis Vorpommern-Rügen werden rund 1140 Wohnungen für die Flüchtlinge, die in diesem Jahr kommen, zusätzlich gebraucht. Das geht aus einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Nach Berechnungen der Wissenschaftler steigt der Gesamt-Wohnungsbedarf für den Kreis Vorpommern-Rügen in 2015 damit auf rund 1560 Wohnungen.

Um diese zu erreichen, sei es in erster Linie notwendig, das Sanieren von leerstehenden Wohnungen zu forcieren. Aber auch beim Neubau von Wohnungen müsse mehr getan werden. Im Schnitt wurden in den vergangenen Jahren im Kreis Vorpommern-Rügen lediglich rund 930 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt. „Wenn es bei einem starken Flüchtlingszuzug bleibt, muss sich der Kreis Vorpommern-Rügen auch in den kommenden Jahren darauf einstellen, dass noch mehr Wohnungen gebraucht werden“, sagt Pestel-Institutsleiter Matthias Günther.

Der Landkreis relativiert die Studie. „Wenn wir keine Gemeinschaftsunterkünfte schaffen, dann kommt das hin“, sagte Kreissprecher Olaf Manzke auf OZ-Nachfrage. Allerdings halte der Landkreis die dezentrale Unterbringung nicht mehr durch, wolle deshalb künftig auf Gemeinschaftsunterkünfte (ab 100 Bewohner) setzen. 374 Wohnungen seien im Kreisgebiet durch den Landkreis für Asylbewerber angemietet. 2000 neue Asylbewerber sind in diesem Jahr bereits nach Vorpommern-Rügen gekommen. Insgesamt werden 2015 knapp 5300 Flüchtlinge erwartet.

Die Hauptlast bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Ribnitz-Damgarten trägt die Gebäudewirtschaft GmbH. Mehr als 30 Wohnungen seien derzeit mit Asylbewerbern belegt, teilte Christiane Sinnig-Wagner, Leiterin der Wohnungsverwaltung, mit. Eines stehe fest: Wenn auf Schlag 50 Asylbewerber auf einmal in der Stadt ankommen würden, könnte die Gebäudewirtschaft diese nicht mehr unterbringen. Die Kapazitäten seien erschöpft.



Robert Niemeyer/edwin Sternkiker