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Ribnitz-Damgarten Wustrow: Mehr als 85 Prozent der Wohnungen sind verkauft
Vorpommern Ribnitz-Damgarten Wustrow: Mehr als 85 Prozent der Wohnungen sind verkauft
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14:04 26.08.2019
Der Umbau der Seefahrtschule liegt im Zeitplan, die Eröffnung soll im April 2020 erfolgen. Quelle: Timo Richter
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Wustrow

Noch ist der Aufstieg beschwerlich, ein bisschen muffig, staubig sowieso – so geht es über eine Treppe hinauf in den Turm der einstigen Seefahrtschule Wustrow. Auf dem Weg dahin gesperrte Appartements, der Estrich muss trocknen. Oben angekommen, der Puls ist beschleunigt, eröffnet sich eine famose Aussicht auf Ostsee und Bodden. Mehr als 85 Prozent der 124 Einheiten sind bereits verkauft. Die Bauarbeiten liegen laut Bauleiter Jürgen Hein im Zeitplan.

Die Hand gleitet über altes Holz, das sich unter abblätternden Anstrichen aus der Vergangenheit zeigt. „Das wird noch aufgearbeitet“, sagt Jürgen Hein. Der ist mit dem Baufortschritt zufrieden. An allen Ecken und Enden auf dem weitläufigen Areal wird gearbeitet. Erste Bäder sind gefliest, die Böden einiger Wohnungen schon gemacht und auch die ersten Maler sind in dem historischen Komplex tätig. Im Hauptgebäude, aber auch in den drei Neubauten – überall wird gearbeitet. Gut 80 Beschäftigte unterschiedlicher Gewerke sind täglich auf der halbinselweit mit Abstand größten Baustelle tätig.

Auch Arbeiten im Außenbereich haben begonnen

Blick in eine Flur, durch den die einzelnen Wohnungen erreicht werden. Quelle: Timo Richter

Auch die Arbeiten am Außengelände haben bereits begonnen. Auf dem Plan steht nun die Profilierung des Geländes. Heißt: Die Sandberge sollen verschwinden, damit Platz ist, um das gesamte Gelände aufzufüllen. Die Zufahrt ist bereits angelegt, wurde aber mit Platten belegt, um sie vor Beschädigungen zu schützen, wenn schwere Baufahrzeuge den Weg kreuzen.

Zurück ins Innere. Auf einigen Etagen mischt sich der Geruch von Farbe in die Luft. Estrich trocknet vor sich hin, unzählige Kabel baumeln sachte in der Zugluft. Dann das historische Treppengeländer, das wird erhalten und aufgearbeitet. Auch das historische Geländer im Haupt-Treppenaufgang wird erhalten. Regelmäßig sind Vertreter des Denkmalschutzes vor Ort, um Detailfragen mit dem Bauleiter abzustimmen. Jürgen Hein weiß um die in Wustrow vorherrschenden Befindlichkeiten in dem Ostseebad. Kaum verhallt ist der Aufschrei, als ein Wandbild in der einstigen Aula dem Neubauvorhaben zum Opfer fiel. Der Gebäudeteil war nicht zu retten.

Alle Turm-Appartement sind verkauft

Wohl aber der Turm des Gebäudekomplexes. Zwar musste der teilweise abgetragen werden, aber der wurde wieder aufgebaut. „Alles wurde ertüchtigt“, sagt der Bauleiter. Neue Stützen, neue Wände – der markante Turm ist wieder auf die ursprüngliche Höhe gewachsen. Auch von Außen sind deutliche Veränderungen zu sehen. So wurden große Teile des Baugerüstes zur L 21 hin abgebaut. Nun präsentiert sich die künftige Fassade, an der noch die Balkone fehlen. Allein die Montagepunkte sind zu sehen.

Mit dem Baufortschritt hat auch der Verkauf angezogen, bestätigt Projektmanager Gösta Falkenberg. Interessenten konnten ihre künftige Immobilie sehen und mussten sich nicht allein auf Angaben in Prospekten verlassen. Von den 124 Appartements seien derzeit noch rund 20 zu bekommen. Allesamt verkauft sind die Unterkünfte im Turm des Hauptgebäudes. „Die Lage ist einfach einmalig“, sagt Gösta Falkenberg. Auch die bislang nicht verkauften Appartements werden komplett fertiggestellt, eingerichtet und in die Vermietung gegeben. Plan ist, die Appartements im März kommenden Jahres an die Eigentümer zu übergeben, im Folgemonat sollen die ersten Feriengäste einziehen.

Verschiedene Pläne in der Vergangenheit

Die einstige Seefahrtschule in Wustrow in einer Aufnahme aus dem Jahr 2014. Quelle: Timo Richter

Im November 1846 wurde die Großherzogliche Navigationsschule eröffnet. Nach verschiedenen Umstrukturierungen und Neufirmierungen wurde die Schule 1991 aufgelöst. In der Folge gab es verschiedene Ideen einer Weiternutzung. Den Anfang macht der Bau einer Schule auf einem Teilbereich, das denkmalgeschützte Gebäude sollte unter anderem Gemeinschaftsräume, Bibliothek und einen Veranstaltungssaal beinhalten. Ein Rostocker Konsortium plante zuletzt einen Umbau zu einem Gesundheits- und Präventionszentrum mit angegliedertem Hotel. Nun baut der Warener Fred Muhsal die Einrichtung aus.

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Von Timo Richter

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