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Rügen Algen erreichen Rügen – Menschen auf der Insel bleiben gelassen
Vorpommern Rügen Algen erreichen Rügen – Menschen auf der Insel bleiben gelassen
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09:13 26.07.2019
Mitarbeiter vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg prüfen derzeit, ob es sich bei der gelb-grünen Schlierenbildung vor Sassnitz um Blaualgen handeln könnte. Quelle: Mathias Otto
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Sassnitz

Algen-Teppich vor Rügen: Lange wurde gerätselt, ob es sich um die gefährliche Blaualge handeln könnte. Denn erst am Anfang der Woche wurde er vor Dänemark und Schweden gesichtet. Am Donnerstagnachmittag kam dann vom Nationalpark Jasmund die Nachricht, dass es sich bei der gelb-grünlichen Schlierenbildung auf der Wasseroberfläche am Königsstuhl um die ungefährliche Braunalge handelt. Menschen auf der Insel gehen gelassen mit diesem Fund um.

Foto sorgt für Spekulationen

OZ-Leserin Inga Thomas aus Berlin fotografierte am Mittwoch am Königsstuhl die Ostsee. Auf dem Foto ist eine Schlierenbildung an der Oberfläche des Wassers zu sehen. Am Donnerstagvormittag war dieser Film auf der Ostsee noch zu sehen, allerdings nicht mehr in dem Ausmaß, wie am Vortag. Dieser hatte sich über mehrere hundert Meter entlang der Küste verteilt. Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde bestätigt, dass auf dem Foto der OZ-Leserin Blaualgen zu sehen sind. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg konnte hingegen einen Blaualgen-Fund vor Rügen nicht bestätigen. Das Amt prüft trotzdem, ob eine Belastung vorliegt.

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Nachdem Anfang der Woche ein großer Blaualgenteppich auf der zentralen Ostsee vor den Küsten von Dänemark und Schweden entdeckt wurde, haben Augenzeugen Algen vor Rügen fotografiert.

Rücksprache mit DLRG-Wachleiter

Jeden Morgen hält der Selliner Tourismusmanager Conrad Bergmann Rücksprache mit dem Wachleiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der am Strand stationiert ist. „Er hat mir bestätigt, dass kein Befall von Blaualgen vorliegt“, sagt er. Jeden Tag, bevor die Schicht für den Wachleiter am Strand beginnt, werde nicht nur die Temperatur im Wasser gemessen. „Wenn er etwas Auffälliges entdeckt, teilt er es uns mit“, sagt Conrad Bergmann.

Am Mittwoch meldete er, dass sich im Wasser ein Film gebildet hat. Dieser sei aber ungefährlich für die Badegäste gewesen. Ein solcher Fund sei aber zu dieser Jahreszeit normal, das Wasser fange an zu blühen. „Hätte der Verdacht bestanden, dass es sich dabei um Blaualgen handelt, hätte der Wachleiter sofort dafür gesorgt, dass niemand ins Wasser geht“, so der Tourismusmanager.

„Das Wasser ist glasklar.“

Unmittelbar an die Küste des Nationalparks grenzt die Schaabe, einer der beliebtesten Badestrände Rügens. Pascal Plempe ist Rettungsschwimmer und Wachleiter bei der DRK-Wasserwacht auf dem Rettungsturm in Glowe. Hier können die Gäste derzeit uneingeschränkt die Badefreuden genießen, sagt er. „Unsere Truppe hat am Sonntag ihren Dienst begonnen. Verunreinigungen durch Algen oder gar einen Blaualgenteppich haben wir nicht beobachtet.“

Ganz im Gegenteil: „Ich war gerade mit dem Boot draußen zu einer Kontrollfahrt. Das Wasser ist glasklar, man kann weit entfernt vom Strand bis auf den Boden sehen.“ Der Wind in Glowe kam tagelang aus nordwestlichen Richtungen, am Donnerstag drehte er auf Nordost. Sollten Gesundheitsgefahren lauern, würden die Rettungsschwimmer auf jeden Fall durch das Aufziehen der gelben Flagge warnen.

„Man weiß heute nie, was sich alles im Wasser befindet und uns schaden kann. Wenn es lediglich blüht und niemand dadurch Hautreizungen oder Ähnliches bekommt, ist es okay. Trotzdem sollten wir Badegäste Funde und Beobachtungen ernst nehmen“, sagt Inge Kruse (63) aus Sassnitz.

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Mathias Otto

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