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Rügen „Mit 14 Jahren wusste ich, dass ich Musiker werden will“
Vorpommern Rügen „Mit 14 Jahren wusste ich, dass ich Musiker werden will“
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10:45 13.06.2019
Der Berliner Sänger Ben Zucker (35) steht am 3. August auf der Bühne in Sellin. Quelle: Ove Arscholl
Sellin

Ben Zucker gilt als Senkrechtstarter in der deutschsprachigen Musikszene. Seit 2017 tingelt er von Auftritt zu Auftritt und begeistert seine Fans. Am 3. August tritt der 35-jährige Musiker in Sellin auf und präsentiert sein neues Album.

Drei Konzerte an der Seebrücke

Am 3. August tritt Ben Zucker direkt am Strand an der Seebrücke des Ostseebades Sellin auf.

Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist um 18 Uhr. Ein Konzertticket kostet 32 Euro, Kinder (6 bis 12 Jahre) zahlen 25,50 Euro.

Veranstalter des Konzertes ist die Kurverwaltung Sellin in Zusammenarbeit mit der Dresdener Agentur Bernd Aust Kulturmanagement GmbH.

Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen, sowie im Internet unter www.eventim.de sowie www.semmel.de.

Zum 1. Selliner Sommer Open Air gehören ebenfalls die Konzerte von Vincent Weiss (20. Juli) sowie ein Auftritt des DJ-Duos Gestört aber Geil (2. August)

Wann hast du gemerkt, dass deine Musik gut ankommt?

Ben Zucker: Naja, durch meinen ersten TV-Auftritt vor zwei Jahren hatte ich eigentlich einen guten Start. Ich präsentierte meine Single „Na und?!“ in der Show von Florian Silbereisen und dann ging`s richtig los. Ich hatte bis dahin noch gar keinen richtigen Internetauftritt und gerade mal 123 Follower auf Facebook, den Instagram-Account habe ich mir noch schnell eingerichtet. Und der Schattenwandeffekt kam richtig gut an.

Was hat es denn mit dem Schattenwandeffekt auf sich?

Ich trat hinter einer Wand auf und die Zuschauer konnten nur meine Umrisse sehen. Irgendwann trat ich dann vor die Schattenwand. Das war ja das erste Mal und keiner kannte mich. Der Überraschungseffekt kam dann richtig gut rüber. Ich bin erst 35. Mein damaliger Entdecker dachte bei einer Hörprobe von mir, dass ich mindestens 50 Jahre alt bin.

Wer war denn dein Entdecker?

Ich bin vom Bruder von Till Brönner protegiert worden. Die Story dazu ist allerdings noch etwas länger.

Erzähl mal.

Musik mache ich schon ewig. Mit 14 Jahren wusste ich, dass ich Musiker werden will. Ich machte meinen Eltern zuliebe das Abitur fertig und ging nach Berlin. Ich lebte in einer Wohngemeinschaft mit einer Freundin zusammen, die meine Musik ziemlich gut fand. Sie sagte immer wieder, dass ich mein Tape einreichen solle. Sie tat es dann ohne mein Wissen und wenig später saß ich im Büro des Bruders von Till Brönner. Genau der sagte, dass er mich für viel älter gehalten hatte. Das war 2015.

Dein erster offizieller Auftritt war erst eineinhalb Jahre später?

Als ich 2015 dort im Büro ankam, war das schon ein toller Moment. Der Bruder sagte zu mir, ich sei ein starker Sänger. Ich sollte noch an dem ein oder anderen Dingen arbeiten. Das tat ich. Wenn meine Kumpels feiern waren, saß ich im Tonstudio oder feilte zu Hause an den Texten für meine mittlerweile 200 Songs. Ich klopfte nach etwas weniger als zwei Jahren wieder an die Tür und war drin. Mein Verstand ist heute oft zu klein, um die bisher 400 000 verkauften Platten zu realisieren.

