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Rügen Bedeutet der Ruhestand die Auflösung?
Vorpommern Rügen Bedeutet der Ruhestand die Auflösung?
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19:00 26.02.2019
Die Räume des Technik-Modell-Museums Rügen sind mit manchem Schatz geschmückt. Doch in den Räumen in dem Gewerbegebiet wird es wohl nicht bleiben können. Quelle: Wenke Büssow-Krämer
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Samtens

Soll diese Ausstellung wirklich ein Ende finden? Wenn man im Gewerbegebiet Samtens durch die Räume des Technik-Modell-Museums Rügen geführt wird, spürt man schnell, dass hier unzählige Mitstreiter viel von sich gegeben haben. Doch die Sammlung von Modellen aus Schifffahrt, Militär, Flugzeugen, Motorsport oder Oldtimern steht vor der Auflösung.

Der Vereinsvorsitzende Uwe Uschmann holte das Museum einst auf sein Grundstück im Gewerbegebiet, auf dem er jahrelang Spedition, Schrotthandel und Autoverwertung betrieb. „Doch nun stehe ich bald vor dem Ruhestand und werde dann das gesamte Grundstück verkaufen müssen“, sagt der 63-Jährige. Dieser Renteneintritt trifft somit den Museums-Verein mitten ins Herz, der hier bisher mietfrei die Hallen nutzt.

In den besten Zeiten zählte der Verein 20 Mitglieder

„Alle Vereinsmitglieder haben hier stets mitgezogen“, sagt Uschmann. Mit einem Treffen unter Modell-Freunden begann um 2003 die Geschichte des Museums. Was anderswo die Wohnungen, Keller oder Garagen von Modellbaufreunden füllt, sollte nun die Allgemeinheit erfreuen. Im Gutshaus Plüggentin fand das Museum die zarten Anfänge. Als man dort räumen musste, bot Uwe Uschmann die Hallen auf seinem Grundstück an, die reichlich Platz zum Wuchs der Sammlung boten. „Mindestens zwei Jahre haben wir hier jedes Wochenende Arbeit reingesteckt. Aber was fertig war, konnte besichtigt werden“, so Uschmann.

In den besten Zeiten zählte der Verein 20 Mitglieder, deren Dauerleihgaben die Museumsräume füllten. Aber auch Außenstehende spendierten gerne ihre Schätze aus sämtlichen Fachbereichen des Modellbaus, um sie für die bis zu 5000 Besucher im Jahr zur Entdeckung anzubieten. „Die Vereinsmitglieder haben alle ihr Bestes gegeben“, so Uschmann. Neben ihren Jobs wurden die im Sommer täglichen Öffnungszeiten des Museums von 14 bis 17 Uhr abgesichert.

Alle Vereinsmitglieder würden gerne weitermachen

Doch auch die Räume nebenan – von den Mitgliedern gerne einfach „Kneipe“ genannt – boten dann genügend Platz, um private Feierlichkeiten oder öffentliche Musikveranstaltungen zu ermöglichen. „Wir hatten dafür auch den Malte, der aus „The Voice Kids“ bekannt wurde hier bei uns.“ Aber auch Oldtimer-Treffen und Buch- und Trödelmärkte waren auf dem Gelände zu Hause. Selbst die Weltmeisterwagen des Racing-Teams der Stralsunder Hochschule fanden hier Unterschlupf und Präsentationsfläche. Auch an gemeinsamen Modellbauausstellungen mit Gleichgesinnten aus Berlin, Lübeck oder Hamburg wird sich gern erinnert. Selbst in Malmö wurden die Vereinsmitglieder da schon vorstellig.

„Es ist nun der Punkt da, da könnte es jetzt zu Ende gehen, oder es gibt Alternativlösungen“, sagt Uschmann. „Das Areal muss irgendwann verkauft werden. Das ist in einem Stück möglich, oder auch als einzelne Parzellen. Das muss allerdings aus steuerlichen Gründen dann auch zeitgleich erfolgen.“

Alle Vereinsmitglieder würden gerne weitermachen. „Ein Investor, der Grundstück und Halle erwirbt, wäre eine Lösung“, sagt der Samtenser. An Ideen und Antrieb zum Weiterbetrieb fehlt es ihm nicht. „Wenn es noch eine Chance gibt, mache ich alles mit.“ So ergeht es allen Mitgliedern, die bei einer Schließung des Museums ihre beigesteuerten Werke ansonsten wieder in den Wohnungen, Keller oder Garagen verstecken müssten.

„Hätten kein richtiges Zuhause mehr“

Was die Vereinsmitglieder hier als Privatpersonen ohne Fördermittel bisher auf die Beine gestellt haben, sorgte stets für Bewunderung und Anerkennung der Besucher. Aus ehemaligen Hotelbetten wurden Vitrinen für die Ausstellung hergestellt. In den Tischen der Kneipe sind Musterplatten von Fliesenhändlern wiederzufinden. „Alles Recycling, originell und von Laien gemacht“, so Uschmann. „Die Vereinsmitglieder, Helfer und Unterstützer können nicht hoch genug geschätzt werden. Viele die an uns geglaubt haben, werden enttäuscht sein, wenn wir schließen.“

Jetzt, wenn in der Nebensaison das Museum geschlossen ist, kommen die Freunde zu monatlichen Treffen zusammen. „Wenn der Verein sich dann aus ökonomischen Gründen auflösen müsste, würden wir uns auch privat weiter treffen, hätten aber kein richtiges Zuhause mehr.“

Wenke Büssow-Krämer

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