Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Ribnitz-Damgarten Diesen Plan hat Zingst für das Areal der ehemaligen Jugendherberge
Vorpommern Ribnitz-Damgarten

Zingst: Das plant die Gemeinde für die ehemalige Jugendherberge 

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:00 22.09.2021
Weitere Bereiche in Zingst haben Festlegungen zum Bauen erhalten.
Weitere Bereiche in Zingst haben Festlegungen zum Bauen erhalten. Quelle: Reimer Wulf
Anzeige
Zingst

Für verschiedene Bereiche haben die Zingster Gemeindevertreter Planungsrahmen und Ziele abgesteckt. Mit im Fokus stand dabei das rund einen halben Hektar große Gelände der einstigen Jugendherberge in dem Seeheilbad. Nach dem coronabedingten Lockdown wurde die Einrichtung gar nicht erst wieder eröffnet. Als Eigentümerin will der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern des Deutschen Jugendherbergswerkes die Immobilie verkaufen. Das Geld soll dazu beitragen, andere Jugendherbergen in diesem Bundesland zu erhalten und auf Vordermann zu bringen.

Einstimmig votierten die Gemeindevertreter für den Beschlussvorschlag aus der Verwaltung. Ziel ist die Sicherung des Geländes als Beherbergungsbetrieb, sagte Bürgermeister Christian Zornow (CDU) auf Nachfrage. Wenn auf dem Areal Wohnung für Beschäftigte entstehen sollten, „ist das nicht zu beanstanden“. Eines wollen die Gemeindevertreter aber nicht: das Entstehen eines Ferienwohnungsparks mit vielen neuen Ferienwohnungen.

Dauerwohnen ist möglich

Problem ist, dass in direkter Nachbarschaft einige Zingster ihr Domizil haben und sie durch etliche Urlauber hinterm Gartenzaun gestört werden könnten. Bauamtsleiter Ingo Reichelt hatte im Vorfeld der Zusammenkunft der Gemeindevertreter betont, dass auf dem Areal auch Dauerwohnen ermöglicht werden solle.

Ihr Newsletter für die Region Ribnitz-Damgarten

Die wichtigsten Nachrichten der Woche von der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und der Region Ribnitz-Damgarten - jeden Freitag um 18 Uhr in Ihrem E-Mailpostfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Um nach einem Verkauf der Immobilie nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden, wurde für das Areal eilig das Bauleitverfahren in Angriff genommen. Der Bürgermeister bezeichnete es als „abenteuerlich“, für die Fläche keinen Bebauungsplan aufzulegen, das hätten Bebauungspraktiken in der Vergangenheit gezeigt. Zur Wahrung der Planungsziele wurde im Anschluss an die Aufstellung des Bebauungsplans für die ehemalige Jugendherberge eine Veränderungssperre beschlossen. Damit soll verhindert werden, dass ein Investor die Ziele der Kommune unterlaufen kann, indem vor Rechtskraft des neuen Bebauungsplans ein Vorhaben zur Genehmigung vorgelegt wird.

Für das Areal der ehemaligen Jugendherberge in Zingst gilt, es ist auch weiterhin Beherbergung möglich Quelle: OZ-Archiv

Das Areal selbst zu erwerben, um darauf den Wohnungsbau zu forcieren, ist der Kommune nicht möglich. Angesichts des Bodenrichtwertes würde die Eigentümerin in einem Bieterverfahren oder nach einer Ausschreibung einen Preis erzielen können, den die Kommune nicht aufbringen könne, hatte der Leiter des Bauamtes noch vor der Sitzung der Gemeindevertreter gesagt.

Lockere Bebauung wird gesichert

Planungstechnisch gesehen ist die ehemalige Jugendherberge nicht die einzige „Baustelle“ in Zingst. Um etwa die historisch gewachsenen Baufluchten im Bereich der westlichen Glebbe gleich neben dem Areal der ehemaligen Jugendherberge zu sichern, sind die Gemeindevertreter mit ihrer Zustimmung zur Beschlussvorlage aus dem Zingster Bauamt einen ähnlichen Weg gegangen. Ebenfalls darf dem Plan zufolge die aufgelockerte Bebauungsstruktur nicht verändert werden. Festlegungen wurden auch zur maximalen Zahl von Wohnungen in einem Gebäude sowie zur Größe der Baukörper getroffen. Auch für diesen Bereich wurde zur Wahrung der kommunalen Interessen eine Veränderungssperre beschlossen. Die gilt in der Regel zwei Jahre. Innerhalb dieser Zeit hat die Verwaltung die Gelegenheit, einen entsprechenden Bebauungsplan bis zur Rechtskraft weiterzuentwickeln.

Neue Gestaltungsvorgaben

Diesen Schritt haben die Pläne für den Bereich Neue Reihe Nord sowie die südliche Strandstraße nun geschafft. Die Gemeindevertreter fassten jeweils einen Abwägungs- und Satzungsbeschluss. In der südlichen Strandstraße dürfen neue Häuser nicht größer als der aktuelle Bestand gebaut werden. Auch dort soll die lockere Bebauung gewahrt werden. So ist das Zusammenwachsen von Gebäuden etwa durch An- und Zwischenbauten unzulässig.

Auf ein bereits langes Bearbeitungsverfahren lässt sich im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan für die Neue Reihe Nord zurückblicken. Für dieses Gebiet wurden zusätzlich neue Gestaltungsvorgaben in den Bebauungsplan hineingeschrieben. Dabei geht es beispielsweise um Traufhöhen und die Ausrichtung der Gebäude zur Straße hin. Außerdem wurden Zahl und Größe von Dachgauben geregelt. Staffelgeschosse sind unter bestimmten Voraussetzungen aber weiterhin erlaubt.

Von Timo Richter