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Rügen Rügener Arndt-Gesellschaft geht auf Distanz zum AfD-Flügel-Treffen
Vorpommern Rügen Rügener Arndt-Gesellschaft geht auf Distanz zum AfD-Flügel-Treffen
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14:24 10.11.2019
Ernst Moritz Arndt ist einmal mehr Gegenstand unterschiedlicher Anschauungen. Quelle: P.Binder
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Groß Schoritz/Binz

Jetzt geht auch die Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft aus Groß Schoritz auf Distanz zum Flügel-Treffen der AfD im Binzer „Arkona Strandhotel“. Anlass für die Verlautbarung des Vorsitzenden, Klaus-Michael Erben, ist die Aussage des AfD-Kreissprechers René Kruschewski aus Bergen, das Flügel-Treffen finde in Binz auch wegen nationaler Persönlichkeiten statt, die von Rügen stammten oder auf der Insel wirkten. Dazu gehöre auch Arndt.

Kreidefelsen sind der Grund

„Als ein Grund für die Ortswahl wird unter anderem der 250. Geburtstag des auf Rügen geborenen streitbaren Publizisten Ernst Moritz Arndt genannt“, schreibt Erben in einer Erklärung zum Thema. „Diese Vereinnahmung empört uns. Jeder Arndt-Kenner weiß, wie untauglich es ist, den Romantiker und Freiheitsstreiter Arndt vor dem Hintergrund seines vielfältigen Werks – mir nichts Dir nichts – einseitig parteipolitisch zu vereinnahmen. Wir hatten dies bereits der CDU im Greifswalder Kommunalwahlkampf mitgeteilt.“

Der AfD-Landtagsabgeordnete, Prof. Dr. Ralph Weber, weist eine versuchte Vereinnahmung zurück. „Ernst Moritz Arndt ist Teil der Rügener Historie und die steht allen offen“, sagt Weber. „Also hat die Arndt-Gesellschaft diesbezüglich in unsere Richtung nichts zu bemerken.“ Niemand habe den Namen für sich gepachtet, was es jedem Bürger in Deutschland möglich mache, Arndt auf seine Weise zu gedenken. „Allerdings kommen wir nicht wegen Arndt auf die Insel“, sagt Weber. „Die Flügel-Treffen finden immer an Orten statt, die sich durch Naturdenkmäler auszeichnen oder in einer Tradition zur deutschen Geschichte stehen.“ Dies sei zum Beispiel bei den Kreidefelsen auf Rügen der Fall.

Ivenacker Eichen erste Wahl

Der Flügel, wegen seiner nationalistischen Ausrichtung auch innerhalb der AfD nicht unumstritten, wollte sein erstes Treffen in Mecklenburg-Vorpommern anfänglich erst nahe der Ivenacker Eichen bei Stavenhagen abhalten. Dort, so Weber, habe man allerdings keine geeignete Räumlichkeit gefunden, die die zu erwartenden 200 bis 250 Teilnehmer hätte aufnehmen können. Daher sei man nach Binz gegangen.

AfD-Landespolitiker Ralph Weber: „Niemand kann Arndt für sich beanspruchen.“ Quelle: dpa-Zentralbild

Ralph Weber stellt fest, dass er und seine Partei nicht konträr zur Arndt-Gesellschaft stünden. „Leider wollen sie aber scheinbar nicht mit uns“, sagt der Landespolitiker, des selbst schon an der ehemaligen Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald unterrichtete. „Wir hatten zum Beispiel wegen einer gemeinsamen Mahnwache angefragt, als es darum ging, der Universität den Namenszusatz Arndt zu erhalten. Das hat die Gesellschaft abgelehnt.“

Vortrag zum Thema Ausgrenzung

Die Ernst-Moritz-Arndt-Gesellschaft wird am 23. November, wenn das Flügel-Treffen und eine vom Bündnis „Rügen für Alle – Gemeinsam gegen Rechts“ angemeldete Gegendemonstration stattfinden, nicht untätig sein. „Der Zufall unserer langfristigen Terminplanung macht es möglich, dass wir gezielt auf diese AfD-Veranstaltung antworten können“, sagt Klaus-Michael Erben. „Zur gleichen Zeit wie in Binz laden wir für 15 Uhr in die Aula des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums in Bergen auf Rügen zu einer Veranstaltung zum Thema ,Ausgrenzung und Judenfeindlichkeit’ ein. Referent ist der stellvertretende Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin, Prof. Dr. Uffa Jensen. Klezmer-Musik soll zusätzlich darauf hinweisen, dass der mit der Familie Mendelsohn befreundete Arndt auch hier seinen Januskopf zeigte.“

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Von Jens-Uwe Berndt

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