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Rügen Königslinie: Stena Line will Bahnverkehr wieder aufleben lassen
Vorpommern Rügen Königslinie: Stena Line will Bahnverkehr wieder aufleben lassen
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19:09 03.07.2019
Am 6. Juli 2019 blickt die Fährverbindung Trelleborg-Sassnitz - auch bekannt als Königslinie - auf 110 Jahre zurück. Der Trelleborger Hafenchef Jürgen Nilsson, Chairman Jan Isaksson und Stena Line Geschäftsführer Ron Gerlach feierten das Jubiläum gemeinsam auf dem Fährschiff „Sassnitz" im Hafen von Mukran. Quelle: FOTO: Wenke Büssow-Krämer
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Sassnitz/Mukran

Als Verbindung für die Eisenbahn zwischen Deutschland und Schweden ging die als Königslinie bekannte Fährstrecke an den Start. Am 6. Juli 1909 überquerte der erste Zug die Ostsee auf der Route SassnitzTrelleborg. Dass dieser historische Ursprung immer noch von Bedeutung ist, machte Stena Line Geschäftsführer Ron Gerlach während der Feierstunde zum 110-jährigen Jubiläum auf dem Fährschiff „Sassnitz“ deutlich.

„Es ist wichtig, dass wir den Bahnverkehr auf der Strecke wieder aufleben lassen. Auch dieses Schiff wurde eigentlich dafür gebaut“, so Gerlach. Nachdem die Deutsche Bahn seit 2015 ihre Verbindungen nach Schweden über Rostock lenkt, finden Bahnwaggons nur noch sporadisch auf die „Sassnitz“, die die Route seitdem allein bedient. Zweimal täglich legt das Schiff in der Hauptsaison von Mukran in Richtung Schweden ab – in der Nebensaison einmal täglich.

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Die Gästezahlen sind seitdem jedoch stabil. Rund 300000 Passagiere zählt die Fährgesellschaft jährlich auf der Sassnitz-Trelleborg-Route, die von Stena Line von Deutschland aus geleitet wird. 800 Fahrgäste kann die „Sassnitz“ aufnehmen. An Bord kümmern sich um die 60 Mitarbeiter um den Betrieb des Schiffes und das Wohlergehen der Reisenden. „Wir versuchen alles, um das Schiff attraktiv zu halten. Es wird investiert in das 30 Jahre alte Schiff“, betont Kapitän Volkmar Milzow.

Um die Attraktivität der Linie zu erhöhen, wäre eine höhere Taktung der Abfahrten wünschenswert, um noch mehr Tagesausflügler auf die Insel zu locken. „Hier möchten wir mehr Produkte anbieten. Dafür arbeiten wir mit Hotels oder auch Golfclubs zusammen, um die Passagiere dann auch auf Rügen zu halten“, so Gerlach. Golf gilt in Schweden als populär und stellt somit ein beliebtes Reiseziel dar. „Der Bahnverkehr bleibt aber ein wichtiger Punkt. Dazu gibt es immer wieder Gespräche mit der Bahn“, sagt der Stena Line Geschäftsführer.

Der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht hat dabei auch den ökologischen Fußabdruck im Blick. „Die Tradition des Bahnverkehrs wieder aufleben zu lassen, soll auch die Wirtschaft Rügens ankurbeln“, so Kracht. Außerdem soll der von ihm gewünschte Golfplatz zwischen Sassnitz und Mukran die Zugkraft auf schwedische Touristen erhöhen.

Ideen und Wünsche für Fährverbindung hat auch Alexander Montana vom Verkehrsclub Deutschland. „Ein Nachtzug von Stockholm nach Berlin hätte Potential“, meint Montana. „Schiffe und Eisenbahn sind preisbewusste Alternativen und dass werden die Leute in Zukunft auch deutlicher merken.“ Nach dem Vorbild der Zugverbindung zwischen Berlin und Malmö – die in der Hauptsaison über Sassnitz betrieben wird – würde eine Strecke bis nach Stockholm enormes Werbepotential in der schwedischen Hauptstadt bieten, von dem auch die Insel Rügen profitieren könnte.

Am Sonntag möchte die Stadt Sassnitz die Bedeutung der Fährverbindung würdigen und dessen Historie im alten Hafenbahnhof aufleben lassen. „Vor 50 Jahren hat Sassnitz mit Trelleborg einen Freundschaftsvertrag unterschrieben. 1992 kam die Städtepartnerschaft zustande, die noch heute lebt. Immer mehr Trelleborger kommen nach Sassnitz“, begründet Bürgermeister Kracht.

Wenke Büssow-Krämer

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