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Ribnitz-Damgarten Wustrow: Bürgermeisterkandidat setzt auf gemeinsame Ziele
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wustrow: Bürgermeisterkandidat setzt auf gemeinsame Ziele
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16:56 08.11.2019
Daniel Schimmelpfennig stellt sich am 17. November der Wahl zum Bürgermeister in Wustrow. Seit drei Monaten ist er amtierender Bürgermeister des Ostseebades. Quelle: Timo Richter
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Wustrow

Am 17. November stellt sich Daniel Schimmelpfennig der Wahl zum Bürgermeister in Wustrow. Seit rund drei Monaten übt er das Amt kommissarisch aus. Die OZ sprach mit dem Bewerber auf der Liste der CDU über Erfahrungen und Vorhaben.

Ostsee-Zeitung: Wie fühlen Sie sich vor dem erneuten Wahl

Daniel Schimmelpfennig: Ich freue mich auf die Wahl. Ich hoffe, dass die Stimmenzahl am Sonntag reicht und ich von den Einwohnern direkt zum Bürgermeister gewählt werde. Das wäre wirklich schön.

Eine Direktwahl ist ihnen wichtig, richtig?

Ja,in dem Fall würde ich mein Mandat als Gemeindevertreter an einen Nachrücker geben können, die Zahl der Mitglieder der Gemeindevertretung würde sich um eins erhöhen.

Was spornt Sie so sehr an, Bürgermeister werden zu wollen?

Ich sehe gute Chancen für eine weitere positive Entwicklung des Ostseebades. Für die bevorstehende Wahl habe ich nochmals meine Ziele in einem Flyer zusammengefasst. Da ist zu sehen, dass es viele Übereinstimmungen mit den Zielen anderer Wählergemeinschaften gibt. Auf Basis dieser gemeinsamen Ziele will ich Wustrow voranbringen.

Erste Erfahrungen haben Sie ja bereits sammeln können.

Nach dem überraschenden Rücktritt von Daniel Schossow habe ich als erster Stellvertreter die Amtsgeschäfte übernommen. In den vergangenen drei Monaten sind bereits einige Weichenstellungen erfolgt. Da steckt wirklich viel Arbeit und viel Zeit drin. Ich bin selbst ein wenig erstaunt, dass wir das geschafft haben.

Was war in Ihrer bisherigen Amtszeit die wichtigste Entscheidung?

Das ist ganz eindeutig die Befriedung mit der Nachbargemeinde Ahrenshoop in der Auseinandersetzung um die Aufteilung der Erlöse aus den Gemeinschaftsländereien. Diese Entscheidung lag uns sehr am Herzen. Ich habe bislang keine negativen Reaktionen gehört. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir damit den richtigen Schritt gegangen sind.

Wo sehen Sie die künftigen Schwerpunkte in der Kommunalpolitik?

Große Themen in Wustrow sind der Bau von Mietwohnungen und der Straßenbau. So wurde die Planung von zwei Gebäuden mit Mietwohnungen in der Osterstraße nun ausgeschrieben. Erste Angebote liegen vor. Ich habe immer gesagt, dass ich es nicht sehe, dass vor dem Jahr 2021 Mieter in den Wohnungen einziehen werden. Das ist keine von uns verursachte Verzögerung, das ist der reguläre Verwaltungsweg. Ich wünschte mir, dass das schneller gehen würde.

Wo sehen Sie das Ostseebad Wustrow in fünf Jahren?

Schon jetzt ist die Kapazitätsgrenze im Tourismus, besonders bei der Zahl der Ferienwohnungen, erreicht. Es ist meiner Meinung nach dringend erforderlich, sich wieder mehr den Bedürfnissen der Einwohner zuzuwenden. So fehlt beispielsweise auch Jugendlichen ein eigener Treffpunkt. Wichtig ist auch der Straßenbau. Wir schauen uns aktuell an, wie die Situation ist und erstellen dann eine Prioritätenliste.

Wie geschieht das?

Ich versuche, einzelne Maßnahmen in den örtlichen Gesamtzusammenhang zu stellen. Ein Kreisverkehr am Discounter allein bringt es nicht, würde die Kommune nur eine halbe Million Euro kosten. Was ist mit einer Tempo 30-Zone im gesamten Ort, wie ist die Ampelsituation, wo können wir dann sichere Querungsmöglichkeiten für Fußgänger schaffen – das darf nicht vergessen werden. Und dann ist da noch die Parkplatzsituation. Infolge des Umbaus der einstigen Seefahrtschule sind etliche Stellplätze weggefallen.

Na ja, mit den Einnahmen aus den Ökopunkten der renaturierten Fischlandwiesen sollte sich doch einiges bewegen lassen.

Das wird sich zeigen. Ich möchte erst einmal genau schauen, wie die finanzielle Situation nun tatsächlich aussieht.

Was ist eigentlich mit dem Projekt Leuchtfeuer?

Der Förderverein hat zwei Infotafeln finanziert, die inzwischen aufgestellt wurden. Geplant sind noch Bänke, ein Tisch und Fahrradständer. Nach wie vor ist es unser Ziel, ein neues Leuchtfeuer zu bauen. Es gibt seit 2004 einen Bebauungsplan, der immer noch rechtskräftig ist. Das ist eine Idee, wie die Wirklichkeit werden kann, ist völlig offen.

Wird sich die Arbeit in der Gemeindevertretung mit Ihnen verändern?

Ich denke, jede Fraktion in unserer Gemeindevertretung hat wenigstens ein wichtiges Projekt. Ich bin sehr dafür, dass jede Gruppierung in dieser Legislatur ihr Vorhaben auch auf den Weg bringen sollte.

Wie werden Sie den Wahltag verbringen?

Wir gehen das ganz normal an. Erst einmal werden wir an dem Sonntag unterwegs sein. Unsere Stimmen werden wir am Nachmittag abgeben. Ich gehe davon aus, dass ein Ergebnis kurz nach Schließen des Wahllokals im Haus des Gastes feststehen wird.

Zur Person

Daniel Schimmelpfennig kandidiert auf der Liste der CDU für das Amt als Bürgermeister. Der 47-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Als ausgebildeter Diplom-Verwaltungswirt arbeitet er in Warnemünde. Zuvor war er einige Jahre für Aida tätig. Der gebürtige Sachse legte 1991 sein Fachabitur an der damaligen Seefahrtschule ab. Danach war er 13 Jahre lang als Bundeswehr angehöriger in Bayern tätig, bevor er dann wieder nach Wustrow zurückkehrte.

Mehr lesen: Wustrower Bürgermeister legt sein Amt nieder

Von Timo Richter

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