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Rügen Attentat auf Adolf Hitler: Ausstellung in Prora ehrt Georg Elser
Vorpommern Rügen Attentat auf Adolf Hitler: Ausstellung in Prora ehrt Georg Elser
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17:11 10.09.2019
Philipp Bayerschmidt vom Prora-Zentrum erläuterte den Zuhörern die historischen Zusammenhänge. Quelle: Prora-Zentrum
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Prora

Am 1. September 1939 überfielen deutsche Truppen Polen und lösten dadurch den Zweiten Weltkrieg aus. Aus diesem Anlass eröffnete das Prora-Zentrum Anfang dieses Monats die Sonderausstellung „Ich habe den Krieg verhindern wollen – Georg Elser und das Attentat vom 8. November 1939“ der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin.

Mit der Eröffnung dieser Ausstellung erinnert das Prora-Zentrum, anlässlich des 80. Jahrestages des Attentatsversuchs von Georg Elser auf Adolf Hitler, an einen von zahlreichen Versuchen deutscher Widerstandsgruppen, die nationalsozialistische Herrschaft zu stürzen.

Georg Elser an seinem Schreibtisch. Quelle: Georg-Elser-Gedenkstätte Königsbronnm

Am 8. November 1939 verübte der Schreiner Johann Georg Elser aus Königsbronn einen Bombenanschlag auf Adolf Hitler. Sein Ziel war es, Hitler während dessen Rede im Bürgerbräukeller zum Jahrestag des Hitlerputsches von 1923 in München zu töten.

Hierzu verschaffte sich Elser Zugang zum Veranstaltungsraum und installierte dort einen Sprengkörper mit Zeitzünder. Allerdings verließ Hitler wenige Minuten vor der Explosion den Versammlungssaal und entging so dem Anschlag.

Anschlag hätte Hitler töten können

Nach langen Verhören gestand Elser Tage später das Attentat und seine Absicht, damit den Krieg und weiteres Blutvergießen zu verhindern. Neben dem Attentatsversuch von Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 20. Juli 1944 handelt es sich bei Elsers Tat um den einzigen Anschlag, der dem Leben des Diktators hätte gefährlich werden können.

Elser wurde ab 1941 als „Sonderhäftling des Führers“ ohne Gerichtsverfahren im KZ Dachau gefangen gehalten. Nach dem „Endsieg“ sollte er in einem Schauprozess abgeurteilt werden. Am Abend des 9. April 1945 – 20 Tage vor der Befreiung des Konzentrationslagers – wurde Elser nach über fünf Jahren Haft heimlich und ohne Gerichtsurteil ermordet, die Leiche verbrannt und eine falsche Todesursache vorgetäuscht. Sein Schicksal blieb für die Familie unbekannt, ein Grab gab es nicht, im Jahr 1950 wurde er für tot erklärt. Heute gilt Georg Elser als einer der konsequentesten Gegner der NS-Diktatur.

Die Wanderausstellung zeigt die politisch-moralische Motivation Elsers und seinen aktiven Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Dabei werden sein Leben, die Hintergründe zum Bombenanschlag sowie die anschließenden Vernehmungen durch die Gestapo behandelt.

Nach Kriegsende als „Verräter“ diffamiert

Joachim Ziller, von der erst 1998 eingeweihten Georg-Elser-Gedenkstätte in Königsbronn, führte am Eröffnungstag in die Ausstellung ein. Die Person Elsers wie auch dessen Familie waren nach Kriegsende immer wieder als „Verräter“ diffamiert worden.

Die Vorsitzende des Prora-Zentrums und Bundestagsabgeordnete Kerstin Kassner (Linke) mahnte in ihrem Grußwort dazu, sich angesichts nationalistischer und rechts-populistischer Tendenzen die Verantwortung jedes Einzelnen für die Demokratie bewusst zu machen.

Ausstellung bis Ende November geöffnet

Zur Eröffnung war auch der Wahlpflichtkurs von Geschichtslehrer Dirk Hacker des Bergener Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums gekommen, um sich die historischen Zusammenhänge erläutern zu lassen. Die Besucher fanden es unvorstellbar, wie viel Leid und Leben hätten gerettet werden können, wenn das Attentat geglückt wäre.

Die Exposition wird noch bis zum 27. November täglich von 10 bis 18 Uhr im Prora-Zentrum (Fünfte Straße 6, bei der Jugendherberge/Block V in Prora-Nord) gezeigt.

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