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Rügen 2000 Schulstunden ausgefallen: Krisengespräch mit Brodkorb
Vorpommern Rügen 2000 Schulstunden ausgefallen: Krisengespräch mit Brodkorb
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00:00 02.03.2013
Forderten mehr Geld f�r Lehrmittel: Die Sch�lervertreter des Bergener Gymnasiums im Gespr�ch mit Mathias Brodkorb. Quelle: Stefanie B�ssing
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Bergen

Der Bildungsminister war auf Bitte der Schule zu einem rund einstündigen Krisengespräch angereist, das am Donnerstag hinter verschlossenen Türen im Bergener Gymnasium stattfand.

„Wir haben eine Reihe von Themen angesprochen“, erklärt Racky, „unter anderem den Unterrichtsausfall und unsere Probleme, diesen Ausfall abzufangen.“

Etwa acht Prozent und damit rund 2000 Stunden sind laut Norbert Benedict, Latein- und Sportlehrer an der Schule, allein in diesem Schulhalbjahr ausgefallen. Zum Vergleich: Landesweit waren es an allgemeinbildenden Schulen im Schuljahr 2011/2012 laut Landes- Bildungsministerium durchschnittlich nur rund zwei Prozent.

Ursache für die vielen Fehlstunden am Bergener Gymnasium sei unter anderem ein hoher Krankenstand, von dem besonders die älteren Lehrer betroffen seien. „Viele Kollegen kriechen einfach auf dem Zahnfleisch“, hat Benedict erlebt. Das sei besonders im Bereich Naturwissenschaften ein Problem. „Die Lehrer reichen zwar aus, um den Unterrichtsstoff abzudecken, aber wenn jemand ausfällt, wird es kritisch“, hat Benedict erlebt.

Schulleiter Racky will die Zahlen nicht offiziell bestätigen. Dass der Unterrichtsausfall in Zukunft sogar zu einem noch viel größeren Problem werden könnte, gibt er jedoch unumwunden zu. „Das hängt damit zusammen, dass die Lehrer sich wieder der Vollbeschäftigung nähern“, erklärt Racky. Bisher leisteten die Pädagogen im Rahmen des Lehrerpersonalkonzeptes (LPK) 18 Unterrichtstunden pro Woche.

Diese sollen bis zum Schuljahr 2014/2015 stufenweise auf 27 Stunden hochgefahren werden.

„Viele Kollegen sagen, dass sie diese Belastung nicht schaffen werden“, so Racky. Hinzu komme, dass es mit der Vollbeschäftigung keine Vertretungsspielräume mehr für mögliche Ausfälle gebe. „Wir befürchten, dass die Situation noch schlimmer wird, wenn jetzt nichts passiert. Einige Eltern haben Angst, dass im Einzelfall sogar Abschlüsse gefährdet sind“, so Racky.

„Wir haben bereits vor einem Jahr damit begonnen, ein Konzept gegen den Unterrichtsausfall zu entwickeln“, erklärte Bildungsminister Brodkorb bei seinem Besuch. Dazu solle das 50-Millionen-Euro-Paket genutzt werden, das die Koalition künftig jährlich für Schulen in MV bereitstellen will. Das Konzept umfasst laut Brodkorb neben einer verbesserten Organisation von Lehrerfortbildungen und Prüfungen ein Gesundheitsprogramm für Lehrer und ein Vertretungslehrersystem — das bezieht sich allerdings nur auf Kernfächer. „Die ersten Mittel werden für das Schuljahr 2013 eingestellt, flächendeckend greifen die Maßnahmen erst im Schuljahr 2014/2015“, sagt Brodkorb.

„Für uns ist das noch weit weg, wir haben jetzt Probleme und müssen gucken, wie wir zurechtkommen“, sagt Racky. Ob ein Vertretungslehrer die Ausfälle im Hinblick auf die steigenden Stundenzahlen der Lehrer kompensieren könne, sei fraglich. „Er wird sie sicher nicht in Gänze abfedern können, schlimmstenfalls wird der Status quo nur gehalten.“

Auch Elternvertreterin Susann Heusler ist skeptisch. „Was Herr Brodkorb gesagt hat, war sehr pauschal und hatte nichts mit unser Schule zu tun. Nun müssen wir abwarten, wie das Konzept umgesetzt wird.“

Lehrerpersonalkonzept
27 Pflichtstunden pro Woche leisten Lehrer ab dem Schuljahr 2014/2015 wieder. Dann läuft das Lehrerpersonalkonzept (LPK) aus, mit dem das Land seit 1995 auf sinkende Schülerzahlen reagiert hatte. Um Stellenstreichungen zu verhindern, hatten sich die Lehrer zu einem Teilzeitkonzept bereiterklärt.

Stefanie Büssing

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