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Rügen Aufschrei gegen Landespläne
Vorpommern Rügen Aufschrei gegen Landespläne
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07:33 04.09.2014
Reinhard Liedtke, Bürgermeister von Sellin, vor dem Wahrzeichen des Ostseebades.
Reinhard Liedtke, Bürgermeister von Sellin, vor dem Wahrzeichen des Ostseebades. Quelle: Maik Trettin
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Sellin

Harter Tobak: Die 20-seitige Stellungnahme des Amtes Mönchgut-Granitz (Insel Rügen) zum Entwurf der Fortschreibung des Landesraumentwicklungsprogramms (LEP) MV liest sich wie ein einziges Protestschreiben. Vor allem die Stellungnahme der Gemeinde Sellin hat es in sich: „Vorrang Landwirtschaft, Energie, Naturschutz, kein Vorrang Demographie, Arbeit, Fremdenverkehr“ lautet die massive Kritik in Kurzform. Mit diesem Planungshandeln würden Probleme geschaffen, die eigentlich damit gelöst werden sollten.

„Mit den Plänen wird der Tourismus in der Region doppelt geschwächt“, hat Sellins Bürgermeister Reinhard Liedkte vor allem die geplanten und umstrittenen Offshore-Windparkanlagen im Blick. „Zu viele Windräder und zu wenig Entwicklungsspielraum für den Tourismus“, klagt Liedtke.

Knackpunkt ist auch die Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung, die einzig auf die lokale Bevölkerung abgestellt ist. Da Einzelhandelsbetriebe in der Region häufig ein Drittel bis die Hälfte ihres Umsatzes durch Touristen erwirtschaften, müssten sich Standortentscheidungen an den tatsächlichen Nutzern orientieren.

Auch laufe die „depressiv-pessimistische Sicht auf die Einwohnerentwicklung“ komplett an der Realität vorbei. In Sellin sei Rückgang und Alterung der Bevölkerung seit etwa zehn Jahren nicht mehr festzustellen.



Gerit Herold