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Zingst will Klassenräume vernetzen

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16:10 15.01.2020
Die Gemeindevertreter in Zingst denken über die Nahversorgungssituation nach. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Zingst

Die Digitalisierung der Zingster Schule beginnt mit Schaufel und Spitzhacke. Das jedenfalls ist die Vorstellung von Bürgermeister Christian Zornow (CDU). Derzeit werde an einem Medienentwicklungskonzept gearbeitet, um Digitalisierungsmittel für Schulen einstreichen zu können. Unterm Strich hofft der Zingster Bürgermeister auf eine Förderung in Höhe von rund 120 000 Euro.

Im ersten Schritt zu einer zeitgemäßen Ausstattung der Regionalen Schule mit Grundschule rücken Bauarbeiter und Handwerker an. Denn erst einmal müssen die Klassenräume miteinander vernetzt werden. So gibt es aktuell keine Leitung von den Fachräumen ins Hauptgebäude. Ziel ist es, sämtliche Klassenräume mit sogenannten interaktiven Whiteboards auszustatten.

Darauf lassen sich über ein vom Computer angezeigtes Bild handschriftliche Ergänzungen legen. Auch das Einbinden von Videodateien, Musikclips oder Inhalten aus dem Internet ist gängigen Beschreibungen zufolge möglich, ohne dass ein neues Gerät dazu notwendig wird. Interaktive Whiteboards ermöglichen es, ein Tafelbild zu speichern und in einer späteren Unterrichtsstunde weiter zu verwenden oder den Schülern als Lernunterlagen zur Verfügung zu stellen.

Erschwerte Etatplanung erwartet

Der Bürgermeister und oberste Finanzer in Zingst rechnet mit einer „deutlich erschwerten Haushaltsplanung“. Grund sind geringere Zuweisungen aus dem Finanzausgleichsgesetz. Allein für dieses Jahr rechnet Christian Zornow mit geringeren Einnahmen in Höhe von rund 200 000 Euro.

Damit nicht genug, die Zuweisungen des Landes werden auch in den kommenden Jahren weiter sinken. Christian Zornow rechnet damit, dass ab dem Jahr 2024 rund 430 000 Euro in der Gemeindekasse fehlen werden – in jedem Jahr. „Wir werden versuchen, das Minus ohne eine Anhebung der Hebesätze auszugleichen“, sagt der Bürgermeister.

Nachdenken über neuen Supermarkt

Als angespannt bezeichnet Christian Zornow die Situation in der Nahversorgung. Mit dem Aus des Edeka-Markts Jens zum 31. Oktober des vergangenen Jahres haben sich die Blicke der Zingster Gemeindevertreter wieder auf das Einzelhandelskonzept des Seeheilbades gerichtet.

Demnach wäre noch ein Einkaufsmarkt in Zingst anzusiedeln, sagt Christian Zornow. Nun ist aber ein Supermarkt geschlossen worden. „Wie gehen wir damit um?“, fragt der Bürgermeister. Wichtigste Frage ist, wo überhaupt so ein Supermarkt anzusiedeln wäre, wie groß müsste beziehungsweise könnte er sein. Sollte ein Supermarkt zentrumsnah entstehen oder besser am Ortsrand? Innerhalb der Kommune existiere in diesem Zusammenhang bislang nur ein recht diffuses Bild, sagt Christian Zornow. Eine Diskussion mit konkreten Inhalten sei seit dem Aus von Edeka Jens noch nicht in Gang gekommen.

Entwicklungschancen für Außenbereichsfläche

Das soll aber während der Zusammenkunft der Zingster Gemeindevertreter am heutigen Donnerstag erfolgen. Nichtöffentlich ist laut Tagesordnung eine Diskussion über die künftige Nahversorgungssituation in dem Seeheilbad vorgesehen. Der Bürgermeister wolle mit eigenen Vorschlägen nicht möglichen Diskussionsergebnissen in der Gemeindevertretung vorgreifen.

Beraten wird zudem über die Entwicklung einer Fläche im Außenbereich westlich der Straße am Bahndamm in Höhe der Einmündung der Friedensstraße. Das geschieht ebenfalls hinter verschlossenen Türen. Öffentlich dagegen ist ein Satzungsbeschluss zur ersten Änderung des Bebauungsplans zum Schutz des zentralen Versorgungsbereichs in Zingst. Der Bebauungsplan sieht vor, dass in den beiden Haupt-Ladenstraßen Geschäftsräume im Erdgeschoss nicht zu Ferienwohnungen umgewandelt werden dürfen.

Mehr lesen: Edeka-Markt Jens in Zingst macht dicht

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Von Timo Richter

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