Dann ging es richtig los?

Genau, ich bin total stolz drauf. Von null auf hundert. Wenn ich auf meinen Terminplaner schaue, dann habe ich bis 2021 zu tun. Ich plane selbst so zwei Tage im Voraus. Heute zum Beispiel heißt es nach meiner Probe in der Nähe von Hamburg nach Berlin zu fahren und mit der OSTSEE-ZEITUNG telefonieren.

Wie schaffst du das alles, gibt es Erholungsphasen?

Ja klar, ich bin ein Familienmensch und bin gern bei mir zu Hause in meiner Berliner Wohnung.

Wie erholst du dich am Besten?

Zu Hause male ich zum Beispiel Acrylbilder. Ich trinke ein Glas Rotwein oder lese. Und ich bade unheimlich gern morgens, dafür nehme ich mir viel Zeit. Ich hab meine Dusche, glaube ich, noch nie benutzt. Und ich spiele unheimlich gern Playstation. Im Schnitt bin ich allerdings 300 Tage im Jahr unterwegs. Ich hab für die Zukunft vor mir ein Haus zu bauen. Ich komme ursprünglich aus Uckermünde. Dann werde ich dort in meinem Garten sitzen auf die Ostsee schauen und mit meiner Familie sein.

Ein Häuschen, das klingt entspannt.

Mittlerweile habe ich auch das Geld dazu. Früher habe ich mich mit allen möglichen Jobs finanziert. Ich hatte viele Nebenjobs. Irgendwo gibt es auch Aktbilder von mir.

Wie kommt denn das?

Ich hatte Proberäume zum Musik machen in einer Galerie in Berlin angemietet. Dort wurde oft gezeichnet, wenn mal ein Modell ausfiel, sprang ich spontan ein. Das gab ein wenig Geld. Wenn ich mir überlege, dass ich früher, um meine kleinen Auftritte mit Publikum zu füllen, meinen gesamten Freundeskreis anrief, damit die den Raum füllen. Heute habe ich sogar einen eigenen Fanclub. Ich finde es wirklich toll, dass Leute für mich Geld ausgeben für meine Konzerte und um meine Musik zu hören. Deutsch singen ist eh das Beste, das transportiert Emotionen. Ich glaube das mögen die Leute. Manchmal sind es pro Konzert bis zu 10 000 Menschen.

Hältst du Kontakt zu deinen Fans?

Auf jeden Fall, die Chefin des ersten Fanclubs hat meine Telefonnummer, wir tauschen uns aus und so haben wir eben einen direkten Draht.

Hast du eigentlich eine Freundin oder einen Freund?

Nein, ich bin hetero und Single. (lacht)

Inspiriert dich dein Privatleben? Gab es Schicksalsschläge?

Die ein oder andere Trennung hat mich schon begleitet, ja. Allerdings war damals der Freitod meines Kumpels, wir waren damals 18 Jahre alt, sehr traurig. Er ist einfach so von uns gegangen ohne sich zu verabschieden. Das macht mich auch wütend.

Verarbeitest du Privates in deinen Liedern?

Den Tod meines Freundes habe ich noch nicht angefasst, ich hab zwar Ideen dazu, nur noch nicht das richtige gefunden. Das Lied „Wären alle so wie du“ ist für meine Mutter, das habe ich ihr gewidmet.

Freust du dich auf deinen Auftritt auf der Insel Rügen in Sellin?

Ich freue mich auf alle meine Auftritte, wir stehen vor dem Betreten der Bühne als Band im Kreis und dann mache meistens ich den Spruch und rufe dabei allein ganz laut: „Alles auf“, wir reißen die Arme hoch und rufen zusammen: „Zucker“.

Dein Künstlername.

Ja, ich liebe den Film „Alles auf Zucker“ mit Henry Hübchen, daher kommt der Name. Ben stimmt allerdings und ist die Abkürzung für Benjamin.

Christine Zillmer

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