Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Sporthallen-Neubau wird zum Zankapfel
Vorpommern Rügen Sporthallen-Neubau wird zum Zankapfel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:04 30.04.2019
Der Sportplatz in Dwasieden ist stark sanierungsbedürftig. Er soll zum Sportpark umgebaut werden. Die SPD befürchtet, dass das dafür geplante Geld für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Neubau einer Sporthalle an der Regionalen Schule draufgeht. Quelle: Maik Trettin
Anzeige
Sassnitz

Die Idee ist neu und nicht unumstritten: Erst auf der vergangenen Stadtvertretersitzung hatte der Sassnitzer Bürgermeister Frank Kracht den Abgeordneten eröffnet, dass auf dem Gelände der Regionalen Schule an der Geschwister-Scholl-Straße eine nagelneue Sporthalle entstehen soll. Die Kosten für das Projekt in Höhe von rund zweieinhalb Millionen Euro fanden sie denn auch im Entwurf des Nachtragshaushalts für 2019. Doch diese Position sollte auf Eis gelegt werden, meinen die Sozialdemokraten. Wenn die Stadtvertreter heute Abend über den Nachtragshaushalt entscheiden, wird die SPD-Fraktion einen entsprechenden Antrag einbringen.

SPD: Erst Prioritätenliste abarbeiten

Unterschrieben hat ihn der Fraktionsvorsitzende Norbert Benedict. Er ist Sportlehrer von Beruf und kümmert sich ehrenamtlich als Trainer und Abteilungsleiter bei Empor Sassnitz um die Judokas. Sport und Bildung sind also sein Ding, zumal er auch Vorsitzender des entsprechenden Fachausschusses in der Stadt ist. Dass er und die anderen Mitglieder des Gremiums zu keinem Zeitpunkt über ein solches Vorhaben informiert wurden und darüber beraten konnten, sei die eine Sache. „Aber wir haben eine Prioritätenliste, was die Investition in die Sportstätten angeht. Da stehen noch jede Menge anderer Aufgaben drin, die abzuarbeiten sind.“ Statt ein neues Projekt anzufangen, sollten erst einmal die bereits angeschobenen umgesetzt werden.

Sassnitz hat sich da einiges vorgenommen. Im Ergebnis einer Sportstätten-Analyse hatte man sich darauf verständigt, den jetzigen Sportplatz in Dwasieden zu einem integrativen Sportpark umzubauen. Ein Kunstrasenplatz, ein Beach-Volleyballfeld, ein Trimm-dich-Pfad – das und vieles mehr sollen auf dem Areal hinter der Berufsschule entstehen. Vier Millionen Euro sind für die Umgestaltung veranschlagt. Dabei geht es nicht um ein Prestige-Projekt. „Die Sportplätze in der Stadt sind seit Jahren sanierungsbedürftig“, sagt Norbert Benedict. Auf dem in Dwasieden ist ein Leichtathletik-Training so gut wie unmöglich. Die Balken der Weitsprunggrube seien marode und von der Laufbahn existiere nur noch ein Teil, so Benedict. Noch schlimmer sieht es auf dem Platz am Wedding aus, wo die Kreide von unten durch die Grasnarbe drückt und so zahllose Stolperfallen produziert.

Ersatz für marode Halle an der Bergstraße

Ein Sorgenkind ist seit Jahren auch die Sportanlage an der Regionalen Schule. Statt diese endlich in Angriff zu nehmen und herzurichten, soll das Geld für eine neue Halle ausgegeben werden, kritisiert Benedict. „Dabei sehe ich an dieser Stelle kein Sporthallen-Problem.“ Dort gebe es die alte Turnhalle auf dem Schulgelände und die modernere an der Hiddenseer Straße jenseits der Gleise. „Es gibt wegen des gesperrten Bahnübergangs lediglich ein Problem mit der Zuwegung.“ Ob eine dritte Halle in unmittelbarer Schulnähe die Lösung sein könne, darüber müsse gesprochen werden. Bis dahin sähen die Sozialdemokraten das Geld lieber in die Sanierung beziehungsweise Umgestaltung der bestehenden Anlagen investiert.

Das geschieht parallel dazu, versichert der Bürgermeister. Auch wenn der Fördermittelantrag abgelehnt wurde, werde die Stadt das Sportpark-Projekt in Dwasieden weiter verfolgen. Außerdem stellt sie über ihren Haushalt bis 2022 jährlich 274000 Euro für Sanierungsarbeiten an der Halle in Dwasieden zur Verfügung. Dennoch brauche Sassnitz eine weitere Halle, meint er und verweist auf die an der Bergstraße. Die ist in einem so schlechten Zustand, dass die Stadt sie nicht mehr lange nutzen kann. „Dazu kommt, dass in Dwasieden immer mehr Veranstaltungen stattfinden.“ Die Halle steht den Sportlern in der Zeit und während der Vorbereitung sowie der Reinigung nicht für das Training zur Verfügung. „Die Hallen an der Bergstraße und die in Dwasieden sind aber die einzigen, in denen die Badmintonspieler und Basketballer trainieren können.“ Deshalb weichen die Sportler zunehmend nach Bergen aus. Werde die Halle am Rande der Altstadt geschlossen, gäbe es nur noch eine Trainingsmöglichkeit für diese Sportler. „Und gerade der Bereich Basketball ist bei Empor gerade sehr stark geworden“, so Kracht. Aus dem Grunde plädiere die Verwaltung für einen Neubau.

Maik Trettin

Ein halbes Jahr früher als gedacht wird die Baustelle an der B 96 bei Ralswiek geöffnet. Nur drei Monate später ist sie einige Kilometer weiter nördlich wieder voll gesperrt.

30.04.2019

Die Ausstellung zur Stadt-Historie, die jahrelang in der Orangerie zu sehen war und dann einige Zeit nicht, wird vom 1. Mai an wieder präsentiert – oberhalb des Cafés Central in der Alleestraße.

29.04.2019
Rügen Rügen startet stimmungsvoll in den Mai - Maibaumsetzen, Anbaden und Heringsfest

Am Dienstag und Mittwoch feiern die Insulaner traditionell den Beginn des Wonnemonats mit vielen Volksfesten. Im Ostseebad Binz stehen die kommenden vier Wochen ganz im Zeichen der Bäderarchitektur.

29.04.2019