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Rügen Mönchguter Hochzeit soll Trachtenfest folgen
Vorpommern Rügen Mönchguter Hochzeit soll Trachtenfest folgen
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15:31 29.11.2019
Die Hochzeitsgesellschaft lässt es sich an der großen Festtafel schmecken. Quelle: Asta Westphal
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Baabe

Jubelrufe und stehende Ovationen waren der Lohn für die rund 80 Schauspieler, Tänzer, Sänger und Musiker, nachdem der Vorhang für den 4. Mönchguter Heimatabend im Baaber Haus des Gastes fiel. Das zweistündige Programm, bei dem eine historische Hochzeit auf Mönchgut dargestellt wurde, traf den Nerv der Zuschauer. Traditionelles, Plattdeutsches und das pralle Leben auf den Bühnenbrettern waren die Zutaten für eine unterhaltsame Reise in die Vergangenheit.

„Die Resonanz hat bei Weitem das übertroffen, was wir erahnt hatten“, freute sich Christian Pisch, Leiter der veranstaltenden Mönchguter Trachtengruppe. Damit meinte er nicht nur, dass aufgrund der großen Nachfrage schon im Vorfeld statt einer schließlich zwei Aufführungen angeboten wurden. Der Premiere am Sonnabendabend folgte am Sonntag zusätzlich um 14 Uhr noch eine Matinee. Beide Veranstaltungen waren schon Wochen vorher ausverkauft. 350 Zuschauer sahen das Stück. Einige waren dafür extra aus dem Süden angereist. „Zum Beispiel ein Paar aus Zwickau, das hier seit vielen Jahren ein Ferienhaus hat“, wusste Pisch.

Sehnsucht nach Heimat

„Wir halten das Kulturgut auf Mönchgut aufrecht und wir sind dazu wieder einmal mehr aufgefordert. Die Sehnsucht nach Heimat war eindeutig zu spüren“, so Pisch. Viele Zuschauer gingen im Anschluss der Vorstellung zu den Ensemblemitgliedern, um sich persönlich zu bedanken, manche hatten Tränen in den Augen. Gerade weil alle kleinen und großen Laiendarsteller aus der Region stammten, sei das Stück so emotional und authentisch gewesen. Im Grunde spielten alle Akteure sich selbst und sorgten für viele Lacher, aber auch berührende Momente.

Das waren Szenen wie der Auftritt der Hochzeitsbitterin (Beatrix Damp) und der beiden Außenschenker (Erwin Kankel und Björn Kliesow), die die Gäste mit Branntwein versorgten, der vorgehaltene Zylinder beim Kuss des Brautpaares (Tilo Steffi Besch und Tilo Looks), der Abgang des betrunkenen Hochzeitsgastes (Grit Looks), die plattdeutschen Sketche der Kinder und auch der Überraschungseffekt mit dem für Mönchgut und Sellin zuständigen Pastor Olav Metz in der Rolle als Pastor.

Otto Urbach hatte Idee für die Aufführung

Die Idee, eine traditionelle Mönchguter Hochzeit darzustellen, wie sie wie vor rund 150 Jahren bei den Poken gefeiert wurde, hatte Otto Urbach, „Gründungsvater“ des Selliner Volkschores. Der Musiker, der schon bei den drei anderen Heimatabenden Regie führte, holte dazu neben der Trachtengruppe auch „De Plattsingers ut Sellin“, die Musiker der Sassnitzer Blasmusik sowie „de Plattfööt“ Klaus Lass aus Warnemünde mit ins Boot.

Vor einem Jahr begannen die Proben, die Maria Müller aus Göhren leitete. Ihr Mann Wolfgang begleitete die Tänze am Akkordeon. Für möglichst authentische Requisiten und Accessoires, wie Hochzeitskrone, Bittstock und Brüdgamsdauk sorgten Asta Westphal und Anita Schmidt sowie die Selliner Handarbeitsfrauen Hedwig Schönsee, Gisela Eichsteadt und Brigitta Saathof.

Kinder tanzten Schüddelbüx

Die Mönchguter Kindertrachtengruppe unter der Leitung von Ina Stöckmann und die 4. Klasse der Grundschule Mönchgut in Gager unter der Leitung von Sabine Amelang und Heike Nitsch gestalteten den ersten Programmteil mit der Mönchguter Grillenhochzeit, Sketchen und dem sogenannten Mönchguter Nationaltanz Schüddelbüx.

Eine Hochzeit war das wichtigste Ereignis im Leben eines Mönchguters, wozu das ganze Dorf eingeladen wurde. Neun Tage dauerten die Feierlichkeiten an, bei denen Bittersche, Brautputzerin, Butenschenker, Köchinnen und Straßenmusikanten wichtige Rollen spielten. All dies wurde in neun Bildern gezeigt mit Texten und Liedern auf Plattdeutsch, zwei Chorälen, Kirchengeläut und Walzertanz. Eng wurde es auf der Bühne, als der traditionelle Hochzeitstanz der Poken, der Viertourige, mit vier Männern und acht Frauen angetanzt wurde.

Szenen und Darsteller

Weil nicht alles dargestellt werden konnte, fungierten Margot Mandelkow und Wolfgang Pisch als Erzähler und führten durch das Programm, indem sie die Fragen des (auch singenden) Hochzeitsgastes Klaus Lass zum Ablauf der Hochzeitszeremonie beantworteten. Diese mündete in den finalen Chorgesang „Juchhe, Hochtied war hüüt!“ mit allen Mitwirkenden. Dann verkündete Margot Mandelkow, was jetzt schon sicher ist: Nach dem Heimatabend ist vor dem Heimatabend. Den nächsten wird es im Jahre 2021 geben.

Umzug der Trachtengruppen durch Göhren

Schon im Mai nächsten Jahres soll ein Mönchguter Trachtenfest stattfinden. Für das Treffen hat Otto Urbach bereits erste Fäden gesponnen und verschiedene Folkloregruppen angeschrieben, von denen schon fünf zugesagt haben. Geplant ist am 16. Mai ein Umzug durch Göhren mit allen Trachtengruppen und den Selliner Ostseefanfaren zum Kurpavillon. Dort gibt es ein Programm mit Tänzen, Musik, plattdeutschen Sketchen und der Vorstellung der Trachten. Am 17. Mai folgt ein gemeinsames Frühstück an der Kurbühne in Baabe. Die Kurverwaltungen von Sellin, Baabe, Göhren und Mönchgut haben ihre Unterstützung signalisiert.

„Das Brauchtum liegt mir am Herzen. In den Veranstaltungsplänen der Insel ist aber kaum Folklore zu finden. Es treibt mich an, etwas zu machen“, sagt Otto Urbach.

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