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Rügen Metamorphose einer Kaschemme auf Hiddensee
Vorpommern Rügen Metamorphose einer Kaschemme auf Hiddensee
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17:36 14.08.2019
Das Berliner Chanson-Duos Isabella Rapp (Gesang) und Mathias Weibrich (Klavier) bestritt den ersten Abend. Quelle: Christian Rödel
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Hiddensee

Wie aus der Zeit gefallen wirkt heute das Ambiente des einstigen „Roten Affen“. So hieß die Kaschemme mit Kultstatus in Vitte auf Hiddensee noch vor ein paar Jahren, denn die Kneipe wurde mit viel Liebe zum Detail architektonisch in ihren baulichen Urzustand von 1920 zurückversetzt.

War das nicht eben Asta Nielsen, die gerade bei der Holztreppe um die Ecke gebogen kam. Und dort sitzend am Tisch, ist das nicht ihr Geliebter Joachim Ringelnatz, der gerade ein neues Liebesgedicht für sie in sein Notizbuch kritzelt? Babelsberger Kulissenbauer bräuchten kaum etwas zu verändern, wenn sie hier einen Drehort für die Verfilmung des Lebens von Hiddensees wohl berühmtestem Liebespaar suchten. Die Aura des Hauses lebt wieder, und die Illusion ist nahezu perfekt für ein Kopfkino, in dem die dänische Diva aus der Stummfilmzeit und der Berliner Dichter, aus dessen Feder die Kunstfigur Kuddel-Daddel floss, die Hauptrollen spielen.

Nur ein paar hundert Meter entfernt vom ehemaligen „Roten Affen“ befindet sich das Asta-Nielsen-Haus „Karusel“, in dem die Nielsen ab 1929 den Sommer über lebte. Das Haus hatte der Berliner Architekt Max Taut (1884 – 1967), der zwischen 1922 und 1925 jedes Jahr ein Haus auf Hiddensee entwerfen und bauen konnte, 1922/23 als erstes ein Sommerhaus für die Berliner Familie Richard Müller zu Papier gebracht. Die verkaufte 1928 das Anwesen an die Dänin Jesta Nielsen, die Tochter von Asta Nielsen (1881 – 1972). Letztgenannte taufte das Haus wegen der runden Bauweise auf den Namen „Karusel“, schloss es 1936 ab und ließ das Inventar zurück. In Nazi-Deutschland war es ihr zu eng geworden.

Alte Fotos gesucht

Doch zurück zum „Roten Haus“. Der neue Betreiber ist mittlerweile schon ein alter Bekannter auf dem „Söten Länneken“: Der Öhe-Besitzer, Landwirt, Rinderzüchter, Gastronom und umtriebige Geschäftsmann Mathias Schilling hat mit seiner Frau Nicolle die Regie im „Roten Haus“ übernommen. Über die Historie des im luftig-leichten Schwedenhaus-Stil errichteten und unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes ist bisher nur wenig bekannt. Nur so viel: Aus alten Zeitungsannoncen war zu erfahren, dass sich hier unter anderem ein Frisiergeschäft, Ferienwohnungen und eine Gastwirtschaft befunden haben sollen. Cathrin Brandes, die für das gastronomische Konzept im „Roten Haus“ zuständig ist, appelliert: „Wir suchen noch händeringend nach alten Fotos und Geschichten über das Gebäude, um die Historie des Hauses auch für die Gäste wieder erlebbar machen zu können“.

Kunst, Kultur und Kulinarik

Das neue gastronomische Konzept beschreibt Mathias Schilling so: „Wir wollen Kunst, Kultur und Kulinarik hier zusammen bringen, um den Leuten etwas Unverwechselbares für Geist und Gaumen bieten zu können“. Mit den zwei kürzlichen Auftritten des Berliner Chanson-Duos Isabella Rapp (Gesang) und Mathias Weibrich am Klavier wurde ein furioser Auftakt gestartet, der neugierig auf weitere Veranstaltungen dieser Art macht. Zu den Liedern von Edith Piaf, Marlene Dietrich und Hildegard Knef wurden Champagner und Austern kredenzt.

Am 22. August laden die Schillings und Gastronomiechefin Cathrin Brandes zu einem Hiddensee-Dinner in das Rote Haus ein. Das Vier-Gänge-Menü soll von der Philosophie der neuen baltischen Küche mit alten regionalen Rezepten und Zutaten inspiriert werden.

Von Christian Rödel und Chris Herold

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