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Rügen Baltic 2: Fließen Erlöse ins Steuerparadies Luxemburg?
Vorpommern Rügen Baltic 2: Fließen Erlöse ins Steuerparadies Luxemburg?
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07:07 22.02.2016
Seit fünf Monaten ist der Offshore-Windpark „Baltic 2“ vor Rügen in Betrieb. Quelle: Norbert Fellechner
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Sassnitz

Seit fünf Monaten drehen sich die 80 Turbinen des Offshore-Windparks „Baltic 2“ vor Rügen. Wie viel Strom sie seitdem erzeugt haben, halten die Energiewerke Baden-Württemberg (EnBW) unter Verschluss. Nur so viel sagt eine Sprecherin: „Wir sind sehr zufrieden.“

Doch die Erlöse könnten womöglich in eine Steueroase fließen.

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Wie jetzt bekannt wurde, residiert die Eigentümergesellschaft von „Baltic 2“ in Luxemburg. Und: Nur jedes zweite Windrad gehört EnBW, der Rest privaten Investoren, darunter einem australischen Finanzdienstleister mit zweifelhaftem Ruf.

EnBW bestreitet auf OZ-Anfrage, Steuern sparen zu wollen. „Sämtliche operativen Erträge von ,Baltic 2’ werden vollständig in Deutschland besteuert“, sagt ein Sprecher. Luxemburg sei gewählt worden, weil sich ein ausländischer Fonds finanziell beteiligt und „diese Struktur im Hinblick auf den Gesellschaftsvertrag größere Flexibilität“ biete. Der Partner ist hier allerdings eine Investoren-„Heuschrecke“. Im Januar 2015 gingen 49,89 Prozent der Anteile für 720 Millionen Euro an den australischen Finanzinvestor Mac- quarie Capital über. Dessen Muttergesellschaft gehört zu jenen Unternehmen, die lukrative Steuerabsprachen mit Luxemburg trafen.

Schon wenige Tage nach Inbetriebnahme von „Baltic 2“ im September hat Macquarie vom Windgeschäft in der Ostsee profitiert, indem es Anteile weiterverkaufte: an einen niederländischen Pensionsfonds und eine ärztliche Beteiligungsgesellschaft, letztere auch mit Sitz in Luxemburg.



Kerstin Schröder