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Rügen Funkmast auf Rügen: Friedhof oder Bahnhof?
Vorpommern Rügen Funkmast auf Rügen: Friedhof oder Bahnhof?
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07:25 27.04.2019
Auf der Gemeindevertretersitzung vom Donnerstag ging es einmal mehr um den Standort für einen Funkmast. Quelle: Uwe Driest
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Baabe

Glaubt man dem Internetportal „Funkloch-MV“, droht Baabe zur fernmeldetechnischen Diaspora zu werden. Das Problem der Funklöcher wäre entstanden, nachdem das Cliff-Hotel Nutzungsverträge für den auf dem Hotel stehenden Funkmast gekündigt habe, meint Frank Adam. Als Grund vermutet der der gelernte Elektro-Ingenieur, dass sich Hotelgäste mit den Antennen über ihren Köpfen unwohl gefühlt haben könnten. Seither wird ein alternativer Standort im Ostseebad gesucht, damit Einwohner und Gäste nicht von der Außenwelt abgeschnitten werden. Die Entscheidung dafür mochte die Gemeindevertretung indes auch auf ihrer Sitzung vom Donnerstag noch nicht treffen. Von den ursprünglich betrachteten sechs Standorten kommen nur noch zwei in die engere Wahl. Die beiden Standorte im Norden und Zentrum des Ortes (A1 und A2) entfallen und zwei weiteren Standorten widersprachen Landesforst und andere Behörden (A3 und A6), sodass die Entscheidung zwischen Friedhof und Bahnhof (A4 und A5) fallen müsste. Der von Gemeindevertreterin Theresa Yström (CDU) zusätzlich ins Spiel gebrachte Standort am Campingplatz sei bereits geprüft und als technisch unzureichend verworfen worden, so Kurdirektorin Uta Donner.

Die Standortwahl dürfte sich auch deswegen etwas zäh gestalten, weil sich Kritiker der Mobilfunktechnologie um Frank Adam in die Diskussion einbrachten. Zwar sei der Empfang im Ort teilweise sehr schlecht, räumt Adam ein, „aber was aber für die Gäste eines Luxushotels gilt, können wir Einwohner für uns wohl auch beanspruchen“, findet er. Im vergangenen Jahr hatte Adam daher eine Unterschriftensammlung initiiert, in der sich 236 „Baaber Bürger gegen einen 50 Meter hohen Funkmast, aber für einen strahlungsarmen Handy-Empfang“ aussprachen. „Die bisherigen Pläne sehen vor, dass auf einen Mast mit 50 Watt Leistung mindestens 28 Antennen installiert werden“, so Adam. „Wir hätten dann eine hohe elektromagnetische Strahlung in unserem allergikerfreundlichen Kurort.“ Abhilfe könne nur ein nationales Roaming schaffen, bei dem sich mehrere Betreiber die Antennen teilen und so die Leistung reduzieren.

Das aber ist Zukunftsmusik und hilft Bürgermeister Hartwig Diwisch (CDU) und seiner Gemeindevertretung in der aktuellen Situation nicht weiter. Die ist gekennzeichnet von dem Dilemma, sich zwischen dem der Gemeinde gehörenden Friedhof und einem Privatgrundstück am Bahnhof entscheiden zu müssen. Der Standort am Friedhof wurde lange favorisiert und dann doch abgelehnt. Dieses Votum würde Diwisch am liebsten wieder kassieren. „Beim Standort auf dem Friedhof hätten wir immerhin ein Mitspracherecht“, so der Bürgermeister. Entscheidet sich das Gemeindeparlament endgültig dagegen, droht die Errichtung des Mastes auf dem Privatgrundstück im Zentrum des Ortes. Dagegen habe zwar auch das Amt für das Biosphärenreservat votiert, aber nur mit der schwachen Begründung, dass es am Friedhof einen Alternativstandort gäbe, weiß Diwisch. „Wenn wir den Standort am Friedhof aber ablehnen, würde das Amt den am Bahnhof sicher genehmigen.“ Ihre endgültige Entscheidung möchten die Gemeindevertreter auf ihrer letzten Sitzung vor den Wahlen am 26. Mai treffen.

Uwe Driest

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