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Rügen Awo-Streit: Lösung zeichnet sich ab
Vorpommern Rügen Awo-Streit: Lösung zeichnet sich ab
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09:29 25.05.2019
Jung und Alt trafen sich beim Awo-Fest in Bergen-Rotensee Quelle: Uwe Driest
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Bergen

Auch der Familientag der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Freitag blieb nicht unberührt von der Kontroverse um den Fortgang der Sozialarbeit im Stadtteil Rotensee. Zu Solidaritätsbekundungen mit der Awo hatte die SPD auf ihrer Facebookseite aufgerufen. „Frau Bürgermeisterin Ratzke, nehmen Sie ihre Kündigung sofort zurück!“, forderten dort Monika Quade und Kristine Kasten. Wie berichtet hatte die Verwaltungschefin den bestehenden Vertrag für das Nachbarschaftszentrum Rotensee (NBZ) gekündigt und eine neue Ausschreibung angeordnet. Das hatten die aus CDU/FDP und SPD bestehenden Fraktionen der Stadtvertretung in den vergangenen Monaten immer wieder verhindern wollen.

Ende dieser Woche meldete sich überraschend Awo-Geschäftsführer Christian Waedow mit der Forderung zu Wort, eine Ausschreibung solle nun schnellstmöglich erfolgen. „Wenn der Stadt Bergen etwas am NBZ gelegen ist und die Bürgermeisterin nicht die Mittel für das Mehrgenerationenhaus in Höhe von 45 000 Euro gefährden will, sollte die angekündigte Ausschreibung unverzüglich und fachlich für den Sozialbereich geeignet auf den Weg gebracht werden.“ Das könne ein Weg sein, die verfahrene Situation zu befrieden. Der Streit um „Petitessen“ würde in der jetzigen Situation keinem der Beteiligten nutzen.

Davon müsste Waedow nur noch jene politischen Kräfte überzeugen, die sich bisher vor ihn gestellt hatten. Monika Quade gab sich am Freitag zumindest überrascht von dem Gesinnungswechsel. „Wenn die Awo das möchte, müssten wir in unseren Fraktionen darüber beraten“, sagt das Präsidiumsmitglied der Bergener Stadtvertretung. „Wenn ein anderer Träger als die Awo die Ausschreibung für sich entscheidet, könnte es ein Problem mit der Immobilie geben“, wendet Bergens ehemalige Bürgermeisterin Andrea Köster ein. Anja Ratzke widerspricht. Der Mietvertrag habe sich gerade um weitere fünf Jahre verlängert, gibt die Bürgermeisterin Entwarnung. Ohnehin bestreitet keine Seite die gute Arbeit, welche die Awo in dem Brennpunkt-Stadtteil leistet. „Ich habe mich schon bereit erklärt, ein Konzept für die Ausschreibung zu erarbeiten“, weist daher auch Enrico Scharsach, Leiter des Nachbarschaftszentrums, einen Ausweg aus der Kontroverse.

Mit den seinerzeit auslösenden Fragen, ob es 2002 eine Ausschreibung oder lediglich ein Interessenbekundungsverfahren gegeben habe und ob die grundsätzlich gegebene Möglichkeit, einen Vertrag für geheilt zu erklären, auch Anwendung finden darf, wenn bei dessen Zustandekommen das Vergaberecht missachtet wurde, befasst sich derzeit die Staatsanwaltschaft. „Uns liegen umfangreiche Unterlagen vor, für deren Sichtung voraussichtlich noch etwa vier Wochen benötigt werden“, so ein Sprecher.

Die zahlreichen großen und kleinen Besucher des Stadtteilfests vergnügten sich am Freitag unverdrossen an der Kletterwand und dem Parcours der Rügener Verkehrswacht oder tanzten zur Musik der Schülerband vom Grünem Berg.

Uwe Driest

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