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Rügen Benefiz-Tour: Simson & Co. rollen über Rügens Straßen
Vorpommern Rügen Benefiz-Tour: Simson & Co. rollen über Rügens Straßen
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10:22 29.08.2019
Das "Jagdgeschwader Rügen" und die "Zweitakt-Rokker" werden am Sonntag auf DDR-Zweirädern über die Insel Rügen knattern - zu ihrem Vergnügen und für einen guten Zweck. Sie sammeln Spenden zur Unterstützung des Kinderhospizes in Greifswald. Quelle: Thorsten Jantzen
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Bergen

Die Hemden sind gebügelt und so mancher hat für den kommenden Sonntag auch schon die Krawatte bereitgelegt. Dutzende Zweirad-Freunde werden sich am 1. September in Schale schmeißen, bevor sie auf ihre Mofas, Mopeds und Motorräder steigen. Sie treffen sich in Bergen zu einer Ausfahrt über den Ostteil der Insel Rügen. Dabei geht es nicht darum, die liebevoll gepflegten Fahrzeuge mal wieder an die frische Luft zu bringen. Die Kraftfahrer machen sich auf den Weg, um Geld für einen gemeinnützigen Zweck zu sammeln. Es soll todkranken Mädchen und Jungen zugute kommen, die im Kinderhospiz in Greifswald betreut werden.

Deutschlandweite Ausfahrten der Zweirad-Freunde

„Zwei-Takt-Zirkus“ –unter diesem Titel treffen sich am kommenden Sonntag deutschlandweit Moped- und Motorradfreunde zur gemeinsamen Ausfahrt. Die Koordination liegt in den Händen von Michael Böhl. Auf Rügen organisieren das „Jagdgeschwader BI 58 Rügen“ und die „Zweitakt-Rokker Rügen“ die Tour, die am Sonntag um 11 Uhr am Bergener Park-Hotel beginnt und –gute Bedingungen vorausgesetzt –in Göhren enden soll. Halt machen werden die Fahrer dabei in Binz an der oberen Hauptstraße, in Sellin an der oberen Wilhelmstraße und in Baabe am Ende der Strandstraße. Sie gönnen sich und ihren Maschinen eine kurze Pause –und den Besuchern einen ausgiebigen Blick auf die mehrheitlich nostalgischen Zweiräder.

Komplette Vogel-Serie geht an den Start

Die meisten von ihnen haben eine „DDR-Vergangenheit“ und liefen in volkseigenen Betrieben vom Band. „Es wird die gesamte Vogelserie dabei sein“, kündigt Thorsten Jantzen vom Rügener „Jagdgeschwader“ an. Gemeint sind die Zweiräder mit den Bezeichnungen „Spatz“, „Sperber“, „Habicht“, „Schwalbe“ oder „Star“. Auf einem Exemplar des letztgenannten Typs wird Jantzen unterwegs sein. Dieses Kleinkraftrad von Simson brachte es mit seinen gut drei PS auf eine Höchstgeschwindigkeit von immerhin 60 Kilometern pro Stunde. Noch flotter sind die „Konkurrenten“ unterwegs, die einst in Ludwigsfelde produziert wurden. Die Motorroller „Berlin“ und „Troll“ konnten zwischen 80 und 90 km/h schnell sein.

Geschwindigkeit ist unwichtig

Ihre Höchstgeschwindigkeit können sie am Sonntag aber nicht ausfahren. „Darum geht es ja auch niemandem bei dieser Ausfahrt“, sagt Jantzen. Deshalb werden sich auch die Fahrer der größten Maschinen an den kleinsten orientieren. „Der Langsamste gibt das Tempo vor“, kündigt der „Star“-Liebhaber an. Und das werde voraussichtlich der „Spatz“ sein, ein Einsitzer mit Zweiganggetriebe, von dem zwischen 1964 und 1970 insgesamt mehr als 150000 Stück produziert wurden. Er bringt es auf rund 45 km/h.

Teilnehmer reisen auch vom Festland an

Außer den Fahrern werden auch die fahrbaren Untersätze herausgeputzt sein. Schließlich sollen gerade sie am Sonntag von ihrer besten Seite präsentiert werden. „Das Interesse an diesen Mopeds und Motorrädern ist enorm“, wissen Thorsten Jantzen und seine Mitstreiter aus eigenem Erleben. Als sie mit der Vorbereitung der Benefiz-Tour begannen, meldeten sich unglaublich viele Zweirad-Liebhaber, die mitfahren wollten. „Die kommen zum Teil vom Festland angereist und bringen ihre Fahrzeuge auf Hängern zum Startpunkt am Park-Hotel.“ Schon allein dadurch kommt Geld in die Spendenkasse: Jeder Teilnehmer zahlt eine Startgebühr von mindestens fünf Euro. An den verschiedenen Haltepunkten werden die Fahrer mit den zweiradbegeisterten Besuchern ins Gespräch kommen und fachsimpeln. Zu jedem Modell wurden Datenblätter angefertigt, auf denen man sich über die Leistungsmerkmale und die Historie der Mopeds und Motorräder informieren kann.

Auch wer sich nicht bis ins letzte Detail für die Oldies interessiert, wird um eine Spende gebeten. Die kann direkt vor Ort in Form von Bargeld in den Sammelbüchsen landen oder als Überweisung auf dem Spendenkonto, das eigens für den „Zwei-Takt-Zirkus“ eingerichtet wurde. Dadurch können die Zweirad-Freunde auch diejenigen erreichen, die möglicherweise wegen schlechten Wetters nicht vor die Tür wollen. Die „Zweitakt-Rokker“ und das „Jagdgeschwader“ der Insel gehören nicht dazu. „Auch wenn es regnet und stürmt –wir ziehen das durch.“

Zweirad-Freunde werden am 1. September an verschiedenen Orten im Osten und Westen Deutschlands zur Ausfahrt für kranke Kinder starten. Im vergangenen Jahr gab es solche Touren zugunsten einer Beratungs- und Betreuungsstelle für krebskranke Kinder in Jena. Dabei kamen rund 6000 Euro zusammen. In diesem Jahr werden die Zweiradfreunde unterwegs sein, um das Kinderhospiz in Greifswald zu unterstützen. Gesammelt wird an den verschiedenen Stationen in Bergen (Parkhotel, Start 11 Uhr), Binz (obere Hauptstraße gegen 12 Uhr), Sellin (oberhalb der Seebrücke gegen 13.30 Uhr), Baabe (Strandstraße gegen 15 Uhr) und eventuell in Göhren am Ende der Tour. Spenden kann man auch unter dem Stichwort Kinderhospiz auf das Konto von Organisator Philipp Haase mit der IBAN DE 16 1001 0010 0125 4351 35.

Von Maik Trettin

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