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Ribnitz-Damgarten Wustrow: So teuer wird die Planung der neuen Strandpromenade
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Wustrow: Planung der Strandpromenade kostet Ostseebad 600000 Euro

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12:06 21.12.2021
Vom Strandzugang bei der Bewitterungsstation im Norden soll die Strandpromenade bis zum Wendeplatz in der Parkstraße verlaufen.
Vom Strandzugang bei der Bewitterungsstation im Norden soll die Strandpromenade bis zum Wendeplatz in der Parkstraße verlaufen. Quelle: Timo Richter
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Wustrow

Mit dem ehrgeizigen Plan für den Bau einer Strandpromenade soll in dem Ostseebad ein Vorhaben gestemmt werden, das schon jetzt eine erhebliche Kostenstelle im Haushalt der Kommune für das laufende Jahr erzeugt. Um nämlich an die begehrte Förderung zu kommen, müssen sämtliche Planungskosten in dem Etat des Ostseebades dargestellt werden. Die Gemeindevertreter haben das während ihrer jüngsten Zusammenkunft mit einem einstimmigen Beschluss für einen Nachtragshaushalt getan. Allein die Planungskosten für die Strandpromenade – die soll einmal zwischen den Strandzugängen zwei nahe der Bewitterungsstation und sieben verlaufen und von dort als Verlängerung in Richtung Wendeplatz in der Parkstraße enden – schlagen der Vorlage zufolge mit 600 000 Euro zu Buche.

In den Nachtragshaushalt preisten die Wustrower Gemeindevertreter auch gleich noch einen Sicherheitsbetrag im Zusammenhang mit dem Bau der beiden Mehrfamilienhäuser in der Osterstraße ein. Steigende Materialkosten haben das ursprünglich eingeplante Budget schon um rund 20 000 Euro überzogen. Um für weitere Kostensteigerungen gewappnet zu sein, folgten die Gemeindevertreter dem Anraten aus dem Amt Darß/Fischland und stellten 200 000 Euro als Notfallbetrag in den aktuellen Haushalt ein. Bürgermeister Daniel Schimmelpfennig (CDU) geht davon aus, „dass wir diese Summe nicht benötigen“.

Liquide Mittel schmolzen

Dazu wurden auch ein paar nicht näher beschriebene Mehrausgaben für die freiwillige Feuerwehr des Ostseebades in den Haushalt für das laufende Jahr eingepreist. Andreas Levien (Wählergemeinschaft Schossow-Levien-Dabels) machte auf den Rückgang der liquiden Mittel der Kommune aufmerksam. Zum Ende des Jahres würden nur noch knapp 120 000 Euro zu Buche stehen. „Wustrow ist an einem Punkt angekommen, wo genau geguckt werden muss.“ Wünsche und freiwillige Leistungen seien nicht mehr zu realisieren. „Wir können weder nach links noch nach rechts auch nur einen Schritt machen“, so der Gemeindevertreter und Wehrführer. Die Kommune sei in ihrem Handeln derzeit „massiv eingeschränkt“. Zu viel Geld stecke irgendwo fest.

Grundsätzlich stimmte Daniel Schimmelpfennig der Einschätzung Leviens zu, sah allerdings schon wieder Licht am Ende des Tunnels. Denn schon sehr bald würden rund 800 000 Euro aus dem Verkauf von Ökopunkten – hier profitiert Wustrow durch die zurückliegende Renaturierung der Fischlandwiesen – auf dem Konto des Ostseebades landen. Zudem gebe es im Zusammenhang mit Straßenbau Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro. Diese Maßnahmen müssten nun abgerechnet werden, was dann zur Erholung des Kontostandes beitrage. Der Haushalt für das kommende Jahr soll dem Bürgermeister zufolge „ohne Griff in die liquiden Mittel“ aufgestellt werden.

Wichtigstes touristisches Infrastrukturvorhaben

Schon vor etwa zehn Jahren keimte die Idee einer Strandpromenade auf. Allerdings versank das Thema in der Folge erst einmal in der Versenkung – bis es Anfang dieses Jahres auf einmal in die höchste Kategorie der ortsinternen Prioritätenliste schaffte. Bürgermeister Daniel Schimmelpfennig hatte das Vorhaben seinerzeit als „das wichtigste touristische Infrastrukturvorhaben in diesem Jahr“ bezeichnet. „Da sind wir derzeit richtig dran.“ Doch im Frühjahr war noch nicht klar, dass die Planungskosten für das Gesamtvorhaben im Etat des Ostseebades dargestellt werden müssen.

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Für die beiden Mehrfamilienhäuser in der Osterstraße erfolgt derzeit die Berechnung der Kaltmiete. Erst dann werden die insgesamt acht Wohnungen in die Vermarktung gehen, sagte Daniel Schimmelpfennig. „Noch ist keine einzige Wohnung vergeben.“ Damit widersprach der Bürgermeister immer wieder aufkeimenden anderslautenden Aussagen in dem Ostseebad. Die Erstvermietung der Wohnungen in den Neubauten soll zum 1. Mai kommenden Jahres erfolgen. Zuletzt hatte die Gemeindevertretung einen Beschluss gefasst, um die Kriterien für die Vergabe kommunalen Wohnraums zu reformieren.

Von Timo Richter