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Ribnitz-Damgarten „Zeetje“ zerschlägt Prerower Seebrücke
Vorpommern Ribnitz-Damgarten „Zeetje“ zerschlägt Prerower Seebrücke
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12:06 04.01.2019
Das Sturmtief „Zeetje“ hat die Seebrücke in Prerow stark beschädigt. Quelle: Freiwillige Feuerwehr Prerow
Fischland-Darß-Zingst

Erhebliche Schäden haben Wind und Wellen der Seebrücke in Prerow zugefügt. Der Steg bleibt erst einmal gesperrt. Etliche Planken wurden durch die Wucht des Wassers herausgerissen, Teile des Geländers am Brückenkopf weggerissen. Der Schaden lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Bürgermeister René Roloff (Wählergemeinschaft Prerows Zukunft) erinnert sich aber an ein Angebot für die komplette Neubeplankung der Seebrücke jenseits der 100 000 Euro-Marke. Auf jeden Fall wird die Seebrücke schnellstmöglich repariert, sagt der Bürgermeister des Ostseebades.

Eine Absage erteilt René Roloff Gedankenspielen, die beschädigte Seebrücke gleich für den geplanten Inselhafen auszubauen. Für die Verlängerung bis zum geplanten Inselhafen gebe es noch gar keine Baugenehmigung. „In dem Fall würden wir im Sommer ohne Seebrücke dastehen“, – für Prerow als Touristenort undenkbar. Eine Reparatur sei somit unumgänglich.

Inselhafen: Planer legen Zuwegung höher

Auf die gewaltigen Kräfte von Wind und Wasser wird auch bei der technischen Planung des Inselhafens Rücksicht genommen. So wird die Zuwegung zu dem Ersatz für den Nothafen Darßer Ort einen Meter höher gelegt als der jetzige Belag der Seebrücke. „Das erlaubt noch eine gute landseitige Einbindung in den Hauptübergang und mindert die Wahrscheinlichkeit von Schäden an der Konstruktion durch Seegang deutlich, heißt es aus dem Schweriner Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt. Die technischen Planungen für den Inselhafen befinden sich derzeit in der Endphase. Noch in diesem Jahr soll das Planfeststellungsverfahren für Inselhafen, Seebrücke und Rückbau des Nothafens durchgeführt werden.

Straßensperrungen und Überschwemmungen entlang der Ostseeküste

Die Auswertung verschiedener Modelle hat ergeben, dass ein bis dato nur angedachter zusätzlicher kleiner Wellenbrecher aufgeschüttet werden wird. Entstehen soll der südlich der Hafeneinfahrt, um die Hafeneinfahrt vor Seegang aus süd-/südwestlichen Richtungen zu schützen. Die Kosten des Projekts werden mit rund 29 Millionen Euro angegeben. Das Land wird den Inselhafen bauen, unterhalten und betreiben. Kurzfristig soll eine Information über den Stand des Vorhabens in Prerow gegeben werden.

Wustrower Seebrücke bleibt verschont

Gesperrt bleibt nach dem Unwettertief „Zeetje“ bis auf Weiteres auch die Seebrücke im benachbarten Zingst. Dort wurden rund 15 Bohlen herausgerissen. Die Seebrücke soll kurzfristig repariert werden, so Öffentlichkeitsreferentin Simone Marks. Auch seien Dünen und Strandübergänge in Mitleidenschaft gezogen worden. „Hier müssen die Mitarbeiter des Bauhofes ran.“ Über das konkrete Ausmaß der Schäden werde es erst in zwei Tagen Gewissheit geben.

Glimpflich davon gekommen ist das Ostseebad Wustrow. „Unsere Seebrücke ist verschont geblieben“, sagt Bürgermeister Daniel Schossow (SPD). Allerdings habe der Sturm „ordentlich in die Dünen reingehauen“.

Bis zu vier Meter hoch sind die Dünenabbrüche in Dierhagen nach dem Sturmtief „Zeetje“. Quelle: Stephan Fellmann

Erhebliche Dünenabbrüche sind auch in Dierhagen zu verzeichnen. Laut Kurdirektor Stephan Fellmann sind die Abbrüche teilweise bis zu vier Meter hoch. In der kommenden Woche sollen mit schwerem Gerät die jetzt unpassierbaren Strandübergänge wieder hergestellt werden. Am schlimmsten betroffen waren die Dünen im Dierhäger Ortsteil Neuhaus sowie zwischen Dierhagen-Ost und Wustrow.

Dennoch hat Stephan Fellmann das Wüten von „Zeetje“ eigenen Worten zufolge relativ gelassen hingenommen. Die Dünen in Dierhagen sind die mächtigsten weit und breit. „Die Dünen können ruhig ein bisschen Sand abgeben“, sagt der Kurdirektor, „damit wir einen etwas breiteren Strand haben.“ Dass so deutlich sichtbare Abbrüche erfolgten, wundert den Kurdirektor nicht, schließlich seien die Dünen seit etlichen Jahren nicht profiliert worden, heißt: Sie laufen nicht flach zur Ostsee hin aus.

Gefährliche Situation an der Steilküste

In Ahrenshoop seien zwei Meter der Düne abgetragen worden, sagt der Ahrenshooper Wehrführer Benjamin Heinke, gleichzeitig erster stellvertretender Bürgermeister. „Die Dünenkante ist zwei Meter hoch“, so Benjamin Heinke weiter. Der Bauhof hat am Donnerstag in Ahrenshoop zumindest die Strandaufgänge wieder geglättet, um den Zugang zum Strand zu ermöglichen.

Die Folgen von Sturmtief „Zeetje“: Die Abbruchkante der Dünen ist zwei Meter hoch. Quelle: Freiwillige Feuerwehr Ahrenshoop

Auch an der Steilküste habe es zahlreiche Abbrüche gegeben. Zwischen den Ahrenshooper Ortsteilen Niehagen und Althagen ist bereits seit dem vergangenen Jahr der Küstenradweg oberhalb der Steilküste gesperrt beziehungsweise nur auf eigene Gefahr zu befahren und zu betreten. „Die Situation ist dort nun noch gefährlicher geworden“, sagt Benjamin Heinke. Weitere Wege seien jedoch nicht gesperrt worden.

„Der Sturm ist nicht so spurlos an uns vorübergegangen, wie gewünscht“, sagt Heinke, der nun schnelle Hilfe vom Land fordert. Der Küstenschutz ist Aufgabe der Landesregierung. Da in der kalten Jahreszeit noch weitere Stürme möglich seien, müsse schnellstmöglich gehandelt werden. Ein Durchbruch sei bei einem erneuten Hochwasser in dem Ausmaß der vergangenen Tage zwar noch nicht zu erwarten. Doch mit jeder Sturmflut verschlimmere sich die Lage. „Wir dürfen die Situation nicht unterschätzen“, so Benjamin Heinke.

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