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Rügen Akkordeonabend erinnert an Bergens berühmten Komponisten
Vorpommern Rügen Akkordeonabend erinnert an Bergens berühmten Komponisten
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17:13 28.10.2019
Daniela Grenz spielte mit ihrem Akkordeon Musik von Wolfgang Jacobi aus Bergen. Quelle: Stadtmuseum
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Bergen

Es ist eher ungewöhnlich, dass ein Komponist am Beginn seines sechsten Lebensjahrzehnts plötzlich und unangekündigt seine große Liebe für das Akkordeon entdeckt. Wolfgang Jacobi hat es getan! Man kennt ihn als Autor so anspruchsvoller wie vielen Gattungen gerecht werdender Klavier- und Kammermusik, sensibler Lied- und Chorkompositionen sowie konzertanter und sinfonischer Werke. Am 25. Oktober 1894 in Bergen auf Rügen unweit des Billroth-Hauses und des heutigen Städtischen Museums geboren, verbrachte er seine Kindheit in dieser Stadt sowie die Schulzeit in Stralsund und starb nach so ereignisreichem wie schwierigen Komponistenleben hoch angesehen 1972 in München. Ihm wurde nun anlässlich seines 125. Geburtstages ein Akkordeonkonzert im Städtischen Museum gewidmet.

Als „Quetschkommode“ verspottet

Die Motivationen dazu könnten zielführender nicht sein: zunächst der Geburtstag, dann die Verankerung wichtiger Lebenszeit in Bergen, die spätere deutschlandweite Bedeutung als Komponist. Gewürdigt wurde aber vor allem sein geradezu als Pioniertat einzuschätzender Einsatz für ein Instrument, das lange als „Quetschkommode“ günstigstenfalls für Shantys, den Tanzboden oder die Folklore zu taugen schien. Wer im Konzert war, konnte nur darüber staunen, in welch hohem Maße das Akkordeon auch hohen künstlerischen Ansprüchen genügen kann. Jacobi hatte das auch dank entsprechend dringlicher Bitten seitens des weltweit bekannten Hohner-Akkordeon-Herstellers und -Verlages schnell erkannt und in kurzer Zeit ein repräsentatives Repertoire geschaffen, das sowohl musikpädagogische Zielsetzungen (Musikschule) als auch den „seriösen“ Konzertalltag bediente. Eine Spezialität: die Berücksichtigung des Einzelton-Akkordeons, dessen Gesamtwerk nun nagelneu auf CD vorliegt und beim Konzert am Freitag nahezu komplett vorgestellt wurde.

Tänzerischer Gestus

Eine kompetentere Vermittlerin konnte man sich nicht wünschen: Daniela Grenz, seit ihrem zehnten Lebensjahr leidenschaftliche Akkordeonistin und Jacobi-Anhängerin. Sie ist Hochschulabsolventin mit Konzertexamen, Preisträgerin nationaler wie internationaler Wettbewerbe und geschätzte Solistin auf vielen Konzertpodien. Aufschlussreich war ihr Programm. Es spannte in Jacobis ganz eigener, individuell moderner Tonsprache den großen Bogen von der kunstvollen Volksliedbearbeitung – nie nur Arrangement, sondern eigenständige Komposition! – über das anspruchsvolle Genrestück bis hin zur mehrsätzigen konzertanten Suite. Es präsentierte Ansprüche, für die die Solistin hinsichtlich spieltechnischer Perfektion, variabler, aparter Klanglichkeit, spezifischer Expressivität und spielerischem, nicht selten tänzerischen Gestus alle Kompetenz mitbrachte: Jacobis Akkordeon-Werk mit Herzblut geschrieben – also in besten Händen! Ein würdiges Plädoyer für Bergens großen, noch vielen unbekannten Sohn. Stefan Kutscher – moderierender Akkordeonist und Ehemann der Solistin – fügte viel Wissenswertes hinzu.

Von Ekkehard Ochs

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