Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Begegnungsstätte Bergen Süd: Entscheidung im Juni
Vorpommern Rügen Begegnungsstätte Bergen Süd: Entscheidung im Juni
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 01.06.2018
Anzeige
Bergen

Der Vergabezoff um die Mehrgenerationsbegegnungsstätte in Bergen Süd schlägt weiterhin hohe Wellen. Nach langen Debatten im Hauptausschuss wurde nun auch im Sozialausschuss beraten. Geplant war ein Sachstands-Bericht, daraus entwickelte sich eine heftige, teils emotionale, Diskussion. In einem Sonderausschuss Mitte Juni soll nun erneut das Thema auf der Tagesordnung landen.

Ausschüsse wären im Beteiligungsprozess nicht einbezogen gewesen / Im Sozialausschuss wurde lange diskutiert / Sondersitzung am 11. Juni

Bis Ende März hatte in der Mehrgenerationsbegegnungsstätte der Demokratische Frauenbund Projekte von sozialen bis kulturellen Bereichen angeboten, darunter unter anderem ein Treff der Alleinlebenden, eine Sportgruppe und eine Kleiderkammer.

Zum Hintergrund: Zum 31. Dezember 2017 wurde der Vertrag gekündigt. Danach gab es seitens der Stadt Gespräche mit dem Frauenbund, der Vertrag verlängerte sich bis zum 31. März. Die Stadtverwaltung hatte dann die Angebote in Bergen-Süd neu ausgeschrieben, um möglichst zeitnah einen Übergang zum neuen Träger zu erzielen. Ende April hat die Verwaltung die Angebote geprüft und eine Vergabeempfehlung für den Hauptausschuss vorbereitet. In der Sitzung am 9. Mai ist die Vergabe vom Hauptausschuss abgelehnt worden. „Grund hierfür waren nicht Fehler im Vergabeverfahren, sondern die gewünschte inhaltliche Diskussion zu den einzelnen Projekten, die aber alle gut angenommen worden sind und zudem auch durch die Stadtvertretung unlängst beschlossen worden sind“, sagt Bürgermeisterin Anja Ratzke (parteilos).

„Spätestens im November haben wir gewusst, was passiert. Dadurch, dass der Vertrag verlängert wurde, hatten wir drei Monate Zeit, um zu handeln. Dann haben wir im Ausschuss gehört, dass eine Ausschreibung stattfindet. Wir hätten also alle Möglichkeiten gehabt, um als Sozialausschuss mitwirken zu können“, sagt die Ausschussvorsitzende Sandra Köster (CDU/FDP-Fraktion). Auch Eva-Maria Schwerin (Linke) bemängelt, dass die Ausschüsse beim Beteiligungsprozess nicht einbezogen wurden. „Deshalb diskutieren wir jetzt erst und hängen in der Luft“, sagt sie.

Sie war beteiligt, als sich am 17. Januar ein neuer Verein mit dem Namen „Bürgerinitiative“ gegründet hat, mit dem Ziel, die bestehenden Projekte in der Mehrgenerationsbegegnungsstätte aufrechtzuerhalten. „Wir haben damals beraten, dass wir erstmal weitermachen wie bisher“, sagt sie.

Bei der Ausschreibung hat der Verein sein Konzept mit den vier Projekten Kleiderkammer, Frühstück für Alleinlebende, gesunde Ernährung und Sport vorgestellt. Kurz danach folgte aber eine zweite Ausschreibung. Im Konzept sollten jetzt vier Projekte sowie eine Behindertenwerkstatt auftauchen. „Wir sind dann in Widerspruch gegangen wegen Ungleichbehandlung“, so Eva-Maria Schwerin.

Sie erklärt, dass in der Begegnungsstätte vom Arbeitsamt schwer zu vermittelnde Leute zu Gast waren, um sie wieder für den Arbeitsmarkt fit zu machen. „Trotz alledem reichte dieser soziale Aspekt nicht aus. Im Haus befindet sich keine Behindertenwerkstatt. Also war der Antrag gescheitert“, sagt sie.

Eva-Maria Schwerin berichtete zudem von den Mitarbeitern und den Einwohnern, die alle gern in die Begegnungsstätte gekommen sind. „Da ist etwas richtig Gutes gewachsen in den vergangenen Jahren. Für einen neuen Betreiber wird es sehr schwierig, das Vertrauen wieder aufzubauen, das geht nicht von jetzt auf gleich. Ein neuer Anbieter benötigt dafür mindestens drei bis vier Jahre“, sagt sie. Inge Jüptner, die die Kleiderkammer und das Frühstück für Alleinlebende betreut hat, sieht es ähnlich. „Wir haben uns dort immer wohlgefühlt. Trotzdem wird es für einen neuen Verein schwierig sein, Leute heranzuholen“, sagt sie.

Amtsleiter Rainer Starke brachte schließlich den Vorschlag ein, die emotionale Debatte zu beenden und dieses Thema in einem Sonderausschuss am 11. Juni erneut zu beraten. Damit soll ein „Licht an die Stadtvertretung gesendet“ werden. Die nächste Stadtvertretung findet am 20. Juni statt.

Mathias Otto

„Taxi nach Rügen“: Rainer Wittkamp und Axel Witte schreiben zusammen ihr zweites gemeinsames Buch.

01.06.2018

Untergepflügte Wege, Verbote, am Strand zu reiten und weiteres Unbill: Betreiber von Reiterhöfen wünschen sich Entgegenkommen von Gemeinden.

01.06.2018

280 Teilnehmer starten beim ungewöhnlichen Hindernislauf Beach Fun Run am Sonnabend. Anmeldungen sind noch am Wettkampftag möglich.

31.05.2018