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Rügen Tourismus zu Lasten der Firmenkassen?
Vorpommern Rügen Tourismus zu Lasten der Firmenkassen?
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17:49 27.08.2019
Wer auf Rügen lebt, sollte auch die Strände jederzeit kostenfrei benutzen dürfen, meinen die Rüganer. Doch wird bisher auch für sie die Kurtaxe fällig. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Rügen

Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) will die Kurtaxe abschaffen – das stößt auf Rügen durchaus auf offene Ohren, aber vor allem auf Skepsis. „Man möchte schließlich, dass der Gast zufrieden ist“, sagt Doryn Buss vom „Haus am Meer“ in Lohme. Denn natürlich reagieren Urlauber verärgert, die beim Flanieren durch mehrere Orte der Insel auch mehrmals zur Kasse gebeten werden.

Nur für tatsächlich genutzte Leistungen zahlen

„Dass ein Tagesgast zahlen muss, ist jedenfalls nicht in Ordnung“, sagt Buss. Für sie sei eine Bettensteuer denkbar. „Oder jeder Gast zahlt eben einfach nur das, was er auch nutzt“, schlägt die Vermieterin vor. So könnten Konzerte, Wanderung oder die Bäderbahn nicht über eine Kurtaxe finanziert werden, sondern durch Eintrittsgelder der Gäste, die diese Leistungen auch in Anspruch nehmen.

Auch Birte Löhr fürchtet die Konsequenzen einer Abschaffung der Kurtaxe. „Es kann nicht sein, dass Unternehmen dann stärker belastet werden und am Ende noch die Gewerbesteuer erhöht wird“, meint die Generaldirektorin der Hutter-Hotels.

Der Binzer Bürgermeister sieht da ebenfalls noch viele offene Fragen. „Wenn wir die Kurtaxe streichen, brauchen wir eine alternative Finanzierung. Bisher ist der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern aus meiner Sicht nicht ausreichend finanziert. Vielleicht gelingt es einer neuen Steuerungsgruppe ja, ein entsprechendes Modell zu finden“, sagt Karsten Schneider.

Die vom Finanzminister Reinhard Meyer vorgeschlagene Tourismus-Abgabe von Unternehmen, die eine Kurtaxe ersetzen soll, lässt viele Fragen offen.

Keine zusätzliche Last für Unternehmen

Als Ausgleich für die Kurtaxe, schlägt der Finanzminister eine Tourismusabgabe für die ansässigen Unternehmen vor. Schließlich würden alle Firmen auf die eine oder andere Weise vom Tourismus profitieren. Sellins Tourismusmanager sieht im Falle solch einer Tourismus-Abgabe für Unternehmen viel Gegenwind. „Ich glaube kaum, dass die Firmen davon begeistert sein werden, wenn sie vom Gesetzgeber noch mehr aufgedrückt bekommen. Sie zahlen hier schon ihre Fremdenverkehrsabgabe“, sagt Conrad Bergmann.

„Natürlich profitieren die Firmen vom Tourismus. Aber mit solch einer Abgabe wäre die Last der Infrastruktur sehr einseitig verteilt“, meint Stev Baron, Betriebsleiter der Hafen- und Tourismuswirtschaft Altefähr. Außerdem übersteigen die Einnahmen der Kurtaxe um ein Vielfaches die der Fremdenverkehrsabgabe. Somit müsste diese eine erhebliche Erhöhung erfahren, um den Ausfall zu decken. „Und woran wolle man eine Tourismusabgabe messen – am Umsatz oder der Größe des Unternehmens? Eine gerechte Lösung halte ich hier für unwahrscheinlich“, sagt Baron. „Außerdem würde sich jedes Unternehmen demnächst zwei Mal überlegen, ob es sich hier niederlässt und der Umsatz durch Touristen diese Kosten ausgleicht.“

„Die Unternehmen, die vom Tourismus profitieren, werden derzeit schon mit der Fremdenverkehrsabgabe an den Kosten des Tourismus beteiligt. Eine weitere finanzielle Belastung wäre nicht der richtige Weg“, meint auch Hiddensees Kurdirektorin Vanessa Marx. „Eine Abschaffung der Kurabgabe würde für ein Seebad zunächst bedeuten, dass viele öffentliche, jetzt kostenfreie – da über Kurabgabe finanzierte – Einrichtungen, wie zum Beispiel WC-Anlagen, künftig nur gegen Entgelt genutzt werden dürften. Eintrittspreise für Kurveranstaltungen müssten eingeführt, beziehungsweise Eintrittsgelder für Leuchtturm und Museen erhöht werden“, so Marx.

Doch welche Lösung auch gefunden wird: „Es sollten alle davon profitieren und die Mittel für den touristischen Ausbau von ganz Rügen eingesetzt werden, wie zum Beispiel gemeindeübergreifende Radwege“, wünscht sich Doryn Buss. „Und es sollte ganz schnell geschehen.“

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Von Wenke Büssow-Krämer

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