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Rügen Bahn schneidet Bewohner auf Rügen ab
Vorpommern Rügen Bahn schneidet Bewohner auf Rügen ab
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07:38 04.11.2014
Daniel Kasprzyk mit seiner Frau Kathleen und zwei der drei Kinder, Pit (1) und Sina (7) am Bahnübergang in Borchtitz. Der soll geschlossen werden. Damit sind Bewohner und Gewerbetreibende des Lietzower Ortsteils praktisch von ihrer Gemeinde abgeschnitten. Quelle: Maik Trettin
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Borchtitz

Die Deutsche Bahn will den Bahnübergang an der Südstraße in Borchtitz ersatzlos schließen. Damit wären Bewohner und Gewerbetreibende des Ortsteils der Gemeinde Lietzow auf der Insel Rügen von ihrer Heimatkommune praktisch abgeschnitten. Ihnen drohen enorme Umwege von bis zu 20 Kilometern. Der Bahnübergang sichert eine direkte Anbindung an die Bundesstraße B 96 zwischen Lietzow und Sagard, wird er geschlossen, müssen Betroffene wie die fünfköpfigen Familie Kasprzyk den weiten Umweg über Mukran und die Nordstraße fahren. Das trifft auch für Transporter und Kunden des Recyclingunternehmens Gollan sowie für Landwirte zu. Außerdem kommen Kinder nicht mehr zur Haltestelle des Schulbusses in Richtung Sagard und Sassnitz, die sich unmittelbar am Bahnübergang an der B96 befindet.

Die Gemeinde Lietzow hatte den Plänen zur Schließung des Bahnübergangs vor fünf Jahren prinzipiell zugestimmt. Laut Bürgermeister Jürgen Böhnig sei dieser Beschluss aber an Bedingungen geknüpft. Die Bahn hatte damals erklärt, dass als Ersatz für die Zufahrt über den Übergang Borchtitz zwischen der Rügen-Zimmerei und dem Recyclinghof Gollan eine neue Verbindung zwischen der Nord- und der Südstraße gebaut werden soll. Weil davon im aktuellen Planfeststellungsverfahren zur Schließung des Bahnübergangs keine Rede mehr ist, wolle die Kommune  jetzt Widerspruch gegen das Vorhaben einlegen, kündigt Böhnig an.

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Maik Trettin